Filmkritik: Review Potpourri II

Who Framed Roger Rabbit/ Falsches Spiel mit Roger Rabbit (1988)

 

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© Touchstone Pictures

Ein Film, den ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen, damals aber aufrichtig geliebt habe. Ich will gar nicht wissen, wie aufwendig es war, Disneyfiguren und die Looney Toons (oder sagt man „die Loones Tunes“, wie die Sendung selber hieß?) in einen Film zu bringen. Ist der Film gut gealtert? Nun, wenn man mit einigen holprigen Momenten in der Tricktechnik leben kann, ist es immer noch ein tolles Abenteuer für die ganze Familie. Roger selbst finde ich heutzutage zwar etwas anstrengend, aber dafür liebe ich Christopher Lloyd, der offensichtlich riesige Freude an seiner Rolle als Bösewicht hatte.

 

 

 

Way Out West/ Zwei ritten nach Texas (1937)

 

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© Hal Roach Studios

Für mich sind Laurel und Hardy zusammen mit Bud Spencer und Terence Hill das beste Filmduo, das es jemals gegeben hat. Warum? Andere Duos haben doch künstlerisch anspruchsvolle Werke geschaffen?! Sicherlich, aber sind die auch zeitlos? Stan und Ollie begeistern seit 1927 (!) Zuschauer aller Generationen und das hier ist mein zweitliebster Film aus ihrem Schaffen. „Sons Of The Desert/ Die Wüstensöhne“ ist natürlich nicht zu übertreffen, aber jeder mit einem Funken Humor im Leib muss Szenen wie Stan beim Essen eines Huts, den Tanz vor dem Saloon und natürlich das Lied „Trail Of The Lonesome Pine“ kennen. Wenn Stan da plötzlich mit anderen Stimmen singt, zerlegt es mich jedes Mal aufs Neue. Laurel und Hardy selbst bezeichneten „Way Out West“ später übrigens als ihren Lieblingsfilm.

 

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Lola: „Erzählen sie mir von meinem lieben Vater. Ist es denn wirklich wahr, dass er tot ist?“ Stan: „Das wollen wir hoffen, sie haben ihn ja begraben.“ (© Hal Roach Studios)

 

 

 

Speed (1994)

 

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© 20th Century Fox

Man vergisst es in seiner testosteronverklärten Romantisierung der 80er manchmal, aber auch die 90er hatten tolle Actionfilme zu bieten. „Speed“ ist einer davon und meiner Meinung nach sogar eines der Vorzeigewerke dieser Zeit. Hier gibt es eigentlich alles, was das Actionherz begehrt. Eine spannende Prämisse, eine gute Hauptfigur, mit Sandra Bullock einen soliden weiblichen Gegenpart und natürlich den herrlich fiesen Bösewicht gespielt von Dennis Hopper. Auch diesen Film hatte ich ewig nicht mehr gesehen und kann ihm nun attestieren, sehr gut gealtert zu sein. Legt ihn doch einfach mal wieder ein und erfreut euch an „Der Bus, der nicht langsamer werden durfte“. Als zweiten Film empfehle ich übrigens „Billy und die Klonosaurier“.

 

 

 

In The Heart Of The Sea/ Im Herzen der See (2015)

 

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© Warner Bros

Eine Verfilmung der „wahren” Geschichte hinter Moby Dick. Der junge Schriftsteller Herman Melville lässt sich von Thomas Nickerson (wie immer brillant: Brendan Gleeson) von seiner Zeit auf dem Walfänger Essex berichten. Ein Großteil des Films spielt in der Rückblende in die Zeit, als Nickerson noch ein junger Bursche (Tom „Spider-Man“ Holland) war. An Bord des besagten Walfängers stehen der unerfahrene Kapitän und der altgediente Obermaat (Chris Hemsworth) in einem steten Konflikt, der allerdings schnell an Bedeutung verliert, als die Essex vom einem gigantischen Wal gerammt wird und die Männer alles tun müssen, um mitten auf dem Meer zu überleben. „In The Heart Of The Sea“ ist ein weiterer toller Film von Ron Howard, der vor allem durch gutes Schauspiel und die bedrückende Atmosphäre besticht. Leichte Abstriche gibt es für die nicht immer überzeugende CGI in den Wal-Szenen, aber das ist zu vernachlässigen.

 

 

 

Yurusarezaru mono/ The Unforgiven (2013)

 

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© Nikkatsu/ Warner Bros

Ein Remake von einem meiner Top 5 Lieblingsfilme – „Unforgiven/ Erbarmunglos“ (1992) mit Clint Eastwood. Hier wird die Handlung ins Japan der Meiji-Zeit verlegt und Hauptdarsteller Ken Watanabe ist natürlich kein Cowboy, sondern ein ehemaliger Samurai. Ich hatte nie erwartet, dass man das Original toppen kann, aber „The Unforgiven“ kommt wirklich verdammt dich an das Vorbild heran. Es hilft „westlichen Augen“ sicher, dass wir Ken Watanabe auch außerhalb seiner Heimat schon oft in Filmen gesehen haben und er über eine ganz eigene Leinwandpräsenz verfügt. Im Endeffekt gefällt mir Eastwood als eigentlich geläuterter Killer und Regisseur besser, wer aber das östliche Setting bevorzugt, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt. Und Fans des Originals sowieso, denn hier wurden sich einige interessante Freiheiten erlaubt.

 

 

 

Jane Got a Gun (2015)

 

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© 1821 Pictures

Erstmals habe ich den Film in der Sneak gesehen und wahrscheinlich haben die nicht vorhandenen Erwartungen geholfen. Ich finde „Jane Got a Gun“ nämlich längst nicht so schlecht, wie er gerne mal gemacht wird. Man merkt ihm die etwas konfuse Entstehungsgeschichte an, das ist korrekt. Ebenso driftet die Geschichte manchmal ein wenig ins Kitschige ab, was sich der Film in meinem Augen aber auch durch eine gut geschriebene Geschichte verdient. Sie hat ein, zwei nette Wendungen und verzichtet dankenswerterweise auf das Klischee, Jane von einem Moment auf den anderen zu einem versierten Revolverheldin zu machen, die reihenweise ihre Widersacher abknallt. Natalie Portman bekommt etwas mehr zu tun und meistert dies auch gewohnt souverän, unterstützt von Joel Edgerton und dem natürlich wie immer sehenswerten Ewan McGregor. Kein Klassiker, aber Fans des Genres können mal ein Auge riskieren.

 

 

 

Galaxy Quest (1999)

 

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© Dreamworks

Einer der besten Star Trek Filme, der eigentlich gar keiner ist. Gleichzeitig Parodie wie Hommage ist „Galaxy Quest“ wohl vor allem für Star Trek Fans ein wahres Fest und wirkt aus heutiger Sicht ein wenig wie ein Pilotfilm zu „The Orville“. Und was mir auch noch so gut gefällt, ist dass hier noch eine gewisse Unbeschwertheit zu spüren ist, die Hollywood irgendwann in den 2000ern verloren hat. Wenn der nächste verregnete Sonntag kommt, gönnt euch doch mal wieder einen Flug auf der NSEA-PROTECTOR.

 

 

 

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Wenn sogar mein Captain das sagt …

 

 

 

How to Train Your Dragon: The Hidden World / Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (2019)

 

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© Dreamworks

Mit der neuen Affen-Trilogie wohl DIE Überraschung der letzten Jahre für mich, was nicht vorhandene Erwartungen angeht. Der erste Teil war für mich der erste Film von Dreamworks seit „Shrek 2“, der mir wieder richtig gut gefallen hat. Aus heutiger Sicht gefallen mir die Abenteuer von Hiccup und Toothless sogar besser, weil sie einfach eine tolle Geschichte erzählen und eine lebendige Welt erschaffen haben, die sich nicht größtenteils aus Verweisen auf bereits Bekanntes zusammensetzt. (Ich liebe die ersten beiden Filme mit dem Oger aber immer noch, nicht falsch verstehen!) Vor wenigen Wochen konnte ich endlich den dritten und abschließenden Teil der Drachen-Saga sehen und war wiedermal sehr begeistert. Positiv hervorheben möchte ich, dass sich mit dem Alter der Figuren auch der Ton geändert hat. Ich glaube, Daniel Schröckert von den Rocket Beans war es, der über diesen Film sagte: „Die Grundaussage ist, dass es okay ist, wenn Dinge auch mal enden und ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.“ Dem möchte ich mich ohne weitere Worte anschließen.

 

 

Moonraker (1979)

 

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© Eon Productions

Roger Moore ist mein Lieblingsbond! So, ich habe es gesagt und stehe dazu. Mit ihm verbinde ich einfach die schönsten Erinnerungen, beispielsweise wie ich diese Filme bereits als kleiner Junge mit meinem Vater gesehen habe. Sean Connery fand und finde ich (natürlich) verdammt cool, aber ich mag einfach diesen Witz, den Moore in die Rolle brachte. „Moonraker“ ist natürlich keinesfalls sein bester Bond, aber wohl sein witzigster. Hier wird der Wahnsinn einfach mal im Minutentakt rausgefeuert. Denn natürlich überlebt der Beißer einen Sturz ohne Fallschirm aus einem Flugzeug und in ein Zirkuszelt! Natürlich ist der Plan von Bösewicht Drax selbst für einen Bondfilm ziemlich übertrieben! Und natürlich sind sämtliche Frauen in seiner Umgebung bildhübsch und tragen mit Vorliebe knappe Kleidung! Dafür gibt es mit Holly Goodhead (diese Namen …) immerhin das wohl erste Bond-Girl, das 007 Paroli bietet. Und nein, diese Raumschlacht am Ende ist überhaupt kein offensichtlicher Versuch, am Erfolg des zwei Jahre zuvor erschienenen „Star Wars“ mitzuverdienen.

 

 

Avengers: Endgame (2019)

 

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© Marvel Studios

Warum „nur“ in so einem Text? Das hat zwei Gründe: Zum einen habe ich mit meinen Game of Thrones Rückblicken schon eine derzeit sehr populäre Sache der Popkultur abgedeckt und zum zweiten … Leute, mal Hand aufs Herz: Braucht ihr wirklich NOCH ein ausführliches Review zu „Avengers: Endgame“? Dachte ich mir, das Netz ist schließlich voll davon. Meine Superhelden-Übersättigung hatte sich glücklicherweise passend zum großartigen „Infinity War“ wieder gelegt und ich konnte nun auch das vorläufige Finale des MCU komplett genießen. Komplett? Nein, einige Storyentscheidungen in „Endgame“ fand ich seltsam und zwei Charaktere hat man in meinen Augen leider ziemlich vergeigt. ABER: Es ist trotzdem ein grandioser Abschluss eines unfassbar gut geplanten Projekts geworden, hat erstaunlich viel Mut zu ruhigen Szenen und bietet so viele Gänsehautmomente, wie sie manche Franchises in all ihren Filmen nicht hinbekommen. Chapeau an alle Beteiligten und lasst die Sache nun ruhig erstmal ein wenig wirken.

 

 

Zum ersten Teil des Potpourris geht es hier lang.

4 Gedanken zu “Filmkritik: Review Potpourri II

  1. Man sagt tatsächlich „Looney Tunes“, denn so heißt die Gruppe. Das Problem diese und Disneycharaktere in einen Film zu bringen, hat man nebenbei dadurch gelöst, dass beide Gruppen exakt gleich viel Screentime haben. Deshalb sind sie auch so gut wie immer gemeinsam zu sehen (Bugs/Mickey; Donald/Duffy). Das ging von WB aus. Disney war Mitproduzent und WB befürchtete, dass dadurch ihre „Stars“ in den Hintergrund rücken würden, also stellten sie sie nur unter dieser Bedingung zu Verfügung.

    Gefällt 1 Person

      1. Als immer noch großer Looney Tunes Fan weiß ich solchen Kram. Sonst kann ich mir zwar nix merken, aber was will man machen.
        Jetzt habe ich Bock, den Streifen auch mal wieder zu gucken.

        Gefällt 1 Person

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