Gedanken zu GoT 8×05 „The Bells“

Ach Leute, eigentlich habe ich keine Lust mehr. Und dabei ist „The Bells“ eine der besseren Folgen der achten Season gewesen. Noch dazu passieren etliche wichtige Dinge – drei meiner absoluten Lieblingsfiguren segnen das Zeitliche, es gab großartig gespielte Szenen, Daenerys wird zu dem, was ich schon lange in ihr gesehen habe und die gesamte Präsentation stellt etliche Hollywood Produktionen locker in den Schatten. Und dennoch … es lässt mich erschreckend kalt. Aber ich bringe diese Rückblicke zu einem Ende und tue es nicht so halbherzig, wie gewisse Verantwortliche bei gewissen Serien.

 

 

 

Abschied von meinen letzten drei Favoriten

 

Ich hatte während der gesamten Laufzeit der Serie mehrere Lieblingsfiguren, die für mich jede Szene bereichert haben. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass ich mit ihren Taten einverstanden war, möchte ich noch dringend anmerken. Dies waren Tywin Lannister, Ned Stark, Margaery Tyrell, Lady Olenna, Petyr Baelish, Catelyn Stark und Stannis Baratheon. (Arya und Tyrion sind leider durch die letzten Staffeln stark in meiner Gunst gesunken.) Wen betrauere ich nun? Zum ersten natürlich Lord Varys, wo schon letzte Woche meine Alarmglocken hätten schrillen müssen. Hoffentlich hat er doch noch ein paar seiner Briefe verschicken können, sonst wäre er einen ähnlich unterwältigenden Tod gestorben wie Littlefinger. Aber Respekt, so ruhig muss man erstmal bleiben, wenn man lebendig verbrannt wird!

Als nächstes ein kleiner Toast auf Sandor Clegane, der seinen erwartbaren Tod im „Cleganebowl“ findet. Der, und das wundert mich selbst am meisten, mir erstaunlich gut gefallen hat, obwohl ich ihn eigentlich gar nicht sehen wollte. Es wäre eben nur schön gewesen, wenn der Hound nicht plötzlich so dringend seinen Bruder töten wollen würde, nachdem er es Staffeln lang gar nicht erwähnt hat. Wozu hat der Lord of Light ihm eigentlich diese Vision in 7×01 geschickt? Aber sonst macht dieser Typ ja zum Glück nicht solch einen Blödsinn. Ist ja nicht so, als würde er jemanden von den Toten zurückholen, der dann im Endeffekt rein gar nichts mit dem Sieg über das ewige Eis zu tun hatte. Wo ist der Winter eigentlich hin? Hat es in King’s Landing nicht sogar geschneit? Ach, ich denke bestimmt wieder zuviel nach. Wobei … einen habe ich noch. Warum hat der Mountain auf einmal doch einen eigenen Willen, nachdem er bei seinem letzten Treffen mit seinem kleinen Bruder (7×07) noch perfekt abrufbar war? Ach, auch egal. Ruhe in Frieden, Sandor. Tolle Szene mit Arya übrigens und das meine ich nicht einmal ironisch.

Und welcher Tod bleibt noch übrig? Eigentlich sind es zwei. Zum einen Jamie Lannister und zum anderen seine Charakterentwicklung. Er wollte wirklich nur zurück zu seiner Schwester/Geliebten und mit ihr den Tod finden. Alle anderen sind ihm egal. Ist ja nicht so, als hätte er mal seine Ehre und seinen Ruf geopfert, um eben jene Stadt zu retten, die nun über den Köpfen der Lannister Zwillinge zusammenbricht und Oberbösewicht Cersei einen etwas blassen Tod beschert. Aber Lena Headey … meine Güte, was für eine Schauspielerin! Aus ihrem wenigen Material hat sie mal wieder das Optimum herausgeholt. Gleiches gilt übrigens für Peter Dinklage, der ebenfalls endlich mal wieder eine großartige Szene hatte, als Tyrion sich von seinem Bruder verabschiedet. Kennt ihr übrigens dieses Monty Python/GoT Crossover? Grandios!

 

 

 

For whom the bell tolls

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Respekt, dass man an die Wildfire Reserven des Mad King gedacht hat

Nein, ich mochte Daenerys nie! Außerhalb von Westeros fand ich ihre Story immer fad, da sie ohnehin niemals sterben und weiterhin alles erobern würde. Und in Westeros selbst habe ich Leuten wie Jon Snow oder Tyrion nie abgekauft, warum sie in ihr die große Erlöserin sehen. Emilia Clarkes manchmal bizarres Schauspiel trug da noch dementsprechend bei. ABER: Eigentlich ist ihre Entwicklung konsequent vorangetrieben und gerade in dieser Season (theoretisch!) glaubhaft umgesetzt worden. Sie hat ihren Bruder geopfert, weil sie die Krone als ihr Geburtsrecht ansieht. Als Mhysa wurde sie vom gemeinen Volk geliebt und als sie endlich in Westeros ankommt, regiert dort eine Königin, die alle hassen und kurz vorher quasi den Papst und etliche Unschuldige hingerichtet hat. Sie lässt sich aber zunächst dazu überreden, einen fremden Krieg zu schlagen, verliert Vertraute und Kinder und muss schlussendlich sogar erkennen, dass ihr eigentlicher Geliebter nicht nur ihr Verwandter ist, sondern sogar über ihr in der Thronfolge steht. Da kann man schon mal zu Kurzschlusshandlungen neigen.

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Aber wie bringen D&D das rüberbringen, fand ich geradezu lachhaft. Streicht das, als Kurschlusshandlung kann man dieses Massaker nicht bezeichnen. Ja, Dany war niemals zimperlich, wenn es ums Hinrichten geht. Aber diese Figur einen sich ergebenden Gegner niedermetzeln und gezielt Frauen und Kinder lebendig verbrennen zu lassen (siehe Szene kurz vor Schluss mit Arya), ist purer Schwachsinn. Wenn die Glocken läuten und Dany sich gerade noch zurückhält, aber durch einen hinterhältigen Angriff Cerseis (ein letzter Scorpion trifft Drogon … oder tötet Reagal erst hier, dann hat man die dämliche Szene letzte Woche auch nicht) rastet sie aus … das hätte ich gekauft. Aber so wie sie es mir nun präsentieren, fasse ich mir nur noch an den Kopf. Und bedauere die Eltern, die ihre Töchter „Kahleesi“ genannt haben.

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Ausblick

 

Ist mir egal. Jon wird Dany töten und danach entweder widerwillig König werden oder in den Norden gehen. Wer dann den Thron übernimmt? Keine Ahnung? Tyrion? Gendry? Oder der überaus charismatische Bran? Von mir aus auch Hot Pie, dann ist das Bankett zumindest gut.

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