Filmkritik: Ad Astra

Auf diesen Film habe ich mich sehr gefreut, da ich vor drei Jahren bereits „The Lost City Of Z“ sehr genossen und beinahe in meine Top 5 des Jahres gepackt habe. Nun ist Regisseur James Gray zurück und diesmal in einem Genre, welches mir seit Kindertagen sehr am Herzen liegt: Science-Fiction. Dabei ist mir im Prinzip egal, ob mir wilde Raumschlachten geboten werden oder man einen eher ruhigeren Ton anschlägt. Wie ich es mir gedacht habe, geht Gray eindeutig den zweiten Weg und daher möchte ich euch bitten, dem Trailer nicht zu viel Bedeutung beizumessen. Diese Szenen sind zwar im Film (ist ja auch so eine Seuche geworden heutzutage), aber „Ad Astra“ ist kein Spektakel.

 

 

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Roy McBride ist ein in sich gekehrter, nahezu stoischer Ingenieur, der sich wie sein Vater Clifford der Erkundung des Weltraums verschrieben hat. Als eine vermutlich durch Antimaterie ausgelöste Energiewelle aus den Tiefen des Alls auf dem gesamten Globus zu verheerenden Schäden führt, vermutet die Weltraumbehörde SpaceCom dahinter das vor zwanzig Jahren verschollene „Lima Project“ des legendären Astronauten. Ist er tatsächlich noch am Leben und bedroht nun das gesamte Sonnensystem? SpaceCom wendet sich an Roy, damit er vom Mars aus versucht, seinen Vater per Transmission zu erreichen und herauszufinden, was am Rande unseres Sonnensystems passiert ist. Denn Clifford McBride und seine Mannschaft hatten seinerzeit den Auftrag, vom Neptun aus nach intelligentem Leben außerhalb unseres Sonnensystems zu suchen …

 

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Seht ihr, selbst wenn ich die Story zusammenfasse, klingt sie spektakulärer als sie eigentlich ist. Versteht mich nicht falsch, „As Astra“ hat mir sehr gut gefallen, aber ihr sollt wissen, worauf ihr euch einlasst. Wem beispielsweise Christopher Nolans „Interstellar“ schon zu langsam war, sollte um diesen Trip ins Weltall einen weiten Bogen machen. Denn dort gab es immerhin einige spektakuläre Szenen, die „Ad Astra“ so gesehen fehlen. Euch erwartet ein sehr ruhig inszenierter Film, der mit einem sphärischen Soundtrack, wunderbaren Bildern in der Schwerelosigkeit und vor allem einem grandiosen Hauptdarsteller punktet. Der gesamte Cast ist sehr stark (es war schön, Donald Sutherland mal wieder in einem großen Film zu sehen), ist aber im Endeffekt „nur“ dazu da, den Protagonisten zum nächsten Punkt in der Geschichte zu bringen. Hätte Regisseur James Gray hier eine falsche Entscheidung getroffen, wäre „As Astra“ vermutlich vollkommen in sich zusammengebrochen. Brad Pitt (der wie bei „The Lost City of Z“ auch als Produzent agierte) zeigt hier, warum er auch 2019 noch zur absoluten Oberklasse Hollywoods gehört. Vergleich mal Cliff Booth (seine Rolle im neuen Tarantino) und Roy McBride – komplett unterschiedliche Figuren, die er beide gleichermaßen großartig verkörpert. „Ad Astra“ ist vielleicht keine One-Man-Show, aber nicht allzu weit davon entfernt. O-Ton ist natürlich wie immer Pflicht, obwohl ich mir sicher bin, dass Pitts Stammsprecher Tobias Meister seinen Job ebenfalls wieder hervorragend erledigt hat.

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Die Entwicklung des Mondes in dieser Welt wäre einen eigenen Film wert

 

 

Fazit: Es ist nicht ganz der Sci-Fi Oberkracher geworden, den ich mir gewünscht habe. Aus der Prämisse hätte man noch etwas mehr herausholen können. Aber „Ad Astra“ ist dennoch ein Film, der mich voll abgeholt hat. Für euren Kinobesuch wünsche ich euch übrigens ein genauso ruhiges Publikum, wie ich es hatte.

 

 

 

(All pictures © 20th Century Fox)

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