Jubiläumsspecial: Lieblingsfilme Platz 80-61

faccia-it80) Von Angesicht zu Angesicht (1967)

Auch zu diesem Italo-Western habe ich bereits etwas geschrieben. Wenn man von einigen schauspielerischen Defiziten absieht ­­– gerade bei der Mimik neigten einige Darsteller zu dezenten Übertreibungen –, ist „Von Angesicht zu Angesicht“ immer noch eine sehr spannende Charakterstudie unter der brennenden Wüstensonne.

„You know that torture is important, Wallace, because it lifts the morale of the torturer.“

 

 

79) Was ist mit Bob? (1991)79_bob

Bill Murray und Richard Dreyfuss in einem Film von Frank Oz – muss ich noch mehr sagen? Ich bin mir relativ sicher, dass man keinen besonderen Wert auf die korrekte Darstellung der diversen Phobien der Hauptfigur gelegt hat. Wer sich also daran stören will, wird unter Garantie etwas finden. Mich unterhält es einfach zu sehr, wie Bob Wiley (Murray) den erfolgreichen Psychiater Dr. Leo Marvin (Dreyfuss) in den Wahnsinn treibt, um lange darüber nachzudenken. An dieser Stelle auch noch eine dicke Empfehlung für „Sterben für Anfänger“, den Oz im Jahr 2009 drehte.

„Rosen sind rot, die Veilchen sind blau, ich bin schizophren und das bin ich auch.“

 

 

78_rush78) Rush (2013)

Die Formel 1 finde ich sterbenslangweilig (Sorry!), eine Abneigung gegen den Rennsport ist also kein Argument, „Rush“ nicht mal eine Chance zu geben. Der Film erzählt die (größtenteils) wahre Geschichte der legendären Rivalität von James Hunt (optisch erstaunlich nahe am Original – Chris „Thor“ Hemsworth) und Niki Lauda (Daniel Brühl) in spektakulären Bildern und einem den Rennboliden angepassten Erzähltempo. An dieser Stelle ein großes Lob an Daniel Brühl, der es im O-Ton als Deutscher sehr gut schafft, seinem Englisch einen österreichischen Akzent zu verpassen. Regisseur Ron Howard (A Beautiful Mind, Apollo 13, Willow) sollte zwei Jahre später übrigens für den ebenfalls sehenswerten „At the Heart of the Sea“ erneut mit Chris Hemsworth zusammenarbeiten.

„What’s the point of having a million cups and medals if you don’t have any fun? How is that winning?“

 

 

77) Rocky III (1982)rockyiii

Sehr praktisch, wenn man soviel schreibt wie ich. Man kann sich einfach öfter selbst zitieren: „Oh yeah! Hier hielt die Attitüde der 80er Einzug in die Rocky-Reihe. Zwar gibt es noch leichte Anleihen an die Anfänge als Sportdrama, aber „Im Auge des Tigers“ hat eindeutig mehr Testosteron zu bieten als die beiden Vorgänger. Rocky (Stallone) darf sich hier mit gleich zwei popkulturellen Ikonen der 80er duellieren; erst bittet „The Ultimate Male“ Thunderlips zum Tanz und danach geht es gegen den herrlich eindimensionalen „Clubber“ Lang, gespielt jeweils von Hulk Hogan und Mister T. Dazwischen gibt es selbstverständlich Trainingsmontagen, kernige Männerfreundschaften, Boxschläge, deren Treffer wie die Einschläge von Kanonenkugeln klingen und mit „Eye of the Tiger“ einer DER Filmsongs der 80er.“

„No,i don’t hate Balboa.But,I pity the fool.“

 

 

76_shawshank76) The Shawshank Redemption (1994)

Hätte ich diese Wissenslücke nicht erst vor wenigen Monaten geschlossen, würde „Die Verurteilten“ wohl noch um einiges weiter vorne in dieser Liste stehen. Aber auch so kann ich sagen, dass ich mir diesen Film in der Zukunft noch öfter anschauen werde. Frank Darabont und Stephen King ist einfach eine Kombination, die wahnsinnig gut funktioniert.

„It’s funny. On the outside, I was an honest man. Straight as an arrow. I had to come to prison to be a crook.“

 

 

 

75_nackte_kanone_275) Die nackte Kanone 2½ (1991)

„Jane, was kannst du mir über den Mann sagen, den du gestern Abend gesehen hast?“

„Ähm, er ist ein Weißer …“

„Ah, ein Eisbär?!“

„Nein, Nein, ein weißer Mann.“

„Ach so.“

„Mit Schnurrbart, etwa 1,90m groß.“

„Na, das ist aber mal’n großer Schnurrbart!“

 

 

74_kung_pow74) Kung Pow: Enter The Fist (2002)

Sich selbst in einen aus mehreren Eastern zusammengeklauten und mit eigenen Szenen garnierten Streifen hineinzuschneiden, eine ganze Wagenladung stumpfesten Humors drüberzukippen und die ganze Chose auch noch grenzdebil zu synchronisieren – darauf muss man als Regisseur erstmal kommen. Auf Deutsch übrigens aufgrund unterirdischer Sprecher vollkommen ungenießbar!!

„Shirt Ripper!“

 

 

73) The big Lebowski (1998)73_lebowski

Muss man eigentlich nichts mehr zu sagen, oder? Wohl einer DER Filme der 90er (spontan würden mir sonst nur „Pulp Fiction“ oder „Trainspotting“ als ähnlich prägend einfallen). Wie könnte man den Dude auch nicht lieben?

„Shut the FUCK up, Donny!“

 

 

 

hellboy 172) Hellboy (2004)

Hier muss sogar ich nervtötender O-Ton Fanatiker sagen: Die deutsche Version ist grandios. Tilo Schmitz mit seinem herrlichen „Oh Kacke!“ passt perfekt zum großen Roten und den Rest erledigt der wunderbare Stil von Regisseur Guillermo del Toro. Lediglich Weichflöte John Myers nervt im kunterbunten Ensemble, aber an der Front ist man im Sequel ja glücklicherweise aktiv geworden …

„Second date, no tongue!“

 

 

71) Mystery Science Theatre 3000 (1996)71_mystery

Um die deutsche Version des Films der hierzulande nahezu unbekannten Kultserie richtig zu feiern, hilft es ungemein, wenn man Niedersachse und mit dem Frühstyxradio („Der größte Kulturmagazin der Welt“) aufgewachsen ist. Das Team dieser Sendung hat seinerzeit diesen Film übersetzt und synchronisiert, nur auf den großartigen Dietmar Wischemeyer müssen wir leider verzichten. Die bekannteste Stimme dürfte natürlich die von Oliver Kalkofe sein, der hier gleich zwei Rollen übernimmt. Worum es bei MST 300 überhaupt geht? Grob gesagt um das Feiern alter Trash-Perlen, in diesem Fall muss die Crew des „Satelite of Love“ den 55er Sci-Fi Film „Metaluna IV antwortet nicht“ überstehen.

„Denn morgen reiß ich ihm den Kopf ab, esse seine Gedärme und lege meine Eier in seinen Körper! Aber ich bin KEIN Außerirdischer!“

 

 

70_braeheart70) Braveheart (1995)

Historienfilme bilden ein Genre, für das ich eine besondere Schwäche habe. Da ich ohnehin sehr geschichtsinteressiert bin, lese ich mich auch gerne in die korrekten Hintergründe ein. Den Filmgenuss zerstören können mir grobe Fehler übrigens nicht, da ich die Filme als Werk an sich betrachte. Sonst wären Werke wie „1492“ oder eben „Braveheart“ vollkommen tabu. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem lege ich diesen YouTube Kanal ans Herz. Historischen Ungereimtheiten zum Trotz gefällt mir Mel Gibsons Schlachtplatte immer noch genauso gut wie damals, als ich mir die englische VHS mitten in Schottland bei den Highland Games kaufte.

„Are you ready for a war?“

 

 

69) Drive (2011)69_drive

Als „Drive“ releast wurde, hört man häufiger die Bezeichnung „GTA-Film“, der ich nur bedingt zustimmen kann. Zwar hat der bekannteste Film des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn durchaus etwas von der überstilisierten Welt von Rockstars erfolgreichen Videospielen, der krude Humor von „Grand Theft Auto“ geht diesem Thriller aber völlig ab. Ist aber auch gut so, da Satire oder popkulturelle Anspielungen diese Mischung aus Film Noir, 80er Optik und 70er Erzählweise auch vollkommen überladen hätten. Ich liebe übrigens den Soundtrack und die Kameraarbeit.

„You ever heard the story… about the Scorpion and the frog?“

 

 

68_keoma68) Keoma (1976)

Einer der letzten klassischen Italowestern und für mich auch einer der besten. Franco „Django“ Nero spielt das Halbblut Keoma, der als Kind ein Massaker überlebt und vom Farmer William Shannon gefunden und als Sohn aufgenommen wird. Jahrzehnte später kehrt Keoma aus dem Bürgerkrieg zurück und findet seine Heimat in der Hand eines skrupellosen Südstaaten-Offiziers vor, für den auch seine Stiefbrüder arbeiten, die ihn nie akzeptiert haben. „Keoma“ hat für einen Western eine einzigartige Erzählweise, einen zuweilen recht eigenartigen Soundtrack und mit Martin Scorsese und Quentin Tarantino namhafte Fans.

„Die Welt ist schlecht!“

 

 

67) Die Glücksritter (1983)67_glücksritter

„Trading Places“ ist eine Vorzeigekomödie der 80er – einer Zeit, in der Dan Akroyd und Eddie Murphy eigentlich nie etwas falsch gemacht haben. Kennt jeder, mag jeder und wenn nicht, sollte sich das tunlichst ändern.

„Weißt du, die beste Art um reiche Leute zu treffen, ist sie in Arme zu verwandeln.“

 

 

 

14batmanmaskofthephantasmjpg-e324ec_1280w66) Batman – Mask of the Phantasm (1993)

Der beste Film mit dem dunklen Ritter! „Batman und das Phantom“ vereint alles in sich, was die Serie „Batman – The Animated Series“ so großartig macht. Eine dunkle Welt, vielschichtige Charaktere und Themen, die erstaunlich anspruchsvoll für eine im Kinderprogramm laufende Serie sind – all das findet sich in komprimierter Form auch in „Mask Of The Phantasm“. Und Mark Hamill ist der beste Joker!

 „I am vengeance, I am the night, I am Batman!“

 

 

65) Die Hard with a vengeance (1995)66_vengeance

Wenn man diesem Film etwas “vorwerfen“ kann, dann dass Manfred Lehmann damals aufgrund von Dreharbeiten nicht wie üblich Bruce Willis seine Stimme leihen konnte und sein Job von Thomas Danneberg übernommen wurde. Puristen werden auch die deutliche Abkehr von Serientraditionen im Vergleich zu den beiden Vorgängern bemängeln und an sich hätte man diesen Film auch nicht in die „Stirb Langsam“ Reihe integrieren müssen. Die Kombination Bruce Willis/ Samuel L. Jackson gegen Jeremy Irons hätte sicherlich auch so funktioniert. „Stirb Langsam: Jetzt erst recht“ war übrigens mein erster Teil der Reihe, auf die ich durch die „Die Hard Trilogy“ auf der guten alten Playstation aufmerksam wurde.

„Du und dieser Simon versaut mir einen wunderbaren Kater!“

 

 

64_rogue_nation64)  Mission: Impossible – Rogue Nation (2015)

Der letzte mich wirklich begeisternde Bond-Film stammt noch aus der Zeit mit Timothy Dalton, aber die „Mission: Impossible“ Reihe hat sich spätestens seit dem vierten Teil zu einem würdigen Ersatz entwickelt. Aus heutiger Sicht gefällt es mir sogar besser, dass Ethan Hunt keine „Bond-Girls“ hat und damit mehr Zeit für spektakuläre Actionszenen bleibt. Lieblingsszene aus „Rogue Nation“: Das Feilschen um das Leben von Benji Dunn (Simon Pegg).

„Are you sure you’re fine to drive? I mean, a minute ago you were dead!“

 

 

63) Galaxy Quest (1999)galaxy

Was soll ich noch groß über „Galaxy Quest“ sagen, was Patrick Stewart nicht schon viel besser ausgedrückt hat?

I had originally not wanted to see [Galaxy Quest] because I heard that it was making fun of Star Trek and then Jonathan Frakes rang me up and said ‘You must not miss this movie! See it on a Saturday night in a full theatre.’ And I did and of course I found it was brilliant. Brilliant. No one laughed louder or longer in the cinema than I did, but the idea that the ship was saved and all of our heroes in that movie were saved simply by the fact that there were fans who did understand the scientific principles on which the ship worked was absolutely wonderful. And it was both funny and also touching in that it paid tribute to the dedication of these fans.

 

 

62_hot_fuzz62) Hot Fuzz (2007)

Ein Meisterwerk in Sachen Schnitt, Erzähltempo und dem Schreiben von pointierten Dialogen. Jeder Teil der „Blood and Ice Cream Trilogy“ parodiert ein bestimmtes Filmgenre; im Mittelstück waren die Actionfilme dran. Dankenswerterweise verzichtet das Schreiberteam Simon Pegg und Edgar Wright dabei auf billigen Klamauk und kann neben einer guten Choreografie sogar eine nicht unbedingt vorhersehbare Story bieten. Hätte ich so auch nicht mit gerechnet!

„Pack it in, Frank, you silly bastard!“

 

 

61) Dirty Harry (1971)61_dirty_harry

Ein Thriller, wie er nur in den 70ern gedreht werden konnte. Ich habe nie verstanden, warum die Dirty Harry Filme häufig zum Action-Genre gezählt werden. Der erste Teil der fünf Filme umfassenden Reihe ist der vielleicht wichtigste Cop-Film, der je gedreht wurde, und nicht nur stilistisch ein Kind seiner Zeit. Auch inhaltlich spiegelt „Dirty Harry“ die Zerrissenheit der damaligen amerikanischen Gesellschaft wider; angefacht durch den „Miranda-Prozess“ feierten die Liberalen die Stärkung der Bürgerrechte gegenüber der Polizei, während die Konservativen die Entwicklung mit größter Besorgnis beobachteten. Doch auch ohne geschichtlichen Hintergrund ist „Dirty Harry“ ein exzellenter Thriller mit einem wirklich ekelhaften Antagonisten und, klar, einem verdammt coolen Clint Eastwood.

“ I know what you’re thinking. ‚Did he fire six shots or only five‘? Well to tell you the truth, in all this excitement, i kind of lost track myself. But being that this is a .44 Magnum, the most powerful handgun in the world, and would blow your head clean off, you’ve got to ask yourself one question: ‚Do I feel lucky?‘ Well do ya, punk?“

 

 

 

Zu Teil 1

Zu Teil 3

Zu Teil 4

 

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “Jubiläumsspecial: Lieblingsfilme Platz 80-61

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