Besondere Momente… im Film

Jeder Filmnerd kennt sie doch: Diese ganz besonderen Momente, die auch beim x-ten Mal noch eine Gänsehaut auslösen. Sie sind der Grund, warum man diesen kleinen Schritt mehr geht und Filme (oder Serien) nicht nur stumpf verfolgt, sondern sie wirklich lieben lernt. Denn sobald eine emotionale Reaktion vorhanden ist, dann, ja dann ist die Grenze vom simplen Konsum überschritten und es entstehen Momente, die sich im besten Fall ein Leben lang auf der internen Festplatte festsetzen. Die Hebefigur aus „Dirty Dancing“, der Tod von Mufasa oder Jack Nicholsons Gesicht in „The Shining“…. jeder hat da so seine Momente. Wollt ihr mir eure mitteilen? Immer her damit!

Ich für meinen Teil gebe immer gerne zu: Mit einem gehörigen Portion Pathos bin ich leicht zu kriegen. Leicht zu inszenieren ist so eine Szene aber keinesfalls, denn schnell ist die Grenze zum Kitsch überschritten und die Sache unheimlich peinlich. Was nun also folgt, sind einige BESONDERE MOMENTE, die für diesen jenen Benjamin V. einzigartig sind, weil sie ihm zeigten, was für eine (audio)visuelle und emotionale Kraft auf der Leinwand und dem Bildschirm entstehen kann. Oder weniger poetisch ausgedrückt: diese ganz besonderen „FUCK YEAH!“ Momente!

 

The Lord Of The Rings – The Return Of The King – „DEAAAAAAAAAAATH!“

Ich liebe diese Trilogie und tatsächlich den ersten Teil am meisten. In Sachen Pathos ist die Rede von König Theoden vor den Toren von Minas Tirith kaum zu toppen. An dieser Stelle auch ein großes Lob an die deutschen Sprecher, die dem O-Ton nahezu ebenbürtig sind. „TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOD!“

theoden

 

 

Rocky Balboa – „The Beast is out, Paulie, the Beast is out!“

Ich liebe diese Reihe! Jede Trainingssequenz, der 80er Overkill in Teil 3 und 4 und auch „Creed“ hat mich vollends überzeugt. Meine absolute Lieblingsszene stammt aber tatsächlich nicht aus dem ersten, sondern aus dem sechsten Teil.

Es ist die letzte Runde des letzten Kampfes von Balboas Leben und er steckt einen üblen Schlag ein. Geht er so kurz vor Schluss zu Boden und muss sich nach einer starken Leistung seinem deutlich jüngeren Gegner doch noch geschlagen geben? Natürlich nicht, er steht wieder auf und bis zum Ende liefern sich beide einen wilden Schlagabtausch. Dass er nach Punkten verliert, interessiert niemanden. Rocky hat es nochmal allen gezeigt und verlässt erhobenen Hauptes die Halle. Und jeder der kein Herz aus Stein hat, verspürt den berühmten Kloß im Hals, wenn Rockys Sohn und Paulie ihn vorm Ausgang am Gehen hindern, seine Arme in die Höhe reißen und ein letztes Mal das Rocky Theme erschallt! Das oder er/sie hat keine emotionale Verbindung zu dieser Reihe. Wobei ich da nicht weiß, wie man so durchs Leben kommt.

rocky

 

Highlander – „Good night, my bonnie Heather!“

Werden wir mal (noch) etwas emotionaler. „Highlander“ ist ein etwas zwiespältiger Film, der nach heutigen Maßstäben schon deutlich Staub angesetzt hat. Wo er aber immer noch funktioniert, ist in den Szenen aus Connors Vergangenheit. Ich liebe die Sequenz, in der man die traurige Seite von Conner McLeods Unsterblichkeit kennenlernt. Untermalt von Queens wunderbaren Lied „Who Wants To Live Forever?“ erleben wir mit, wie er seine große Liebe Heather überlebt, die immer älter wird und am Ende ihres Lebens bedauert, ihrem ewig jungen Mann keine Kinder geschenkt zu haben. Etwas, was Connor als Unsterblicher niemals haben wird, wie ihm an ihrem Grab bewusst wird.

highlander

 

Mad Max Fury Road – „Oh, what a day, what a lovely day!“

Ich liebe, liebe, LIEBE diesen Film! So muss man Action in Szene setzen und nicht mit 87 Schnitten pro Sekunde und seelenlosen Explosionen aus dem Computer. Hier krachen wirkliche Tonnen aus Stahl aufeinander, hier war ein routinierter Regisseur am Werk und hier regiert Imperator Furiosa, eine der wenigen wirklich starken Frauenrollen im männerdominierten Actiongenre. Welche Szene ich euch hier ans Herz legen will? Schwierig, aber eigentlich konnte es doch nur eine sein: Die Fahrt in und durch den gewaltigen Sandsturm! Drei Mal war ich im Kino und drei Mal ging am Ende ein lautes Aufatmen durchs Publikum.

furyroad

 

Interstellar – „Those aren’t mountains…. they’re waves!“

Man kann von Nolans Weltraumabenteuer halten was man will, ich fand es sehr gelungen. Was habe ich mir bei diesem Wasserplaneten alles vorgestellt: unendliche Tiefen, Seemonster, Stromschnellen… Was dann folgte, war so simpel wie genial. Schon in der ersten Szene kann man sehen, wie sich die vermeintlichen „Berge“ im Hintergrund bewegen, aber darauf achtet natürlich niemand. Als ich dann die gigantische Welle das erste Mal auf der Leinwand sah, wurde ich förmlich in den Sitz gepresst. An dieser Stelle übrigens einen lieben Gruß unbekannterweise an die junge Dame neben mir, die sich plötzlich geschockt in meinen Arm krallte.

interstellar

 

The Good, The Bad, The Ugly – „Two hundred thousand dollars is a lot of money. We’re gonna have to earn it.“

Eine der besten finalen Szenen der Filmgeschichte bietet der dritte Teil von Sergio Leones sog. Dollar-Trilogie. Die Spannung, die Kamerawinkel, die Gesichter von Eastwood, Wallach und Van Cleef, der grandiose Score von Enio Morricone – Perfektion!

goodbadugly

 

Rogue One – „HELP US!“

Na klar, eigentlich müsste hier eine Szene aus der alten Trilogie stehen, mein Favorit ist z.B. die gesamte Szene im Thronsaal des Imperators. Und auch wenn die Darth Vader Szene aus dem ersten Star Wars Spinoff mit Sicherheit zu stark gehyped wird: Ein grandioser Kinomoment war sie allemal. Disney schlachtet die Star Wars Marke mittlerweile zu stark aus, aber gegen einen richtigen Darth Vader Film hätte sicherlich nicht nur ich keinerlei Einwände.

rogue

 

Inglorious Basterds – „Has a rat ever done anything to you to create this animosity you feel towards them?“

Zwei Leute sitzen sich gegenüber und unterhalten sich. Lasst einen Mann wie Tarantino ran und so eine Szene wird zur Zerreißprobe des Nervenkostüms. Der Beginn von Tarantinos Kriegsfilm ist ein Meisterstück in Sachen Inszenierung und zeigt einen Christoph Waltz mit einer Performance von Weltrang.

inglorious

 

Terminator 2: Judgment Day – „Three billion human lives ended on August 29, 1997. The survivors of the nuclear fire called the war Judgment Day.“

Worte können dem nicht gerecht werden, was dieser Film und gerade diese Sequenz immer wieder in mir auslöst. Der Krieg gegen die Maschinen, der Horror des atomaren Krieges und der brennende Spielplatz sind Bilder, die sich einbrennen. Endgültig in den Olymp steigt der Beginn meines Lieblingsfilms aber in den letzten Sekunden auf, wenn der Schädel eines T-800 langsam aus den Flammen auf den Zuschauer zufährt und Brad Fiedels legendäres Terminator Theme seinen Höhepunkt erreicht.

terminator

5 Gedanken zu “Besondere Momente… im Film

  1. Ich fand ja gerade den Sandsturm in MMFR am uninteressantesten. Das war mir dann wieder zu sehr CGI-Standard-Getöse. Mein Lieblingsmoment ist gegen Ende, wo Max auf diesem Katapultding hin und her schwingt und im Hintergrund der riesige Lastwagen explodiert. Das sah richtig cool aus.

    Ich würde für meinen Teil nebenbei noch ergänzen: „Jurassic Park“ – Der Ausbruch des T-Rex aus seinem Gehege. Eine für mich bis heute unerreicht grandiose Szene voller Action, Intensität und Spannung.

    Und eventuell: „Die Hard“ – McClane wirft die Sprengsätze in den Fahrstuhlschacht und ist selbst überrascht, dass er dadurch das halbe Nakatomi-Plaza wegbombt. Da spielt aber bei mir dann auch etwas die Nostalgie mit, da ich sowas damals eben zuvor noch nie gesehen hatte.

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  2. Da sind ein paar schöne Szenen dabei, insbesondere das Triell aus The Good…
    Ich hatte letztens ein ähnliches Thema aber mit Regenszenen: https://filmlichtung.wordpress.com/2017/12/02/ein-hoch-auf-den-regen-im-film/

    An trockenen Szenen fallen mir ansonsten auf Anhieb z.B. die Szene aus Goodfellas ein: What do you mean, I’m funny? I amuse you? Like a Clown?“
    oder die Defibrillator-Szene aus Carpenters The Thing und alles was folgt.
    oder das Kokain-getriebene Finale von Scarface „Say Hello to my lil friend!“
    Vermutlich eine Liste die sich laaange fortsetzen ließe…

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