30 Jahre Final Fantasy

30 Jahre ist die Final Fantasy Reihe nun schon alt, welche für uns im Westen wohl DAS Vorzeigebeispiel des Japano-RPGs geworden ist. Ehrlich gesagt hatte ich dieses Jubiläum gar nicht auf dem Schirm, weswegen ich diesen Text relativ spontan einschiebe. Denn auch für mich war Final Fantasy mal die beste Reihe der Welt! Wie ihr an meinem Verwenden der Vergangenheitsform merkt, hat meine Begeisterung für Squaresofts bekanntestes Franchise mittlerweile deutlich nachgelassen. Trotzdem haben die Abenteuer von Terra, Cloud, Squall und Co. mit Sicherheit großen Anteil daran, dass ich auch heute noch ein gutes und langes Rollenspiel dem nächstbesten Shooter vorziehe. In der folgenden Auflistung tauchen übrigens nur die Teile auf, die ich gespielt habe. Meine Vorgabe war wie immer ein persönlicher Rückblick. Aus nostalgischen Gründen wiegen Dinge aus IV oder V naturgemäß nicht so schwer, da ich diese immer noch nicht durchgespielt habe. Listen mit den „richtigen“ „Best Moments of Final Fantasy EVAAAAH!!!11“ sind nur einen kurzen Besuch bei Herrn Google entfernt.

Falls sich jemand fragt, warum der Tod von Aerith nicht auftaucht: Der wurde mir damals im Vorfeld verraten und hat mich daher nicht so schocken können. Ja, auch 1997 gab es schon Spoiler! Ist euch übrigens mal aufgefallen, dass es nicht Sephiroth ist, der sie tötet? Den haben wir zu diesem Zeitpunkt im Spiel nämlich noch gar nicht richtig getroffen.

 

Der Anfang… (Final Fantasy VI)

Mein erstes FF und mein Favorit! Auf mein junges Gemüt wirkte der Beginn damals filmreif und der wunderschöne Soundtrack von Stammkomponist Nobuo Uematsu ließ mich damals eine 3er CD Box für schlanke 100 DM aus Japan importieren. Und ja, sie steht immer noch in meinem CD Regal!

vi intro

 

Battle of the Gardens (Final Fantasy VIII)

Wenn sich die eigene Akademie als flugfähig entpuppt, ist das ziemlich cool. Wenn das andere Akademien aber auch können und eine davon die eigene angreift, kann das ganz schnell zu einer epischen Schlacht auswachsen. Da realisiert man beim zocken auch erst gar nicht, dass man an den spektakulärsten Szenen gar nicht beteiligt ist, weil sie als Cutscene im Hintergrund ablaufen. Trotzdem ein denkwürdiger Moment in einem Spiel, was für mich nicht ganz frei von Kritik ist.

viii battle of the gardens

 

„What can I do for you?“ – Irgendwas stimmt hier doch nicht… (Final Fantasy X-2)

Eine direkte Fortsetzung gab es bis zu diesem Teil noch nie und X hätte auch keine gebraucht. Das Ende war bittersüß, ja, aber es war ein sehr gelungenes. Trotzdem war ich gespannt, wie so viele andere auch. Als mit dann aber in den ersten Sekunden widerwärtig klebriger Japano Pop um die Ohren gehauen wurde und sich die Heldinnen auf einmal in immer knapperen (und alberneren) Klamotten auf dem Bildschirm räkelten, wusste ich, dass hier etwas ganz gewaltig schief läuft. Hier begann für mich eigentlich schon die Abkehr von meiner einstigen Lieblingsserie.

x-2 opening

 

Der Anfang…wieder mal (Final Fantasy VIII)

Meine Güte, was für ein Intro! Was für ein Soundtrack und was für eine grafische Pracht! Nur um diesen Song zu bekommen, habe ich in mühevoller Arbeit das Lied zuerst auf Mini-Disc (!) gepackt, es dann irgendwie auf einen PC übertragen und schließlich auf eine CD gebrannt. Ah, die technischen Kinderschuhe der auslaufenden 90er…

viii intro

 

Believe the hype! (Final Fantasy VII)

Wer damals nicht dabei war, kann es sich nicht vorstellen. Aber Teil VII wurde im Vorfeld so unfassbar in den Himmel gelobt; eigentlich konnte es nur scheitern. Tat es aber nicht, es kam, sah und siegte! Mein Liebling bleibt VI, aber was VII für Square und Rollenspiele im Allgemeinen getan hat, kann man nicht in Worte fassen.

Ja, bitte? Hat da einer wieder die liebste Kackfloskel des Internets rausgekramt und pseudo-intelektuell ein „overrated“ in den Raum gewürgt?! Warst du damals dabei? Nein? Dann kannst du auch nicht mitreden, natürlich hat aus heutiger Sicht auch an VII der Zahn der Zeit heftig genagt. Du warst dabei? Dann habe ich ein Screwattack Zitat für dich: „Shut up! You were all sucking this game’s dick in 1997!“

vii hype

 

Learn english with…. a story about Espers?! (Final Fantasy VI)

Es ist wirklich so: Durch Final Fantasy VI (und Chrono Trigger) habe ich begonnen, mein Englisch weit über die Grenzen des Schulbuches zu entwickeln und zu verbessern. Nächtelang saß ich mit einem dicken Wälzer neben mir auf dem Sofa, habe Vokabeln nachgeschlagen und bin vollkommen in dem Geschehen auf dem Bildschirm meines alten Röhrenfernsehers versunken. Und da soll nochmal einer sagen, Videospiele würden verdummen!

wörterbuch

 

Bonus: Spoonys Reviews von VII, X und X-2

Heute ist er anscheinend sehr in seinen Depressionen gefangen und ich teile auch nicht immer seine Meinung, aber verdammt was war Noah Antwiler mal für ein kreativer Kopf! Seine Reviews zu den o.g. Teilen sind nach wie vor mit das Beste, was man in diesem Bereich im Internet finden kann. Außerdem teile ich seinen tiefsitzenden Hass auf Tidus, den Hauptcharakter von X!

Final Fantasy VIII

Final Fantasy X

Final Fantasy X-2

spoony

 

Ich will dein Kanarienvogel sein! (Final Fantasy IX)

VII und VIII gingen merklich weg von den bis dato üblichen Fantasywelten und führten immer mehr Science Fiction Elemente ein. Für das letzte Abenteuer auf der ersten Playstation besann man sich aber auf die Wurzeln des Franchise und schenkte uns den wunderschönen neunten Teil. Angeführt von einem herrlich unverschämten Helden wird in den ersten Stunden erstmal eine Prinzessin entführt. Nach einer turbulenten Jagd durch die gesamte Stadt entkommt die bunte Truppe schließlich mit einem Luftschiff und freut sich auf das Lösegeld. Das der Plot nicht so simpel bleibt, versteht sich natürlich von selbst. Das Highlight das Anfangs ist natürlich das grandiose Theaterstück „I Want To Be Your Canary“.

ix canary

 

Nibelheim! (Final Fantasy VII)

Kein Ort ist mehr von Mysterien umgeben als dieser. Zurückzuführen ist dies auf eine lang vergangene Nacht, als die Stadt in Flammen stand. Warum unterscheiden sich die Berichte hierüber von Cloud, Sephiroth und Tifa eigentlich so sehr voneinander? Was ist damals wirklich passiert? Die Enthüllungen unserer Jugendfreundin im letzten Drittel des Spiels sind ein wahrer „mindfuck“ und für mich nach wie vor einer der besten Plottwists überhaupt.

Ach ja, weil es ja irgendwie damit zusammenhängt: „Crisis Core“ halte ich für ziemlich furchtbaren, verkitschten Japano-Trash! Das Ende ist aber ganz nett geworden.

FINAL FANTASY VII_20160307212153

 

„Ach, so funktioniert das?!“ (Final Fantasy XII)

Ich bin ehrlich: Ich habe bis heute kaum einen Schimmer von der Story von XII. Irgendwie hat sie mich nicht so recht gepackt, aber sie wird mit dem jüngst erschienenen Remaster eine faire zweite Chance erhalten. Was mich an XII aber dann doch gefesselt hat, war das Kampfsystem. Lustigerweise fand ich es zuerst absolut furchtbar, bis die Einarbeitungsphase abgeschlossen war und die taktische Komponente in den Vordergrund trat. Plötzlich ging ich tagelang auf „Mob Hunt“ und ließ die Hauptstory links liegen, „looten und leveln“ wurde mein Lebensmotto. An den Ober-Mega-Super-Duper-Boss Yiazmat habe ich mich aber dann doch nicht herangewagt, da mir soziale Kontakte schon noch rudimentär wichtig waren.

xii battle

 

Kefka begeht ein Kriegsverbrechen/ Cyan findet seine tote Familie (Final Fantasy VI)

Die Nation Doma will sich nicht dem Imperium unterordnen und leistet erbitterten Widerstand. Mitten in die Belagerung von Schloss Doma stolpert ein Teil unserer Truppe, kann aber nicht verhindern, dass Kefka die gegnerische Armee auf wahrhaft diabolische Art niederwirft – kurzerhand vergiftet er die Wasserversorgung der Burg!

Hier schaltet das Spiel um und wir übernehmen die Kontrolle über den Ritter Cyan, der nach und nach zuerst seine Mitstreiter, seinen König und schließlich seine eigene Familie findet – alle dahingerafft von Kefkas perfiden Anschlag. Und irgendwas an der kurzen Szene, wie der tote Sohn aus dem Bett fällt, versetzt mir trotz der veralteten 16bit Grafik immer noch einen Stich ins Herz. Als besonders hartes Nachspiel muss Cyan später auch noch mitansehen, wie seine Familie an Bord des „Phantom Trains“ geht, der die toten Seelen ins Jenseits bringt.

Man könnte meinen, das wäre der böseste Akt, den sich Kefka in VI leisten würde. Wie man später herausfindet, lief er da gerade mal warm…

vi cyan family

 

Bonus: An odyssey lost, a final fantasy returns… (Lost Odyssey)

Ich hatte dem J-RPG den Rücken gekehrt, die Mass Effects, Neverwinter Nights und Elder Scrolls westlicher Entwickler stillten nun meinen Hunger nach virtuellen Geschichten. Vollkommen unter meinem Radar fliegend trat plötzlich ein Spiel namens „Lost Odyssey“ in mein Blickfeld. Entwickelt wurde es von ehemaligen Square Mitarbeitern, die die Firma mittlerweile verlassen hatten. Erhofft hatte ich mir einen netten Nostalgietrip, bekommen habe ich ein J-RPG Umfangsmonster der ganz alten Schule! Packt ein paar Chocobos und die „Prelude“ Melodie rein und man hätte es auch unter dem Namen Final Fantasy veröffentlichen können. Der Anfang ist zwar etwas zäh, aber das Durchhalten lohnt sich für einen enttäuschten Fan. Nur den Sinn von bauchfreien Rüstungen werde ich niemals verstehen, andererseits bin ich ja auch kein Designer.

lost-odyssey-fight

 

Bittere Enttäuschung und wage Hoffnung (Final Fantasy XIII und XV)

Leute, ich hasse XIII aus vollstem Herzen! XII hatte auch schon so seine Macken, X hatte Tidus, aber XIII schießt wirklich den Vogel ab mit seiner linearen Welt, völlig verkopften Lore und Charakteren aus dem siebten Zirkel der Japano-Klischee Hölle. Sei es die „total toughe“ Anführerin, der pseudo-coole Badass, der ständig flennende kleine Junge oder der handelsübliche Lolita Charakter, deren Text anscheinend nur aus Piepslauten besteht. XIII ist der erste Teil der Hauptserie, den ich abgebrochen habe. Habe ich die Fortsetzungen „XIII-2“ und „Lightning Returns“ gespielt?! Seid ihr wahnsinnig?!!!?

Final Fantasy war für mich tot! Deshalb konnte mich auch diese seltsame Boygroup aus XV nicht mehr erschrecken. Und XV hat Probleme, massive sogar. Aber dennoch hat dieser Teil etwas, was mich immer wieder zu ihm zurückkehren lässt. Ein endgültiges Urteil hebe ich mir noch auf, da ich noch nicht durch bin. Aber vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung…

xv open world

 

Vivis Herkunft (Final Fantasy IX)

Der kleine Magier ist für viele der Lieblingscharakter dieses Teils. Mit seiner tollpatschigen Art und seinem großen Herzen gewinnt er natürlich direkt viele Sympathien. Umso niederschmetternder ist es dann, wenn man erfährt, dass er eine künstliche Lebensform ist und wie seine Artgenossen nur eine sehr kurze Lebensdauer hat. Seinen Freunden bleibt er aber selbstverständlich treu bis in die letzte Schlacht hinein. Wäre ja auch schade gewesen, mir ist der kleine Kerl wirklich ans Herz gewachsen.

ix vivi

 

Paradoxe Liebesgeschichten (Final Fantasy VIII und X)

Angedeutete Beziehungen gab es auch schon vorher, gerade Locke/ Celes und Cloud/Tifa kommen mir da spontan in den Sinn. Bei VIII und X sind sie aber ein zentraler Punkt der Story und zieren im Falle von VIII sogar das Logo des Spiels. Paradox sind sie für mich vor allem, weil sie funktionieren und ich sie gerne miterlebt habe. Das liegt nicht daran, dass ich Liebesgeschichten nicht mag. Wenn etwas gut erzählt ist, gebe ich allem gerne eine Chance. Ich kann nur in beiden Fällen die Männer nicht besonders leiden. Squall ging mir mit seiner einsilbigen Art irgendwann sehr auf die Nerven und Tidus habe ich nahezu von der ersten Sekunde an gehasst. Dafür zählen Rinoa und Yuna beide zu meinen Lieblingsfiguren der FF Historie und ich gönne ihnen ein wenig Glück. Und wenn Squall seine bewusstlose Rinoa meilenweit in einer anderes Land trägt, nur weil man ihr dort vielleicht helfen kann, dann ist das ja schon irgendwie romantisch. Und Tidus…. na ja, die Szene in dieser Quelle ist ganz schön.

viii squall rinoa

 

Into the great wide open… (Final Fantasy VII)

VII machte vieles anders: die Fantasy Elemente gingen zurück, die Technik hielt Einzug. Die ersten Stunden verbringt man auf einem relativ linearen Pfad durch die gigantische Metropole Midgar. Da ich schon VI kannte, dachte ich mir, dass da noch eine große Weltkarte folgen würde. Auf FF Neulinge muss dieser gewaltige Schritt nach der turbulenten Flucht aus dem Shinra Hauptquartier schier überwältigend gewirkt haben. Plötzlich wurde einem bewusst, WIE groß dieses Spiel eigentlich ist und wie viel es zu erforschen gibt.

vii leaving midgar

 

Die Helden… versagen? Das Ende der Welt?! (Final Fantasy VI)

Alles deutete auf das klassische Ende hin! Nach vielen Spielstunden hatten sich die Bösen in ihrer Festung (einem fliegenden Kontinent) verschanzt, die Helden überwanden Hindernis um Hindernis und standen schließlich ihren Gegnern gegenüber. Gerade noch könnten sie verhindern, dass die magischen Statuen verschoben werden, was das Ende der Welt einleiten würde. Tja, nur leider passiert genau das: Kefka tötet seinen eigenen Imperator und bringt die Statuen aus dem Gleichgewicht. Die Welt stürzt ins Chaos, Menschen sterben, Kontinente werden auseinander gerissen, der ganze Globus brennt….

Ein Jahr später erwacht mit Celes ein Mitglied der Heldentruppe fast alleine auf einer einsamen Insel und sieht eine in Trümmern liegende Welt. Das Spiel ist gerade mal zur Hälfte vorbei!

vi end of the world

(Pictures © Square Enix/ The Spoony Experiment/ Mistwalker)

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