Subnautica – Eine einzigartige Erfahrung

Subnautica ist ein Spiel, welches ich erst vor kurzem zu schätzen gelernt habe. Dabei ist es ja eigentlich wie für mich gemacht. Denn schon seit frühester Kindheit faszinieren mich die Tiefen des Meeres und gigantische Seemonster fand ich auch schon immer super. Das Spiel von Unknown Worlds Entertainment bietet beides und noch so viel mehr. Es hebt sich angenehm von der derzeit sehr beliebten „Survival Crafting Games“ Welle ab, was zum einen im Setting und zum anderen in der Story begründet liegt. Denn anders als bei vielen Genrevertretern wird mutiges Erkunden in Subnautica stets nicht nur mit immer neuen Rohstoffen, sondern auch oft kleinen Häppchen einer zwar nicht bahnbrechenden, aber dennoch schön erzählten Geschichte belohnt. Hier würde ich euch dringend raten, euch nicht zu spoilern. Ihr raubt euch damit sonst einige schöne und zuweilen auch wirklich erschreckende Momente.

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Reefbacks sind riesig, aber friedlich

 

ERSTE SCHRITTE

Ausgangssituation: Euer Raumschiff ist auf einem fremden Planeten abgestürzt und ihr kommt in einer brennenden Rettungskapsel zu euch. Nachdem ihr die gröbsten Schäden behoben und eure Wunden versorgt habt, klettert ihr hinaus in Freie. Und erkennt schlagartig: Eure Probleme sind wesentlich größer, als ihr zuerst angenommen habt. Die Kapsel treibt in einem gigantischen Meer und am Horizont entdeckt ihr das noch brennende Wrack eures Schiffs, der Aurora. Außerdem seid ihr vollkommen unterversorgt und habt keine Ahnung, ob überhaupt noch jemand den Absturz überlebt hat. Die Lösung aller Probleme liegt unter euch… in den Tiefen des Meeres!

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Tauchfahrt bei Nacht

Mich hat diese Prämisse vollkommen gefangen genommen, seit ich Simon von den Rocket Beans Subnautica habe spielen sehen. Das klang einfach zu schön, um wahr zu sein. Gerade das Bauen einer Unterwasserbasis fand ich unheimlich faszinierend, weil ich so was immer schon geliebt habe. Die Welt retten in Breath Of Fire II? Pah, mein Dorf soll schöner werden. Meinen Sohn retten in Fallout 4? Nee, meine fünfte Siedlung sieht noch nicht schön genug aus. In Subnautica meine Crew suchen? Jooaaa…. vielleicht später. Ich habe mir schließlich gerade mein eigenes U-Boot gebaut und kann endlich diese Höhle hinter den Tangwäldern erforschen.

Wer nicht gerne forscht und entdeckt, wird mit diesem Spiel niemals glücklich werden. Knallharte Action müsst ihr auch in anderen Titel suchen, denn den Entwicklern war die Gewaltvermeidung sehr wichtig. Natürlich gibt es Waffen, aber die dienen mehr der Betäubung als dem Erlegen der Tierwelt. Essen muss man aber natürlich dennoch, kleine Fische kann man aber auch per Hand fangen. Und wer sich nicht ganz doof anstellt, kann schnell auf eine ausgewogenere Ernährung umsteigen.

 

 

Kritikpunkte

Ich war nie ein Technikfetischist und habe mich an gelegentlichen Clipping-Fehlern oder Framedrops gestört. Wenn man mit dem NES angefangen hat, ist man schließlich einiges gewöhnt. Aber meine Güte, was hatte ich manchmal Angst um meinen Spielstand, wenn Subnautica mal wieder arg ins Stocken geriet! In Kombination mit den teilweise arg plötzlichen Pop-Ups kann das zu einigem Frust führen. Ich habe mir meine Seamoth (kleines, wendiges Unterwasserfahrzeug) mehr als einmal schwer beschädigt, als sich vor mir plötzlich aus dem Nichts ein gigantischer Unterwasserpilz materialisierte. Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass ich auf der PS4 spiele und auf dem PC dank der Mod-Community sicher eine bessere Performance zu erwarten ist. Subnautica dürfte auf dieser Plattform ohnehin angenehmer zu spielen sein, auf den Konsolen wühlt man sich öfters mal vergeblich durch die Menüs oder wünscht sich eine Tastatur herbei. ABER: Offensichtlich hat mir keiner dieser Punkte meinen Spielspaß genommen.

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Hier fehlt mal wieder ein Stück der Welt

 

 

Was Subnautica zu dem macht, was es ist

Die technischen Probleme mal beiseite, sieht die Unterwasserwelt einfach atemberaubend schön und vor allem lebendig aus. Schnell hat man sich vollkommen in ihr verloren und lernt mit dem begrenzen Luftvorrat zu arbeiten. Was ich anfänglich als potentiellen Spielspaßkiller erwartete, mustert sich schnell zu einer der größten Stärken des Spiels. Es ist essentiell, sich mit den verschiedenen Bauplänen in seinem Datapad zu beschäftigen. Hat man aber endlich die nötigen Rohstoffe gesammelt und immer besseres Equipment zur Verfügung, will man immer mehr.

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Meine Basis wächst

„Hey, durch diese neue Sauerstoffflasche könnte ich es doch schaffen, in diese Höhle hinabzutauchen. Ist das dahinten Silber? Fantastisch, das brauche ich noch. Jetzt muss ich nur noch etwas Naturfaser besorgen…“ Solche Gedanken werdet ihr öfters haben und schon sind wieder einige Stunden um. Denn schließlich will man ja nicht ewig in dieser Rettungskapsel hängen, sondern ein schickes Domizil am Meeresboden aufbauen. Und dann, glaubt mir, beginnt der Spaß erst so richtig…

 

 

LEICHTE SPOILER

 

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Der Stolz eines jeden Eigenheimbesitzers: Der Garten und das schicke Gefährt (im Hintergrund)

Meine ersten Stunden bestanden nur aus Erforschen, Bauen und dem gelegentlichen Wettschwimmen mit hungrig aussehenden Schwertfisch/Hai Hybriden. Bis ich mir das erste Fortbewegungsmittel bauen konnte und mich weiter hinauswagte, als je zuvor. Dort entdeckte ich etwas, womit ich gar nicht gerechnet hatte – Festland! Festland, auf dem ein seltsames Gebäude stand! Was es damit auf sich hat, müsst ihr selber herausfinden. Ich kehrte jedenfalls zu meiner kleinen Basis zurück, die Taschen voller neu entdeckter Rohstoffe. Und das war der Punkt, an dem Subnautica eine weitere Besonderheit offenbarte – Unknown Worlds Entertainment haben eine der intensivsten Horror-Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit erschaffen!

Die neuen Rohstoffe und die mittlerweile zahlreich gefunden Blaupausen gaben mir Zugriff auf allerlei nützliches Spielzeug. Ausgestattet mit Laser-Cutter, Strahlenschutzanzug, Stasiswaffe, Nahrung, Feuerlöscher und Scanner machte ich mich endlich daran, das gigantische brennende Wrack der Aurora zu untersuchen. Dort angekommen sah ich, dass sie auf einer Sandbank liegt und deshalb nicht versinkt. „Perfekt, da kann man ja erstmal ein wenig den Rumpf absuchen! Das läuft ja großartig!“, dachte ich mir. Bis plötzlich ein gigantischer Schatten auf mich fiel und ein sehr bedrohlicher Schrei mich bis ins Mark erschreckt. Und mit einem Mal wusste ich, dass mich anknabbernde Haie in diesem Ozean nur ein im wahrstem Sinne des Wortes kleineres Problem sind … ich hatte soeben meinen ersten Reaper getroffen! Und die sind ähnlich freundlich, wie ihre Namensvetter aus der Mass Effect Reihe.

Ab diesem Zeitpunkt war ich vorsichtiger und jeder neue Tauchtrip barg herrlichen Nervenkitzel. Wer seine Seamoth oder seinen Cyclops dementsprechend mit Upgrades versehen hat und in die wirklich abgelegenen Gebiete vorgedrungen ist, wird dies nachempfinden können. Die Story führt zwangsläufig in mehrere hundert Meter Tiefe und natürlich locken dort auch einzigartige Rohstoffe. Aber in der Dunkelheit des Meeresgrunds wartet auch Fauna, die aus gutem Grund nie das Sonnenlicht sucht. Besonders erwähnt sei hier die erste Crabsquid, deren Bekanntschaft ich machte, als ich eine verlassene Forschungsstation untersuchte, die 500m unter dem Meerespiegel lag. An sich sind die nicht so gefährlich, aber was sind das für ekelhafte Biester! Ein dickes Lob an das großartige Kreaturendesign, trotz der doch sehr vertrauten Augenpartie.

1

„ILONA!!!“

SPOILER ENDE

 

 

 

 

Ein Fazit

Subnautica ist eine Zierde seines Genres! Die technischen Probleme sind zuweilen nervtötend, aber niemals gravierend. Und wenn ein Spiel es schafft, dass ich mich vollkommen in seiner Welt verliere, obwohl ich de facto immer wieder dasselbe tue, dann hat es irgendwas richtig gemacht. Subnautica verlangt Geduld und Zeit, vergeltet diese aber mit einer einzigartigen Erfahrung. Wer die Möglichkeit hat, sollte zur PC Version greifen, auch weil dort demnächst ein sehr vielversprechender DLC verfügbar sein wird. Auf Konsole habe ich bezüglich einer Veröffentlichung von „Below Zero“ noch nichts finden können, aber ich bin da guter Dinge. Es wäre zu schade, wenn dem nicht so wäre. Und bis dahin bietet Planet 4546B auch im Hauptspiel noch genug!

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Zum Beispiel den Seemonstern die Eier klauen und den Nachwuchs selbst aufziehen

 

 

 

 

Ist euch übrigens aufgefallen, dass ich keinen einzigen „Taucht ab in diese Welt!“ Gag gebracht habe? Also abgesehen von dem hier…. verdammt…

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