Frohen Lemmy-Tag! – Ein persönlicher Blick auf eine Lieblingsband

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Mit diesem Text will ich einfach nur einer großartigen Band gedenken, die 2015 gemeinsam mit ihrem Frontmann Lemmy von uns gegangen ist. Deshalb habe ich auch dieses Datum zur Veröffentlichung gewählt, denn heute ist sein Geburtstag. (Und noch irgendwas anderes, irgendein Feiertag …) Einen Dank an das Deaf Forever Forum, welches mich indirekt zu dieser Idee inspirierte.


Zum Thema: Motörhead sind eine meiner Lieblingsbands! Und genau deswegen werde ich hier auch nicht auf die olle „Die haben immer wieder denselben Song geschrieben!“ Leier eingehen. Ich sehe es mehr als ein konstantes Qualitätslevel einer Band an, die nie (!) ein wirklich schlechtes Album veröffentlicht hat. Wenn dir der Stil aber nicht gefällt … klar, das ist verständlich.

Nein, streicht das! WAS STIMMT DENN NICHT MIT DIR?!?

Wie bin ich also auf Motörhead gestoßen? Ich habe 1997, kurz vor meinem 15. Geburtstag, mit dem Metallica Album „… And Justice For All“ den Heavy Metal für mich entdeckt. Ab diesem Punkt hat sich mein Leben verändert und ich entdeckte eine Musikszene, der ich bis heute treu geblieben bin. Das Freiheitsgefühl, die coolen Leute, der Zusammenhalt und natürlich die Musik … all das hatte ich in dieser Form vorher nicht gekannt. (Ich hatte eine schöne Kindheit, nicht falsch verstehen!) Natürlich lernt man zwangsläufig die großen Bands des Genres kennen. Metallica, Judas Priest, Helloween, Blind Guardian, Gamma Ray und Rage hießen meine „Einstiegsdrogen“. An dieser Stelle auch noch einen großen Dank an unseren Religionslehrer Herr B., der uns Iron Maiden als Beispiel für „satanische Musik“ vorspielte und mich auch mit dieser großartigen Band bekannt machte. Eine Woche später trugen vier von uns übrigens brandneue Maiden Shirts…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMotörhead kannte ich natürlich fast zwangsläufig vom Namen her. Gerade die damals schon kultige Verehrung von Lemmy war in den Magazinen allgegenwärtig. Nur die Musik kannte ich nicht, denn das Internet steckte damals noch in den Kinderschuhen und einen vernünftigen (!) Plattenladen suchte man in meiner Heimatstadt vergebens. (5 Sondereditionen des zweiten Tic Tac Toe Albums hätte ich aber problemlos kriegen können, aber das nur am Rande.) So kam es, dass mein erstes Motörhead Album eine unfassbar schäbig produzierte Best-Of war, die ich in einem noch schäbigeren Plattenladen in Irland kaufte. Glücklicherweise folgte recht schnell das damals gerade erschienene „We Are Motörhead“ Album, dessen Titeltrack schnell zum Pflichtprogramm auf sämtlichen Partys wurde. Seitdem haben mich Lemmy und seine Truppe stets begleitet.

Kleine Randnotiz: Ich habe meinen 20., 25. und meinen 30. Geburtstag auf einem Motörhead Konzert gefeiert. Leider konnte diese Tradition an meinem 35. Ehrentag nicht mehr fortgeführt werden. Live gesehen habe ich Motörhead übrigens insgesamt 6x. Für das leider nie stattfindende siebte Mal habe ich mir aber etwas ausgedacht.

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27.11.2007 – Mein 25. Geburtstag


Eine fiktive und vollkommen subjektive Setlist

  1. Sacrifice – Natürlich muss so ein Konzert mit einem ordentlichen Paukenschlag losgehen und dafür eignet sich der harte Titeltrack vom 1995er Album perfekt.

  2. Shoot You In The Back – Motörheads wohl bekannteste Platte („Ace Of Spades“ von 1980) wird hier natürlich noch öfter auftauchen, das hier ist übrigens mein persönlicher Favorit davon.

  3. Love Can’t Buy You Money – Vom recht unterbewerteten „Overnight Sensation“ Album stammt diese Midtempo-Nummer, die live sicher gut funktionieren dürfte.

  4. No Class – Einfach ein Klassiker, der live nur selten fehlte.

  5. One More Fucking Time – Alleine wegen der Idee, einer Ballade diesen Namen zu geben, darf dieser Song nicht in Vergessenheit geraten. Aber auch davon ab „One More Fucking Time“ eine meiner liebsten ruhigen Nummern von Lemmy und Co.

  6. Deaf Forever – Ein gewisses, von mir abonniertes Magazin hat sich nach diesem Song benannt und das auch absolut zurecht.

  7. Hellraiser – Ozzy könnte sich mal blicken lassen und diesen von Lemmy für ihn geschriebenen Song in einem flotten Duett darbieten. Osbournes Version gefällt mir sogar noch ein wenig besser, aber ein Ohrwurm ist „Hellraiser“ allemal.

  8. Life’s A Bitch – „Inferno“ gehört in meine Top 3 der Motörhead Alben. Da haben sie im Herbst ihrer Karriere nochmal ein richtiges Brett rausgehauen, welches von vorne bis hinten mit starken Songs vollgestopft ist.

  9. Iron Fist – Motörhead haben etliche, einfach unkaputtbare Klassiker. Das Titelstück vom 1982er Album ist nur einer davon. Kennt ohnehin jeder!

  10. Bomber – Von einem Titelstück zum nächsten, diesmal von 1979. Obendrein wäre dies die perfekte Gelegenheit, mal wieder den Bomber über der Bühne kreisen zu lassen.

  11. Silver Machine & Motorhead (Hawkwind-Medley) – Lemmy hat Motörhead erst mit 30 gegründet. Wer denkt, er wäre vorher untätig gewesen, hat erstens keine Ahnung und zweitens dringenden Nachholbedarf von seiner herrlichen Autobiografie „White Line Fever“.

  12. Choking On Your Screams – Vom letzten Album der Band kommt dieser sehr düstere Song, der atmosphärisch dicht an Songs wie „Orgasmatron“ oder „March Ör Die“ liegt.

  13. Claw – Noch einmal Vollgas aus dem Jahre 1986 vom „Orgasmatron“ Album.

  14. Trigger – Einem Monster wie „Inferno“ einen würdigen Nachfolger zu spendieren ist nahezu unmöglich. Mit „Kiss Of Death“ haben Motörhead es dennoch geschafft und „Trigger“ ist für mich das Albumhighlight.

  15. Going To Brazil – Bock zu tanzen? Vom Rock’n Roll der 50er und 60er konnte Lemmy nie ganz lassen. Warum sollte er auch?

  16. Dancing On Your Grave – Die damals verhasste und mittlerweile rehabilitierte Platte „Another Perfect Day“ zählt sicher nicht zu den Sternstunden der Band, bietet aber dennoch tolle Songs wie den hier.

  17. Ace Of Spades – Kommt man nicht drum herum! Das wäre auch ein guter Zeitpunkt für eine Pause vor dem ausartenden Zugabenblock.

  18. Burner – Vielleicht der härteste Song, den Motörhead je geschrieben haben. Auf jeden Fall einer der Besten!

  19. Stone Dead Forever – Die Metallica Version ist ganz okay, ohne Mr. Kilmisters knarzende Stimmbänder fehlt aber einfach etwas.

  20. Rock’n’Roll – Von einer ebenfalls immer etwas vergessenen Platte blieb mir vor allem der Titeltrack im Gedächtnis. Extrem eingängig und der pure Ausdruck eines Lebensgefühls.

  21. Bad Religion – Wieder mal ein Text, der mir aus der Seele spricht. Ihr habt mittlerweile sicher bemerkt, dass ich hier keinerlei Anspruch auf eine definitive Bestenliste erhebe. Aber ich denke immer an dieses Lied, wenn mal wieder religiöse Spinner irgendeines Glaubens denken, für selbigen Leid verursachen zu müssen.

  22. 1916 – Okay, klammern wir mal aus, dass Lemmys Stimme zu diesem Zeitpunkt des Konzerts wohl schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Aber die Vorstellung diese wunderbare Antikriegsballade einmal live zu hören, während er seine vielleicht beste Gesangsleistung vom Album wiederholt, möchte ich euch zumindest mit diesem Text einmal vor Augen führen.

  23. The Chase Is Better Than The Catch – Fans wissen natürlich um Lemmys Talent als Texter. Das hier ist für mich eine seiner Sternstunden, verpackt in eine stampfende Nummer, die (wie alles, wo es nicht ums Pikass geht) viel zu selten auf Partys gespielt wird.

  24. In The Name Of Tragedy – Mein absolutes Lieblingslied der Band! Ja, allen Klassikern zum Trotz kickt mich kein Song von Motörhead mehr als dieser. Hätte ich noch Haare, ich würde sie jedes Mal fliegen lassen.

  25. Overkill – Der traditionelle Abschluss eines Motörhead Konzerts! Gefällt mir im Endeffekt sogar besser, als der andere ewige Klassiker „Ace Of Spades“. Was sicherlich auch daran liegt , dass „Overkill“ von unkreativen DJs noch längst nicht so totgenudelt wurde.

  26. We Are Motörhead – Warum als Rausschmeißer nicht nochmal ein fettes Statement folgen lassen? „We are Motörhead and we don’t have no class…“ Doch, hattet ihr. Und zwar eine ganze Menge!

Das wäre meine Wunschliste für ein abschließendes Konzert gewesen und taugt für den ein oder anderen vielleicht auch, um sich ein wenig in die Band reinzuhören. Lasst euch gesagt sein: Ich könnte die Liste mindestens doppelt so lang machen und habe ganze Alben noch gar nicht beachtet. Einen kleinen Start ins „Motörversum“ möchte ich euch aber dennoch geben.

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Meine drei Lieblingsalben: Ace Of Spades (1980), 1916 (1991) & Inferno (2004)

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Sechs weitere für mich essentielle Werke: Overkill (1979), Orgasmatron (1986), March Ör Die (1992), Overnight Sensation (1996), We Are Motörhead (2000) & Kiss Of Death (2006)


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Ebenfalls sehr empfehlenswert: Lemmys Autobiographie „White Line Fever“ und die Doppel-CD „Damage Case“, die Songs von seinen alten Bands, Nebenprojekten und Motörhead beinhaltet.




Lemmy, Phil, Mikkey, Philthy, Pete, Fast Eddie, Lucas, Larry, Brian und Würzel … Danke für alles!


Ein Gedanke zu “Frohen Lemmy-Tag! – Ein persönlicher Blick auf eine Lieblingsband

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