Filmkritik: Rückblick auf das Kinojahr 2018 (+ Netflix & Doctor Who)

Moin Leute!

Als traditionellen Jahresabschluss gibt es wie immer meinen Rückblick auf das Kinojahr. Durch meinen Umzug und den neuen Job hatte ich aber leider etwas weniger Zeit für eines meiner liebsten Hobbys. Und außerdem stört mich die immer weiter abbauende Qualität des Blockbusterkinos. Falls ihr also einige große Namen vermissen solltet: Es war dann entweder nicht mein Genre oder ich hatte schlicht und ergreifend keinen Bock auf den Film. Tipps nehme ich aber natürlich immer gerne an. Im Großen und Ganzen sehe ich 2018 als ein Jahr an, wo man die Highlights ein wenig mehr suchen musste. Aber vertraut mir: Sie waren da! Diesmal habe ich übrigens auch den Rest der Liste in eine Reihenfolge gebracht, bei der ich stets nach meinem spontanen Bauchgefühl gegangen bin. (Nachtrag: Alles mit Bildern auszustatten war eine GAAANZ tolle Idee und überhaupt nicht zeitaufwendig, du Genie!)

 

predator-upgrade-teaser

©20th Century Fox

26. Predator – Upgrade: Im Vorfeld sprach nahezu alles gegen diesen Film und ich setzte all meine (geringen) Hoffnungen in den Regisseur Shane Black. Leider wurden selbst diese enttäuscht. Ich habe auch so wenig Lust, weiter über diesen langweiligen Film zu reden, dass ich direkt wieder aufhöre. Mehr Mühe hat man sich am Set ja auch nicht gegeben.

 

 

 

meg

© 20th Century Fox

25. The Meg: Ich hasse diese mittlerweile zum Glück abflachende Welle der pseudo-trashigen Haifilme. „The Meg“ hab ich mir dennoch mal gegeben, da ich mir entweder ein herrliches Desaster oder etwas auf dem Level von „Deep Blue Sea“ erhofft habe. Bekommen habe ich einen Film, der zu gewollt ironisch ist, um spannend zu sein und sich selber gleichzeitig zu ernst nimmt, um mit einem Augenzwinkern genießbar zu sein. Dazu kommt noch wirklich schlecht gemachte CGI und ein seltsam wählerischer Hai, wenn es um seine Opfer geht.

death wish

© MGM

24. Death Wish: Wer zwingt Bruce Willis eigentlich immer noch vor die Kamera? Mit seiner penetranten Null Bock-Einstellung geht er mir schon seit Jahren auf den Zeiger. In diesem Remake des Charles Bronson Selbstjustiz-Klassikers „Ein Mann sieht Rot“ gibt er sich zwar vergleichsweise mehr Mühe, ist aber von seinen Glanzzeiten immer noch meilenweit entfernt. Den Film selber kann man sich übrigens auch sparen und stattdessen lieber einen der alten Schinken in den Player schieben.

 

 

black panther

© Marvel Studios

23. Black Panther: Ein unfassbarer Erfolg, selbst für Marvel Verhältnisse. Auch mich hat der Film ob des ungewohnten Settings und der Hauptfigur, die ich in den Comics immer mochte, zunächst sehr interessiert, aber schnell stellte sich Ernüchterung ein. Es ist im Endeffekt einfach nur ein weiterer MCU-Film mit allen hinlänglich bekannten Stärken und Schwächen. „Fans des Genres greifen zu, alle anderen spielen Probe“, wenn ich mal DIE Floskel alter Videospielmagazine zitieren darf.

 

 

tomb raider

© MGM

22. Tomb Raider: Den fand ich gar nicht so schlecht, wie er im Endeffekt gerne gemacht wird. Natürlich gewinnt der Streifen weder Originalitätspreise noch hat man etwas verpasst, wenn man ihn auslässt. Aber für einen gemütlichen Sonntagnachmittag ist „Tomb Raider“ ein solider Abenteuerfilm mit ein paar schicken Setpieces. Alicia Vikander ist aber natürlich eigentlich viel zu gut für Filme, zu deren Plot Keywords bei IMDB „B-Cup“ und „Cleavage“ zählen.

 

 

reay player one

© Amblin Entertainment

21. Ready Player One: Schwieriges Thema. Ich kenne das Buch und finde auch ganz cool. Ebenso ergeht es mir im Grunde genommen bei der Verfilmung dazu. Bei beiden hat mich die teilweise kultische Verehrung nie so recht anstecken können, trotz der vielen Referenzen an Dinge, die ich liebe. Vielleicht ist auch gerade das mein Problem, vieles wirkt einfach nur in den Film gequetscht. Da es im Falle von „Ready Player One“ aber nicht zum Selbstzweck geschieht, sondern wichtiger Bestandteil der Narrative ist, drücke ich gerne mal ein Auge zu. Das große Finale und gerade die „Shining“ Szene habe ich nämlich auch sehr gefeiert.

 

deadpool

© 20th Century Fox

20. Deadpool 2: Ich kann nicht verstehen, warum dieser Film so abgefeiert wird. Für mich wirkt er seltsam zerrissen. Einmal reißt Deadpool mit Karacho die „4th Wall“ ein und im nächsten Moment benimmt er sich wie ein einem konventionellen Film, als er um seine Freundin trauert. Nur um dann wieder umzuschwenken und One-Liner im Xavier Anwesen runterzurattern (netter X-Men Cameo übrigens). Dann liegt ihm auf einmal unheimlich viel an einem armen Jungen, nur um dann im Finale wieder alles auf links zu drehen. Zwischendurch werden noch alte Gags aufgewärmt und Cable darf auch noch durchs Bild turnen. Versteht mich nicht falsch, ich hasse „Deadpool 2“ nicht. Die Fallschirm-Szene ist mit das Lustigste, was ich 2018 gesehen habe und Reynolds wurde für diese Rolle geboren. Es wirkt nur einfach so, als wollte man in zwei verschiedene Richtungen gleichzeitig. Wie man sieht, kam das super an. Bei mir nur eben leider nicht, aber auf den Nachfolger freue ich mich natürlich dennoch. Ich würde übrigens zur Kinoversion raten, denn der verlängerte Cut tauscht gute Songs aus, verlängert eher langweilige Szenen und dreht gehörig an der Fäkal- und Sexhumor-Schraube.

astrid

© Nordisk Film Production

19. Astrid: Überhaupt nicht mein Genre, aber welches Kind hat denn die Geschichten von Astrid Lindgren nicht geliebt?! Die Frau hinter diesen Werken war mir aber gänzlich unbekannt, von ihrer schwedischen Herkunft mal abgesehen. Was für eine turbulente Jugend sie hinter sich hat, erzählt „Astrid“ auf erstaunlich unterhaltsame und gleichzeitig berührende Weise. Ein großes Lob an alle Darsteller und an Regisseurin Pernille Fischer Christensen, die wiederholt sämtliche melodramatischen Fallstricke umgeht. Gerade Lindgrens ungewollte Schwangerschaft in sehr jungen Jahren hätte viele Möglichkeiten zur Überinszenierung geboten. Also Hut ab vor der Leistung aller Beteiligten!

 

solo

©Lucasfilm

18. Solo: Der Film, der aus der todsicheren Star Wars Lizenz plötzlich  Kassengift gemacht hat, ist … gar nicht so schlecht. Es wird eine nette Heist-Story vor schönen Setpieces erzählt, die durchaus Spaß macht. Kranken tut der Film an seinen eher mittelmäßigen Hauptdarstellern, dem teilweise fürchterlich erzwungenen Fanservice und vor allem daran, dass er eigentlich überflüssig ist. Leute, ich liebe Han Solo so wie jeder von euch. Aber war seine Figur wirklich so spannend und vielschichtig, dass wir unbedingt seine Vorgeschichte erfahren mussten?

 

 

mandy

© SpectreVsion

17. Mandy: Nicolas Cage, Heavy Metal, Kettensägen! Kann ein Film noch mehr Werbung für sich machen? Ich denke nicht und dennoch hat mich „Mandy“ nicht so umgehauen, wie ich es mir gewünscht habe. Einige Szenen waren mir leider zu langgezogen und verkopft, als dass sie mir richtig gefallen konnten. Dennoch bin ich froh, dass es noch so psychedelisch-wahnsinnige Filme wie „Mandy“ gibt. Und wer weiß? Vielleicht fällt der Groschen ja beim zweiten Durchlauf. Das Potential ist auf jeden Fall da.

 

 

antman

© Marvel Studios

16. Ant-Man And The Wasp: Hier gilt dasselbe wie bei „Black Panther“ und dennoch hat mir der Film viel besser gefallen. Natürlich zünden nicht alle Gags, natürlich ist der Antagonist wieder eher schlapp und natürlich wirkt der Film zu keiner Sekunde wirklich bedrohlich. Aber ich finde Paul Rudd in dieser Rolle großartig (wie kann der eigentlich schon 49 Jahre alt sein?) und seine Chemie mit Michael Douglas und Evangeline Lilly ist top.

 

 

roma

© Esperanto Filmoj

15. Roma: Das neueste Werk von Alfonso Cuarón, dem Mann, der uns „Gravity“, „Harry Potter And The Prisoner Of Azkaban“ und einen meiner persönlichen Lieblingsfilme „Children Of Men“ schenkte. In seinem neuesten Werk zieht es ihn erstmals zurück in seine mexikanische Heimat und in eine ihrer dunkelsten Epochen, den sog. „Guerra Sucia“ (Schmutzigen Krieg). Vor dem Hintergrund der systematischen Verfolgung und Ermordung gewisser Personengruppen, die schließlich im „Fronleichnam-Massaker“ gipfeln, müssen wir als Zuschauer mitansehen, wie zwei Frauen und ihre Familien in diesem Chaos zu überleben versuchen. Das ist alles stark gespielt und natürlich so grandios in Szene gesetzt, wie man es bei dem Namen Cuarón auch erwarten kann.

MV5BMjI0MDMzNTQ0M15BMl5BanBnXkFtZTgwMTM5NzM3NDM@._V1_

© Platinum Dunes

 

14. A Quiet Place: In den letzten Jahren konnte man unter den unzähligen, billigen Jumpscare-Orgien glücklicherweise auch einige Geheimtipps und Kleinode im Horrorgenre entdecken. „A Quiet Place“ würde ich zu ersterer Kategorie zählen, da zum ganze großen Wurf doch noch etwas gefehlt hat. Trotzdem lege ich diesen Film jedem ans Herz, der Interesse an einer ungewöhnlichen und effizienten Prämisse hat. Einige Szenen sind wirklich nervenzerfetzend spannend, gerne mehr davon.

 

 

isle

© American Empirical Pictures

13. Isle Of Dogs: Habt ihr schon einmal einen Wes Anderson Film gesehen (insbesondere „The Fantastic Mr. Fox“)? Dann wisst ihr eigentlich schon, ob euch „Isle Of Dogs“ gefällt oder nicht. Mir hat dieser unheimlich liebevoll gemachte Film abermals sehr gut gefallen, da ich Andersons Handschrift einfach sehr schätze. Auch wenn sie sich immer nur marginal verändert.

 

 

 

 

first

© Universal Pictures

12. Aufbruch zum Mond: Ryan Goesling mausert sich immer mehr zum Garant für sehenswerte Filme. „First Man“ ist nicht ganz so gelungen wie „Drive“, „Blade Runner 2049“, „The Place Beyond the Pines“ oder „The Nice Guys“, der neue Film von „Whiplash“ Regisseur Damien Chazelle ist aber ebenfalls einen Kinobesuch wert. Falls es jemand nicht weiß, es geht um Neil Armstrongs berühmte Reise zum Mond und all die Strapazen, die er damals im Privatleben und im Shuttle durchmachen musste. Das ist zuweilen etwas zu sehr in die Länge gezogen und ziemlich kitschig, weiß aber doch mit intensiven Szenen und einem wunderbaren Soundtrack zu begeistern.

 

hauptmann

© Filmgalerie 451

11. Der Hauptmann: Ein Film über die unfassbaren Kriegsverbrechen des Willi Herold. Warum der Film mich nochmal mehr berührt, ist sicher die Nähe zu meiner Heimat. Herold wird auch „Der Henker vom Emsland“ bezeichnet, welches direkt an die Grafschaft grenzt, aus der ich stamme. Die Uniform, die ihm diese Verbrechen ermöglichte, fand Herold sogar zwischen Gronau und meinem Heimatort Bad Bentheim (ja, die Stadt mit DEM Bahnhof). Aber auch ohne persönliche Verbindung geht dieser Film unter die Haut.

 

 

night comes

© Infinite Framework Studios

10. The Night Comes For Us: Gerade erst gesehen und vielleicht noch unter dem Ersteindruck, aber was für eine brutale Schlacht! Der Film ist perfekt für jeden, dem „The Raid“ noch zu kuschelig und zahm gewesen ist. Wer aber kein Blut und splitternde Knochen sehen kann, sollte um Himmels Willen einen weiten Bogen um diese Schlachtplatte machen.

 

 

 

 

outöaw

© Sigma Films

9. Outlaw King: Eine Netflix Produktion, die leider an ihren eigenen Ambitionen erstickt ist. Sehr schade, wie ich finde, denn mir hat diese Quasi-Fortsetzung von „Braveheart“ sehr gut gefallen. Hier folgen wir nicht William Wallace (kein Mel Gibson Cameo!), sondern Robert The Bruce, der nach einigem Widerwillen den Kampf gegen die Englänger fortführte. Historisch gesehen nimmt man sich nicht ganz so viele Freiheiten, wie Gibson es damals in den 90ern getan hat. Leider ist Chris Pine in der Hauptrolle aber auch nicht halb so charismatisch, wie Mel es gewesen ist. Er gibt sich jedoch die größte Mühe und wird von einem sehr guten Cast unterstützt, allen voran Stephen Dillane als King Edward. (Endlich hat der wahre König auch eine Krone!) Leider wurden nach Testscreenings ca. 30 Minuten aus dem Film herausgeschnitten, die „Outlaw King“ aber sicher gut getan hätten. So wird der Schluss etwas plötzlich. Ich spreche aber meine Empfehlung aus, wenn man sich für diese Art Film interessiert und gerne wieder in das schottische Mittelalter abtauchen möchte.

only the brave

© Black Label Media

8. Only The Brave: Der hierzulande als „No Way Out – Gegen die Flammen“ bekannte Film ist unglaublich intensiv. Das Leben eines Feuerwehrmanns kann kein leichtes sein und einen gigantischen Waldbrand zu bekämpfen ist keine beneidenswerte Aufgabe. „Only The Brave“ zeigt uns den Kampf einer Eliteeinheit (die Granite Mountain Hotshots) gegen den Waldbrand, der 2013 bei der Kleinstadt Yarnell im Bundesstaat Arizona ausgebrochen war. Und das tut er in unfassbaren Bildern und mit einem großartigen Cast.

 

 

infinity war

©Marvel Studios

7. Avengers – Infinity War: Wie so oft erwähnt, finde ich die MCU Filme (nahezu) alle unterhaltsam. Legitim in meine persönliche Bestenliste des Jahres hätte ich aber bisher keinen einzigen gepackt. „Avengers: Infinity War“ hätte es aber tatsächlich fast geschafft, wurde aber auf der Zielgeraden noch abgefangen, weil ich in den letzten Tagen noch einige Filme nachgeholt habe. Aber ich will damit keinesfalls die Qualität des vorläufigen Höhepunkts des MCUs schmälern. Im Gegenteil, je mehr ich darüber nachdenke, desto beeindruckter bin ich. Der Film schafft tatsächlich gleich zwei Kunststücke gleichzeitig. Er ist vollgestopft mit Charakteren und fühlt sich zu keiner Sekunde überladen oder gar konfus an. Die „Big Player“ und auch einige Nebenfiguren bekommen genug Zeit und gehen nicht im gewaltigen Figurenensemble unter. Aber was ich noch beeindruckender finde: Man etabliert in so einem Film auch noch den mit Abstand besten MCU Antagonisten quasi aus dem Nichts. Thanos haben wir vorher zwar schon mal kurz gesehen, aber da wirkte er an sich auch nicht anders als der handelsübliche Schurke mit Allmachtsfantasien. „Infinity War“ gibt Thanos Tiefe und eine nachvollziehbare Motivation. Denn nach seiner eigenen Logik tut er das Richtige. Ein großes Lob an seinen Darsteller Josh Brolin!

Von diesen Punkten abgesehen bietet das Spektakel natürlich ordentliche Schauwerte, tolle Action, die gewohnt-langweilige Armee aus gesichtslosen Monstern zum Umhauen, tolle Interaktionen zwischen den Helden und ein bemerkenswert düsteres Ende. Wer hier aber nicht den ungefähren Plot von „Avengers: Endgame“ vorhersehen kann, hat wohl nicht wirklich aufgepasst.

Zum Schluss noch ein Wort an die Comic-Nerds: Ja, ich bin sehr froh, dass sie Thanos‘ Motivation für den Film abgeändert haben! Gezeichnet mag diese „courting Lady Death“ Sache gerade noch so durchgehen, auf der Leinwand hätte das sehr schnell sehr albern wirken können. Nichtsdestotrotz mag ich die „Infinity Gauntlet“ Reihe sehr gerne und lege jedem das günstig zu erwerbende Paperback ans Herz.

halloween

© Miramax

6. Halloween: Mein vergeigter Upload (das Review sollte am 31.10. online gehen) wird nun in zusammengefasster Form nachgereicht. Eins vorweg: Wenn ihr nur einen Horrorfilm gucken wollt, wählt „Hereditary“. Der neue Auftritt des Michael Myers macht nichts neu und ihr habt den Plot schon unendlich oft gesehen. Warum ich „Halloween“ trotzdem so sehr liebe?

Nun, er hat mir einfach unfassbaren Spaß gemacht. Wie ihr euch durch meine Retrospektive schon denken konntet, mag ich die Figur des Michael Myers. In dieser direkten Fortsetzung des allerersten Films schafft man es endlich mal wieder, ein wenig von der alten Atmosphäre einzufangen. Großen Anteil hat daran auch der fantastische Soundtrack, der die alten Melodien modernisiert und dabei ihren Kern beibehält. Getragen wird der Film von der stets großartigen Jamie Lee Curtis, die hier (abermals) zum Franchise zurückkehrt. Wird da noch ein Nachfolger kommen? Vom Erfolg her dürfte das ja fast schon sicher sein, aber als Abschluss könnte ich hiermit auch sehr gut leben.

 

 

Bonus: Meinung zu Doctor Who – Season 11

 

doctor who

© BBC

Entgegen meiner Ankündigung im letzten Doctor Who Rückblick wird es KEINEN Text zu Jodie Whitakers erster Staffel geben. Der Grund dafür ist einfach: Ich fand sie furchtbar! Schlimmer noch, ich hatte irgendwann einfach keine Lust mehr und bin ausgestiegen. Die letzten drei Folgen habe ich nicht mehr geguckt und auch vorher schon nicht mehr wirklich aufgepasst. War ich nach der ersten Folge noch vorsichtig optimistisch, haben Chipnail und Whitaker dies schnell im Keim erstickt. Der 13. Doktor hat bis heute keine eigene Identität und wirkt wie ein Abklatsch des Zehnten, aber ohne dessen Charisma. Wenn dann noch schrecklich langweilige Skripts dazukommen, dann hat eine der ältesten Sci-Fi Serien der Welt ein Problem. Das spiegelt sich ja derzeit auch in den Ratings und Bewertungen wieder.

Selbstverständlich tragen Ewiggestrige ihren Teil dazu bei, weil sie einen weiblichen Doktor nicht ertragen und in jeder Folge eine militante SJW-Botschaft zu erkennen glauben. Den Absturz von Doctor Who auf „angry, white men“ zu schieben, wäre allerdings zu kurz gedacht. Dasselbe hat man schon bei „Ghostbusters“ (2016) versucht und konnte auch da nicht über einen simplen Fakt hinwegtäuschen: Was uns da vorgesetzt wurde, war einfach nicht gut. Streicht das, ich bin noch direkter. Scheiße, ich fand Season 11 wirklich scheiße! Man verzeihe mir diesen seltenen Ausflug in die recht blumige Ausdrucksweise.

Und falls nun kommt, ich solle die Staffel doch erstmal beenden, bevor ich so harsch urteile: Nehmt es mir nicht krumm, aber darauf hab ich keine Lust. Meine Freizeit ist begrenzt und es gibt genug tolle Dinge, die ich mir stattdessen anschauen kann. Vielleicht ja wieder bei der nächsten Regeneration, falls es eine geben sollte.

 

 

Top 5

 

wind river

©Acacia Filmed Entertainment

Platz 5 – Wind River

Ein Thriller mit Jeremy Renner und Elizabeth Olsen, der die beiden mal abseits ihrer Rollen als Superhelden zeigt. Das Regiedebüt von Drehbuchautor Taylor Sheridan (Hell Or High Water, Sicario) handelt von Wildhüter Cory Lambert (Renner), der bei seiner Arbeit im Indianerreservat „Wind River“ die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt, die mit seiner verstorbenen Tochter befreundet war. Eine unerfahrene FBI Agentin (Olsen) wird entsandt, um den mysteriösen Fall aufzuklären. Angenehm ruhig erzählt steuert der Film auf ein starkes Finale zu, was für mich zu den Highlights des Jahres zählt.

 

 

HEREDITARY_GERMAN_WEB

© Palmstar Media

Platz 4 – Hereditary

Das hier wird ein kurzer Text, denn ich will nichts zu dieser kleinen Horrorperle verraten. Die Geschichte schlägt immer wieder Haken, die psychische Belastung zerrt an den Nerven und die schauspielerische Leistung steht ohnehin außer Frage. Mit Sicherheit kein Film für Jedermann, aber eine wohltuende Abwechslung vom Horror-Einheitsbrei.

 

 

bohemian

© GK Films

Platz 3 – Bohemian Rhapsody

Über diesen mit, für Queen Fans, haarsträubenden Fehlern durchzogenen Film habe ich mich dennoch so sehr gefreut, dass er einen Platz auf dem Siegertreppchen absolut verdient hat. Alles weitere habe ich bereits ausführlich vor einigen Wochen beschrieben.

 

 

mi f

© Paramount Pictures

Platz 2 – Mission Impossible: Fallout

Es ist mir scheißegal, was Tom Cruise in seiner Freizeit so anstellt. Ja, der Mann hat ordentlich einen an der Klatsche, aber er macht auch seit Jahrzehnten konstant gute Filme. Selbstverständlich ist da auch mal eine Gurke wie „The Mummy“ dabei, aber die „Mission Impossible“ Reihe ist beispielsweise ein Garant für gute Actionfilme (Teil 2 vergessen wir mal ganz schnell). Spätestens seit Teil 4 sind die Abenteuer des Ethan Hunt quasi die James Bond Filme, die Daniel Craig nicht dreht. Auch „Fallout“ begeistert wieder durch handgemachte Stunts, spannende Verfolgungsjagden und einen sympathisch-überdrehten Plot rund um Atombomben, Spionage und Verrat. Und wer immer damals Simon Pegg ins MI-Team geholt hat, verdient einen Orden.

 

 

 

annihilation

© DNA Films / Paramount Pictures

Platz 1 – Annihilation

Die Vorschusslorbeeren waren ja überwältigend. Und sie waren verdient! Leider kenne ich die Buchvorlage nicht und kann daher keine Vergleiche ziehen. Aber auch so präsentiert sich „Annihilation“ als etwas, was ich lange vermisst habe: Science Fiction, die ein wenig Mitdenken erfordert. Keine Angst, man braucht für diesen Film kein abgeschlossenes Studium der Molekularbiologie. Es ist nur einfach mal wieder unheimlich erfrischend, eine sich langsam entfaltende Geschichte mit fantastischen und teilweise sogar verstörenden Elementen zu erleben. Wer nach Actionszenen sucht, wird bitter enttäuscht werden. Denkwürdige Szenen gibt es aber zuhauf (der Bär, die gesamte Endsequenz im Leuchtturm) und die vier Hauptfiguren wissen alle zu überzeugen.

An dieser Stelle eine kleine Kritik an der Vermarktung. Ja, es ist ein Sci-Fi Film mit rein weiblichem Hauptpersonal! Damit muss man aber nicht hausieren gehen, denn das ist zu keinem Punkt die treibende Kraft der Narrative. Die Hauptrollen sind einfach nur vier gut geschriebene Charaktere, die weiblich sind. So sollte es doch sein, wenn es um Gleichberechtigung geht! Und nein, ich habe keine Lust, aus diesem Film ein Politikum zu machen. Genießt ihn als das, was er ist – ein einzigartiger Film mit Potential zum kleinen Klassiker.

 

 

Danke für ein schönes 2018!

zukunft

Wir sehen uns in der Zukunft!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s