Filmkritik: Ein kleines Potpourri an Reviews

The Ritual (2017)

the ritual

©Entertainment One

Ich habe noch nie Netflix benutzt! Denn tatsächlich bin ich kein großer Seriengucker und stelle mir eben gerne Sachen in den Schrank. Von daher habe ich Netflix bis heute nicht gebraucht und bin nicht besonders gut mit ihren Eigenproduktionen vertraut. Glücklicherweise kennt man ja immer jemanden, der jemanden kennt… So konnte ich mir dann auch „The Ritual“ ansehen, nachdem mich das Lob der Rocket Beans in ihrem Kinomagazin „Kino +“ doch recht neugierig gemacht hatte. Ein Horrorfilm mit einem interessanten Setting und „The Descent“ artiger Atmosphäre sollte er sein, dieser Streifen aus England. Und ist er das? Kurz gesagt: Ja, genau das ist „The Ritual“ geworden. Definiert er das Genre neu? Keinesfalls, aber alleine das Abweichen von den üblichen Jumpscare Orgien gibt schon einen Sonderpunkt von mir. Wer also nach einem spannenden kleinen Horrorstreifen sucht und kleine Makel wie einige Längen verzeihen kann, macht mit „The Ritual“ nichts falsch.

Mary Shelley’s Frankenstein (1994)

frankenstein

©TriStar Pictures

Robert De Niro als Monster zu casten ist immer noch eine sehr seltsame Entscheidung. Der Mann ist einer der besten aller Zeiten, ohne Zweifel. Aber trotzdem sehe ich immer ihn und nicht das tragische Monster in dieser Rolle. Trotzdem gefällt mir die Version von Kennenth Branagh immer noch genauso gut, wie damals als ich sie mit einigen Freunden heimlich im Fernsehen geschaut habe. Wahrscheinlich verhindert auch diese leichte nostalgische Verklärung, dass mich einige offensichtliche Schwächen des Films stören. Branagh, der neben der Regie auch die Hauptrolle übernahm, betreibt hier Overacting vom Allerfeinsten oder -schlimmsten, je nach Betrachtungsweise. Wie er bei der Erschaffung des Monsters ohne Shirt durch sein Labor rennt, lässt selbst Colins Clives ikonisches „IT’S ALIVE!“ aus dem Klassiker von 1931 subtil erscheinen. Wer darüber hinweg sehen kann und sich an einigen künstlerischen Freiheiten nicht stört (ein wichtiger Teil des filmischen Endes kommt im Buch beispielsweise gar nicht vor), bekommt einen toll ausgestatteten Film mit einem großartigen Cast (De Niro, Branagh, Helena Bonham Carter, John Cleese, Ian Holm) geboten.

Star Trek Beyond (2016)

Star_Trek_Beyond_International_poster

©Paramount Pictures

Ich mag diese neuen Star Trek Filme nicht! Sie sind für mich ein krampfhaft auf modern getrimmter Reboot, an den man noch schnell die bekannten Namen Kirk und Spock geklatscht hat. Der erste Teil ist ein solider aber generischer Actionstreifen und der zweite ist ein teilweise schamloser „Der Zorn des Khan“ Ripoff mit einem furchtbaren Benedict Cumberbatch, der zu keinem Moment die Bedrohlichkeit eines Ricardo Montalban erreicht. Umso skeptischer ging ich „Star Trek Beyond“ an, der von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Mit einem Regisseur der „Fast And The Furious“ Reihe konnte man das Ganze doch eigentlich nur vor die Wand fahren, oder?

Nun, ich gebe es gerne zu: Ich lag vollkommen daneben. „Star Trek Beyond“ fühlt sich teilweise wirklich sehr nach „Trek“ an und bietet vor allem Chris Pine als Kirk endlich Gelegenheit seiner Figur etwas Leben einzuhauchen. Dazu hat der Film Humor, mit Jaylah eine interessante neue Figur und eine wirklich sehr gelungene Verabschiedung von Leonard Nimoy. Da verzeihe ich auch den mal wieder ziemlich langweiligen Antagonisten, der nicht über die übliche „Alle waren gemein zu mir, jetzt mache ich sie platt!“ Motivation hinaus kommt. Auf diesem Niveau nehme ich gerne noch einen vierten Teil, der aufgrund der schwachen Einspielergebnisse ja leider noch in den Sternen steht. (Pun intended!)

The Cloverfield Paradox (2018)

paradox

©Bad Robot

Die Marketing Kampagne war genial! Den Film erst im Superbowl zu bewerben und dann direkt danach online zu stellen generierte maximale Aufmerksamkeit. Aber war der Film diese auch wert? Nun, leider nicht. Ich mag die Reihe durchaus für ihren Mut , aber man merkt ihr auch an, dass Teil 2 und 3 umgeschrieben wurden, um in dieses Universum zu passen. „…Lane“ überzeugte mich durch die intensive Atmosphäre und einen unfassbar gruseligen John Goodman, „…Paradox“ bietet leider nichts, was ihn hervorstechen lässt. Der eigentliche interessante Plot um Dimensionssprünge gerät durch das schwache Drehbuch unnötig konfus und die wenig ausgearbeiteten Charaktere laden nun auch nicht gerade zum Mitfiebern ein. Aufhorchen ließ mich eigentlich nur das Ende, was dann doch wieder auf den nächsten Teil hoffen lässt. Angeblich ist der ja schon fast fertig, ich hoffe nur, dass daran intensiver gearbeitet wurde.

Der Hund von Baskerville (1959)

hund-von-baskerville-wa-22

© Hammer Films

Eine der vielen Verfilmungen der wohl populärsten Sherlock Holmes Geschichte und gleichzeitig auch eine der besten. Mit einer Einschränkung: Ich bin mir absolut bewusst, dass man ein Herz für diese alten Filme haben muss. Ansonsten funktionieren sie nämlich einfach nicht mehr, da sich die Sehgewohnheiten stark geändert haben. Meine Güte, dieser Film wird nächstes Jahr 50 Jahre alt! Behaltet das also im Hinterkopf, wenn ihr den Trip in die filmische Vergangenheit wagt. Belohnt werdet ihr mit tollen Sets und Kulissen, herrlicher Musik der alten Schule und natürlich einem tollen Cast angeführt von Peter Cushing in der Rolle des Sherlock Holmes! Und ein junger Christopher Lee als Sir Henry Baskerville ist natürlich auch nicht zu verachten.

Von Angesicht zu Angesicht (1967)

faccia-it

©PEA

Für mich einer der meist unterschätzten Italowestern! Seinen ersten Western „Der Gehetzte der Sierra Madre“ hat Regisseur Sergio Sollima hiermit sogar nochmal getoppt und der war schon wirklich sehenswert. Was mir hier besonders gefällt ist die Beziehung zwischen den Hauptfiguren – dem kränklichen Professor Fletcher und dem skrupellosen Bandenführer Bennet. Von den Banditen verschleppt findet der zunächst schüchterne aber hochintelligente Mann Gefallen an der anderen Seite des Gesetzes und freundet sich mit seinen Entführern an, tritt ihnen sogar bei. Was ihm aber zunächst entgeht, ist die Entwicklung Bennets, dem seine schrecklichen Taten langsam bewusst werden. Das dies auf einem Konflikt unter der prallen Wüstensonne zusteuert dürfte klar sein. Und das die Musik von Ennio Morricone mal wieder göttlich ist, natürlich auch.

1922 (2017)

1922

©Campfire

Zum Abschluss noch einmal Netflix und noch einmal ist es klasse geworden. Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht so viel dazu schreiben, sondern euch diese Stephen King Verfilmung einfach nur ans Herz legen. Der bedrückende Ton der Kurzgeschichte wurde punktgenau getroffen und auf den Bildschirm transportiert. Großen Anteil daran hat Thomas Jane, den ich immer gerne sehe und der hier mit Sicherheit eine seiner, wahrscheinlich sogar DIE beste Leistung seiner Karriere abliefert. Unter den King Verfilmungen ist „1922“ definitiv weit vorne bei „The Mist“, „The Green Mile“ oder „1408“ anzusiedeln!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s