Retro-Filmkritik: Kinorückblick 1982

Moin Leute, da bin ich mal wieder!

 

Hiermit starte ich eine Art Spin-Off meines Kinojahresrückblicks, den es natürlich auch 2019 geben und der einige schöne Filme beinhalten wird. Allerdings habe ich mittlerweile so viele Filme gesehen und so viele Daten im Kopf, dass mir die Idee kam, auch zu anderen Jahren eine kleine Retrospektive zu schreiben. Das wird nicht chronologisch ablaufen, sondern ich picke mir immer wieder aufs Geratewohl eins heraus und erstelle eine kleine Liste. Den Anfang macht 1982 – das Jahr meiner Geburt.

Disclaimer: Das Ranking in dieser Liste ist (natürlich) rein subjektiv und nimmt keinerlei Rücksicht auf filmhistorische Bedeutung, Einspielergebnis oder wie oft der Autor den Film bereits gesehen hat. Es gibt eine Beschränkung auf fünfzehn Plätze, da dieser Filmnerd hier sich sonst die Finger wundschreiben würde.

„E.T.“ ist nicht dabei; ich habe den Film als Kind schon gehasst, weil ich das Vieh so fies fand.

 

 

 

 

15) The Beastmaster

beastBedingt durch den Erfolg eines Filmes, der eventuell auch noch in dieser Liste vorkommt, kam es zu einer Vielzahl von Kopien von mal mehr, mal weniger guter Qualität. „Beastmaster – Der Befreier“ zählt zu den besseren Nachahmern, was auch an dem vergleichsweisen hohen Budget liegt. Das Barbarenabenteuer unter der Regie von Don Coscarelli („Phantasm/ Das Böse“) ist nicht ganz so blutig und ernst wie viele andere Vertreter des Genres, bietet dafür aber tolle Sets, niedliche Tiere und sehr viel Fantasy. Und nichts gegen Rip Torn als Oberschurke Maax, aber wer hätte nicht gerne den ursprünglich angedachten Klaus Kinski in der Rolle des fiesen Zauberers gesehen?

 

 

14) Friday the 13th Part III

friday„Und wieder ist Freitag der 13.“ hieß es im Jahr 1982, als man zum dritten Mal trink- und kopulationsfreudige Teenager im Camp Crystal Lake von einem „mysteriösen“ Killer dahinmeucheln ließ. Nun ja, heute weiß natürlich jeder Horror-Fan, wer Jason Voorhees ist und warum man sich in seiner Nähe von Alkohol und vorehelichem Sex fernhalten sollte. Das konnte der alte Spießer nämlich noch nie leiden und greift in solchen Fällen schnell mal zu seiner geliebten Machete. Aus heutiger Sicht haben andere Teile den dritten Film der Reihe sicher überflügelt, ein launiger 80er Slasher ist er aber immer noch.

 

Nutzlose Trivia am Rande: Erst in diesem Teil zieht sich Jason die ikonische Eishockeymaske über.

 

13) Death Wish II

death wish2Charles Bronson ist kein Mann, mit dem man sich anlegt. Die Rolle des knallharten Rächers mit Hang zur Selbstjustiz hat ihn, nach Erfolgen in Europa, auch in den USA zu einem wichtigen Bestandteil der Popkultur gemacht und sein Image zementiert. Im zweiten Teil der fünf Filme umfassenden Reihe verschlägt es Paul Kersey (Bronson) nach Los Angeles, wo er eigentlich seinem alten Leben abgeschworen hat. Doch natürlich ist die Idylle nur von kurzer Dauer …

„Glaubst du an Jesus?“ „Ja sicher.“ „Du wirst ihn gleich treffen!“

 

 

12) Mad Max 2: The Road Warrior

mad maxiiTechnisch gesehen kam der Film in Australien bereits Weihnachten 1981, der weltweite Release erfolgte größtenteils erst 1982. Eingeleitet von einem der besten Intros der Filmgeschichte, macht der Film gleich deutlich die Unterschiede zu seinem Vorgänger klar. Die Welt ist mittlerweile untergegangen und marodierende Gangs beherrschen die Straßen, immer auf der Suche nach Nahrung und Treibstoff. Kaum ein Film hat das Bild der Postapokalypse so geprägt wie dieser und die abschließende Verfolgungsjagd galt zurecht lange als unübertrefflich. Bis im Jahr 2015 mit „Fury Road“ der brillante vierte Teil der Reihe erschien und quasi wie das Ende dieses Films auf Steroiden wirkte. Trotzdem ist auch „The Road Warrior“ ein wichtiges Stück Geschichte des Actionkinos und hat „Fury Road“ etwas voraus; bei aller Liebe für den stets guten Tom Hardy, aber Mel Gibson ist einfach der Charismatischere der beiden und hätte auch im höheren Alter gut funktioniert.

 

11) 48 Hrs.

48Eddie Murphy in seinem ersten Film und ihm gelang ein Debüt nach Maß. Viel schiefgehen konnte aber ohnehin nicht, wenn man ihm mit Nick Nolte einen Veteranen an die Seite stellt und den Action- und Krimispezialisten Walter Hill auf den Regiestuhl setzt. „Nur 48 Stunden“ ist heute vielleicht nicht der erste Film, den man mit Eddie Murphy in Verbindung bringt, aber immer noch einer seiner besten.

 

 

 

 

10) Creepshow

creepshow_ver1Zu diesem Film habe ich bereits etwas geschrieben. Herrlicher 80er Horror mit einem gehörigen Augenzwinkern.

 

 

 

 

 

 

9) Blade Runner

bladerunnerIkonisch, genreprägend, wunderschön … und ein Flop an der Kinokasse. „Blade Runner“ bot 1982 kaum etwas, was man damals von Science-Fiction erwartete. Weder gab es gigantische Raumschlachten oder coole Waffen noch fantastische Kreaturen. Stattdessen erschuf Ridley Scott eine Art futuristischen Film Noir und lässt Detektiv Deckard (Harrison Ford) die sogenannten Replikanten jagen – künstlich erschaffene Humanoide mit einer begrenzten Lebensdauer, die sich den Menschen nicht mehr unterordnen wollen. Deckards Jagd durch einen vom Dauerregen durchtränkten Stadtmoloch hätte das Potential zu rasanten Actionszenen geboten, aber Ridley Scott entschied sich für ein deutlich ruhigeres Erzähltempo. Daran wird nicht jeder Gefallen finden, wer sich aber darauf einlässt, wird schnell von diesem Film gefangen genommen werden. Absolute Empfehlung an dieser Stelle auch nochmal für die Fortsetzung „Blade Runner 2049“ (2017).

 

 

8) The Last Unicorn

uniIm Gegensatz zu Deadpool finde ich Einhörner unfassbar öde. Das hat aber nie verhindert, dass dieser Film jedes Mal eine ganz eigene Faszination auf mich ausübt. Liegt es an der für einen Kinderfilm vergleichsweise düsteren Welt? Der allgegenwärtigen Melancholie? Oder an der auf wunderschöne Weise kitschigen Musik der Band America? Wahrscheinlich spielt alles davon eine Rolle und noch so viel mehr. Der Zeichenstil ist gewöhnungsbedürftig und Einhörner sind … nun ja, Einhörner, aber dennoch halte ich „Das letzte Einhorn“ für zeitlos.

 

Nutzlose Trivia am Rande: Christopher Lee spricht den König Haggard nicht nur im Original, sondern auch im deutschen. Und das gar nicht mal so schlecht!

 

 

7) Rocky III

rockyiiiOh yeah! Hier hielt die Attitüde der 80er Einzug in die Rocky-Reihe. Zwar gibt es noch leichte Anleihen an die Anfänge als Sportdrama, aber „Im Auge des Tigers“ hat eindeutig mehr Testosteron zu bieten als die beiden Vorgänger. Rocky (Stallone) darf sich hier mit gleich zwei popkulturellen Ikonen der 80er duellieren; erst bittet „The Ultimate Male“ Thunderlips zum Tanz und danach geht es gegen den herrlich eindimensionalen „Clubber“ Lang, gespielt jeweils von Hulk Hogan und Mister T. Dazwischen gibt es selbstverständlich Trainingsmontagen, kernige Männerfreundschaften, Boxschläge, deren Treffer wie die Einschläge von Kanonenkugeln klingen und mit „Eye of the Tiger“ einer DER Filmsongs der 80er.

Nutzlose Trivia am Rande: Laut eigener Aussage war es auch dieser Film, der den Gründer der WWF (heute WWE) Vince McMahon dazu bewog, es einmal mit diesem Terry Bollea als neuem Zugpferd seiner Company zu versuchen. Heute ist Hulk Hogan immer noch der wohl bekannteste Wrestler der Welt …

 

 

6) Herrscher der Zeit

herscher der zeit11.2.2014: Nach der Spätvorstellung im Münsteraner Kino sowie einem gemütlichen ca. 60min Spaziergang erreiche ich meine Wohnung und mache den üblichen „digitalen Rundgang“. Der Kanal Sexy Cripples (betrieben vom ehemaligen Game One Mitarbeiter Wolf Speer und seiner Frau Kim) hat ein neues Video mit dem Titel „Fürchterliche Freunde“ hochgeladen. Verwundert klicke ich es an und bin die nächste knappe halbe Stunde vollkommen fasziniert. Wolf hat da eine Sendung ausgegraben, die auch ich als kleiner Junge verfolgt und seitdem vollkommen vergessen hatte. Nur Fragmente der einzelnen Zeichentrickfilme geisterten mir mein Leben lang im Kopf herum, aber zuordnen vermochte ich die teilweise äußerst bizarren Bilder nie. „Herrscher der Zeit“ ist ein Film, von dem in jeder der sechs Folgen der Sendung ein Teil gezeigt wurde. Ein komplexes und für Kinder zuweilen auch leicht verstörendes Abenteuer um einen kleinen Jungen und die Crew eines Raumschiffs, die ihn von einem verlassenen Planeten zu retten versucht. Denn dort sind Flora und Fauna tödlich … der Auftritt der Wespen, die Schlingpflanzen und die Stadt der Engel sind Traumata meiner Kindheit.

 

 

5) The Secret of NIMH

nimhEin weiterer Zeichentrickfilm, der einer Menge Kinder Angst einjagte, sie aber doch mit einigen lustigen Szenen, einer spannenden Geschichte und einer tollen Hauptfigur an den Bildschirm fesselte. Zu einzigartig ist Don Bluths Meisterwerk, um es nicht zu lieben … auch wenn Mama oder Papa vielleicht doch zwischendurch mal die Hand halten mussten, wenn die tapfere Maus Mrs. Brisby auszieht, um ihren kranken Sohn zu retten und dabei allerlei Wald- und Wiesenbewohner trifft. Wer den Film zuletzt als Kind gesehen hat, sollte auch heute mal ein Auge riskieren. Die zweite Ebene hinter dem Geheimnis von NIMH erschloss sich mir beispielsweise erst in späteren Jahren. Ein wunderbar gezeichneter, magischer Film, von dessen unterirdischer Fortsetzung man weiten Abstand halten sollte.

 

 

4) First Blood

ramboDer hierzulande als „Rambo“ erschienene Film verwirrt bis heute Zuschauer, die eine brutale Ballerorgie erwarten und einen Actionfilm mit Tiefgang bekommen. John Rambo ist hier noch nicht die brutale Killermaschine, die im Alleingang jede Übermacht auseinandernimmt. Wir sehen ihn in „First Blood“ als verbitterten Vietnamsoldaten, der von seinen Erinnerungen geplagt wird und keinen Platz in unserer Gesellschaft findet. Als er von einem sadistischen Sheriff physisch wie psychisch gedemütigt wird, brennen ihm die Sicherungen durch – Rambo flüchtet in die Berge und wehrt sich mit seinen alten Taktiken gegen seine Verfolger. In die Ecke gedrängt, sieht er keinen anderen Ausweg, damit man ihn endlich in Frieden lässt. Denn auch das überrascht angesichts der weiteren Filme der Reihe: Der Bodycount ist quasi nicht existent! Ebenfalls erwähnenswert: Das Ende, wo Stallone nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal beweist, dass er ein guter Schauspieler ist.

 

 

Top 3

 

3) Star Trek II: The Wrath of Khan

startrekkhanNach dem mehr als seltsamen Kinodebüt besann sich Star Trek wieder auf seine Stärken und schenkte uns einen seiner besten Antagonisten – Khan Noonien Singh, gespielt vom charismatischen Ricardo Montalbán, ist nach seinem TOS Auftritt zurück und schwört Captain Kirk blutige Rache. Dafür bringt er eine experimentelle Technik an sich, die er als Waffe einzusetzen gedenkt, sollte Kirk sich ihm nicht stellen. Star Trek-typisch wird mehr Wert auf Charakterentwicklung als auf spektakuläre Raumkämpfe gelegt, die es bei Skywalker und Co. ohnehin besser zu sehen gab. Das Finale hier erinnert eher an „Das Boot“ und kulminiert in einer der ergreifendsten Szenen, die je auf der Enterprise stattgefunden haben. Für viele der beste Star Trek Film und das nicht zu Unrecht.

„Ich speie meinen letzten Atem auf dich, Kirk!“

 

 

 

2) John Carpenter’s The Thing

thingSo, meine Damen und Herren, so muss ein Remake aussehen! Carpenter nahm sich eine Romanverfilmung aus den 50ern und machte daraus einen der besten Horrorfilme überhaupt. Angesichts der auch heute noch unglaublich gutaussehenden Effekte wird „Das Ding aus einer anderen Welt“ gerne mal nur darauf reduziert. Was dabei aber schnell vergessen wird, ist die beklemmende Stimmung innerhalb der Antarktisstation, wenn die Männer langsam realisieren, dass der außerirdische Organismus jeden von ihnen übernommen haben könnte. Und außerdem: Kurt Russell! Muss man mehr sagen? Außer vielleicht … Defibrillator?!

 

 

 

 

„What is best in life?“

Conan-Der-Barbar

 

1) Conan The Barbarian

Als Kind Zeuge und einziger Überlebender des Massakers an seinem Dorf, aufgewachsen in entwürdigender Sklavenarbeit am Rad des Schmerzes und geformt in unzähligen Gladiatorenkämpfen, treibt Conan nur eines an – Rache an Thulsa Doom! Als er endlich seine Freiheit erlangt, können ihn seine neuen Freunde Subotai und Valeria fast davon überzeugen, von seinem selbstmörderischen Rachefeldzug abzusehen. Doch Conan nimmt die Suche nach Thulsa Dooms Schlangenkult wieder auf …

„Conan, der Barbar“ hat Maßstäbe gesetzt und eine unüberschaubare Zahl von Nachahmern nach sich gezogen. Und sie alle haben eines gemein; kein einziger davon kann es mit dem Original aufnehmen. John Milius hat 1982 einen der besten Fantasyfilme aller Zeiten erschaffen, der bis heute in Sachen Ausstattung, Sets und Atmosphäre nur selten erreicht wurde … vielleicht sogar noch nie! Natürlich ist Arnold Schwarzenegger nie der beste Schauspieler gewesen, aber in diese Rolle passt er genauso gut wie in die des Terminators. Unterstützt wird er in den Nebenrollen von Legenden wie James Earl Jones oder Max von Sydow und auch seine Mitstreiter machen keine schlechte Figur. Endgültig in den Filmolymp gehoben wird „Conan The Barbarian“ durch den zweiten Hauptdarsteller in Form des Soundtracks von Basil Poledouris. Die Musik ist in meinen Augen bzw. Ohren der beste (!) OST überhaupt und übernimmt eine sehr wichtige narrative Rolle. Mein Lieblingsfilm aus meinem Geburtsjahr!

 

„To crush your enemies, see them driven before you, and to hear the lamentations of their women!“

 

 

 

 

 

 

(© in order of appearance: Leisure Investment Company, Paramount Pictures, Cannon Films, Kennedy Miller Productions, Laurel Entertainment Inc., Warner Bros, Rankin/Bass Productions, United Artists, Télécip, Don Bluth Productions, Anabasis N.V., Universal Pictures)

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3 Gedanken zu “Retro-Filmkritik: Kinorückblick 1982

  1. Oha sehr schöne Liste, bei der mir mal wieder klar wird wie groß meine Filmlücken in den 80ern sind.
    Mad Max 2, Das Ding und Balde Runner wären bei mir sicher auch drauf. Conan habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Da ich aber wahrscheinlich keine 10 Filme aus diesem Jahr gesehen habe, würde ich ihn wahrscheinlich auch auf die Liste packen.

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    1. Ich habe ein paar mehr gesehen, aber die hinteren Plätze waren auch mehr dafür da, um die Liste vollzukriegen. Natürlich gibt es noch Filme wie „Ghandi“, den ich jedem empfehlen würde, aber mir hat da das einmalige Angucken gereicht. Künstlerisch ist der aber natürlich so etwas wie „Beastmaster“ vorzuziehen. 😀

      Gefällt 1 Person

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