Gedanken zu GoT 8×02 „A Knight Of The Seven Kingdoms“

Die Ruhe vor dem Sturm

 

Besser kann man die Folge „A Knight Of The Seven Kingdoms” nicht beschreiben. Erstmals seit „The Watchers On The Wall“ (4×09) wechseln wir nicht einmal den Schauplatz. (Falls ich mich irre, korrigiert mich gerne.) Das macht zum jetzigen Zeitpunkt auch durchaus Sinn, denn das Schicksal von Westeros entscheidet sich im Norden. Darüber hinaus interessiert mich King’s Landing derzeit auch nicht wirklich, aber das nur nebenbei erwähnt. Ich möchte einfach mal mit dem Fazit anfangen und dann auf einzelne Szenen eingehen. Episode 8×02 hat mich größtenteils vollkommen kalt gelassen und das liegt weder am langsamen Erzähltempo noch an der nicht vorhandenen Action. Im Gegenteil, Game of Thrones hat für mich immer am meisten in den ruhigen Momenten geglänzt, wenn gut geschriebene Figuren mit starken Dialogen geglänzt haben. Mit diesem „Unterbau“ waren die brenzligen, im Laufe der Serie immer großartiger in Szene gesetzten Schlachten dann auch dementsprechend nervenaufreibend. Und da liegt der Hase im Pfeffer, – hoffentlich hattet ihr schöne Ostern – denn ich bin emotional nicht mehr so involviert, wie ich es mal gewesen bin. Was habe ich einst Theorien gesponnen, um Figuren gebangt und andere gehasst! Und nun, kurz vor einem potentiellen Massensterben an Lieblingscharakteren, blicke ich der nächsten Folge erstaunlich gelassen entgegen. Denn wir werden uns von einigen Figuren verabschieden müssen, das sollte uns allen klar sein. Leider haben es die im Vergleich zu alten Staffeln schwachen Drehbücher geschafft, dass ich kaum Angst davor habe.

Will ich also nur meckern und die „Früher war alles besser“-Keule schwingen? Nein, dann würde ich diese Texte nicht schreiben. Das Internet ist voll von pseudolustigen Verrissen und auch ich kann mich nicht davon freisprechen, häufig über die Stränge geschlagen zu haben (Da kommt mir doch die Idee eines „Worst of …“). Mir liegt GoT immer noch am Herzen und wenn die Macher die Serie zu einem soliden Ende bringen, bin ich vollends zufrieden. Dafür hat sie mir einfach zu viel Freude bereitet. Und wer weiß? Vielleicht schreibe ich in den nächsten Wochen ja eine Jubelkritik nach der anderen.

 

 

 

Jaime, die „Wild Card“

 

Der ältere Lannister Bruder wird noch sehr wichtig, das sage ich euch. Er ist nicht nur nach Winterfell gekommen, um Brienne ihre vollkommen verdiente Ritterswürde zu verleihen und dann in ihren Diensten zu sterben. Denn wie immer wenn er nicht an Cerseis Rockzipfel hängt, ist Jaime Lannister eine der interessantesten und vielschichtigsten Figuren der gesamten Serie. Habt immer im Hinterkopf, als was für ein Charakter er angefangen hat und wo er nun steht. Und ja, das ist trotz meiner Kritik an den Drehbüchern alles vollkommen logisch passiert. Er hat noch eine Rolle zu spielen und ich freue mich darauf. Mit ihm hat mir ja sogar „Dr. Branhattan“ mal wieder ein wenig gefallen. Und der Plan mit ihm als Köder ist spannend, kann aber eigentlich nur nach hinten losgehen.

Emotionales Highlight der Folge war natürlich die Szene, die ihr ihren Namen verliehen hat. Was als Trinkrunde begann, endet mit der höchsten Ehre für Brienne of Tarth. Ich mag die Chemie zwischen ihr und Jaime unheimlich gerne und das meine ich nicht auf romantischer Ebene. Die beiden respektieren sich und wenn da mehr draus werden sollte … meinetwegen, aber bitte erst im Epilog der Serie. Ich habe keine Lust auf einen erzwungenen Konflikt mit Tormond, dessen Faszination für „the big woman“ am Anfang ja noch ganz niedlich war, mittlerweile aber nur noch nervt, weil es einfach billigster Fanservice ist. Aber die Liebesgeschichten sind ohnehin nicht das Highlight dieser Episode …

 

bild

 

Love is (sort of) in the air

 

Tormond schwärmt für Brienne? Abgehakt. Zwischen Jaime und ihr ist vielleicht auch irgendwas? Ebenfalls einen Haken drunter. Was bleibt noch? Grey Worm und Missandei, zwei Figuren mit der Tiefe eines Suppentellers und einer Romanze mit der Leidenschaft eines Versicherungsabschlusses, verabschieden sich voneinander. Vorher werden noch Reisepläne geschmiedet. Ach, watt schön! Was soll da noch schiefgehen? (MUHAHAHA!)

Dann haben wir noch DIE Szene neben der von Brienne: Arya setzt ihre ganze Verführkunst bei Gendry ein. Das habe ich Maisie Williams schon bei Doctor Who nicht abgenommen und tue es hier auch nicht. Wobei es hier sicherlich vor allem an der Art liegt, wie Arya und diese Szene geschrieben sind. Ich habe ja schon letztes Mal erwähnt, wie tief diese Figur in meiner Gunst gefallen ist. Auch diese Woche durfte sie erstmal zeigen, wie cool badass sie nun ist und wird uns nächste Woche sicher auch mit tollen Moves mit ihrer neuen Megawaffe „erfreuen“. Es ist übrigens nicht so, dass ich den Gedankengang nicht verstehen kann. Man sieht dem Tod und vielleicht dem Ende der Welt ins Auge; wer würde da nicht gerne nochmal zumindest kurz etwas Spaß haben wollen? Ich würd’s genauso machen. Aber bei Arya kommt es einfach so aus dem Nichts. Ich befürchte, dass es nur da war, damit Gendry nächste Woche über den Jordan geht und wir alle ganz doll traurig sind.

Auf Eis liegt wohl nun erstmal die Liebe zwischen Jon und Daenerys. Ich hätte nie gedacht, dass ich Daenerys öfters lobe, aber so ist es. Ihre Figur ging mir immer wieder auf die Nerven, aber immerhin ist sie konsequent geschrieben. Denn natürlich ist sie nicht begeistert von dieser Eröffnung, auch wenn in ihrer Familie immer untereinander geheiratet wurde. Seit Jahren sieht sie sich als rechtmäßige Königin und nun kann sie kurz vor dem Ziel doch noch alles verlieren. Wobei Jon auf mich nicht wie jemand wirkt, der auf sein Anrecht pochen wird. Allerdings auch nicht wie jemand, der eine Blutsverwandte heiratet. Ausdiskutieren müssen sie es aber ein andermal, denn mit dem Ende der Folge kommen endlich die White Walker vor Winterfell an.

 

 

 

Wer lebt? Wer stirbt?

 

Ich werfe einfach mal Charaktere in den Raum, von denen ich erwarte, dass sie sterben und welche, die es schaffen dürften. Damit meine ich die gesamte Serie und ich erwähne nur größere Namen. Jemand wie Dolorous Edd dürfte z.B. auch nur zum sterben nach Winterfell gekommen sein.

Und nein, ich kenne keine Leaks, falls es welche gibt.

 

Den Tod erwarte ich unter anderem bei:

  • Theon Greyjoy (wird sich für Bran und/oder Sansa opfern und damit seine endgültige Vergebung finden)
  • Jorah Mormont (eventuell sogar zusammen mit Lyanna, aber vielleicht auch bei ihrer oder Daenerys‘ Rettung)
  • Cersei Lannister (sie ist der menschliche „Big Bad“ der Serie und wird nach irgendeiner Teufelei doch endlich ihre Rechnung erhalten)
  • Euron Greyjoy (weil einfach nur ein eindimensionaler Bösewicht ist)
  • Grey Worm (siehe oben)
  • Daenerys Targaryen (ich kann mir nicht vorstellen, dass sie UND Jon das Ganze überleben, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wie das passieren wird)
  • Night King (okay, das ist offensichtlich)

 

 

Relativ sicher dürften sein:

  • Brienne of Tarth (einer der wenigen wirklich rein guten Charaktere)
  • Sansa Stark (wird als „Lady of Winterfell” ihre Heimat wieder aufbauen müssen)
  • Samwell Tarly (der überlebt alles)
  • Tyrion Lannister (wenn er irgendwie durch die Schlacht kommt, wird ihn auch Cersei nicht erwischen)
  • Arya Stark (leider …)

 

 

Extrem unsicher bei ich mir bei Jaime, dem Hound, Tormond, Ser Davos und Jon Snow (ich nenne ihn einfach weiter so); daher erstmal keine Prognose. Ich bin gespannt, ob ich in vier Wochen über diese Liste lachen kann.

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