1998 – A Year in Gaming!

Ich bin kürzlich mal wieder über den empfehlenswerten Game One Podcast „Plauschangriff“ gestolpert, der ja glücklicherweise auch unter dem Rocket Beans Banner fortgeführt wird. In einem der Casts wurde die These aufgestellt, 1998 wäre vielleicht das beste Jahr für Videospiele gewesen. Und seitdem spukt mir diese Aussage im Kopf herum! War 1998, das Jahr in dem ich 16 Jahre alt wurde, wirklich so verdammt stark? Ich habe mir daher einfach mal die Releases von Konsolen und PC vorgenommen und war erstaunt, wie viele auch heute noch beliebte Titel in diesen 12 Monaten auf die Spielerschaft losgelassen wurden. So gesehen ist es vielleicht wirklich das beste Jahr für Videospiele gewesen, auch wenn ich subjektiv gesehen vielleicht ein anderes Jahr wählen würde. Mal davon abgesehen, dass ich solche Einteilungen nicht besonders mag. Die schiere Masse an Qualität lässt sich aber nicht wegdiskutieren, lasst uns einen Blick darauf werfen!

 

Zuerst: Der „Pile of Shame“

 

Ich hatte damals keinen (guten) PC und kein N64! Viele der Klassiker auf diesen Plattformen konnte ich daher nur bei Freunden zocken und sie vielleicht nicht so wertschätzen, wie sie es verdient haben. „Half-Life“ ging z.B. lange an mir vorbei, weil ich mich weigerte, die verstümmelte deutsche Version zu zocken. Als ich dem Spiel dann doch mal eine Chance geben konnte (es hat Vorteile nahe an Holland zu wohnen) war ich natürlich sehr beeindruckt. Gleiches gilt für „StarCraft“, was ich bis heute für mit das beste Echtzeit-Strategiespiel halte, was je gemacht wurde. (Ebenfalls mit ganz oben stehen für mich das erste Command & Conquer sowie aus nostalgischen Gründen Warcraft II) Was das N64 sonst noch so bot? Wie wäre es mit „Banjo-Kazooie“, welches „Super Mario 64“ den Titel als bestes 3d Jump’n Run streitig machte? Oder mit „Turok 2 – Seeds of Evil“, wo sämtliche Schwachpunkte des ersten Teils ausgemerzt und dank originellem Setting, gutem Leveldesign und skurrilen Waffen nahezu unbegrenzten Ballerspaß geboten wurde? Und wo wir gerade bei skurrilen Titeln sind: Da gab es noch „Parasite Eve“, eine einzigartige Mischung aus Surival Horror und Rollenspiel. Und nicht vergessen werden soll der Taktik Shooter „Delta Force“, dessen Demo allein mir viele spaßige Stunden bescherte. Wie auch der zweite Teil einer kleinen Reihe namens „Fallout“, die auch heute noch den einen oder anderen Fan haben dürfte.

Was aber wohl der größte Titel auf meinem persönlichen „Pile of Shame“ darstellt, ist ein Spiel welches viele als das beste aller Zeiten bezeichnen: „The Legend of Zelda – Ocarina of Time“! Keine Angst, mittlerweile habe ich es nachgeholt; die einzigartige Erfahrung dieses wegbereitenden Spiels blieb mir aber leider verschlossen. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch ein großartiger Titel. Ich wünschte mir nur, ich hätte ihn damals gespielt.

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UNREAL

 

Wahrlich „unwirklich“ wirkte dieser Shooter damals auf mich und beim Titelstück kriege ich heute noch eine leichte Gänsehaut. Ich bin wirklich nicht der größte Ego-Shooter Fan, aber „Unreal“ ist mir bis heute im Kopf geblieben.

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WARHAMMER: DARK OMEN

 

Düster, dreckig und hammerhart: Der Nachfolger von „Im Schatten der gehörnten Ratte“ machte der Warhammer Lizenz alle Ehre. Heute sicherlich sehr angestaubt und Interessierte sollten unbedingt zur PC Version greifen, denn mit einem Pad ist es schon damals unspielbar gewesen.

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Sind sie nicht niedlich, die kleinen Wuselköppe?!

 

TENCHU: STEALTH ASSASSINS

 

Das dürfte das erste 3rd Person 3d Stealth Spiel gewesen sein oder irre ich mich da? Ich habe es geliebt und das nicht nur wegen der damals recht harten Tötungsanimationen. Es war herrlich, die Laufwege der Gegner von einem Dach zu beobachten, um dann mit einem seiner zwei spielbaren Ninjas zuzuschlagen. Aus heutiger Sicht fallen aber die sehr veraltete Technik, die bockige Steuerung und das unfreiwillig komische Voice Acting auf. Trotzdem traure ich der Tenchu Reihe immer noch ein wenig nach.

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„Hing diese Hand da schon immer? Ach bestimmt!“

 

THIEF: THE DARK PROJECT

 

Das hierzulande als „Dark Project: Der Meisterdieb“ bekannte Spiel war atmosphärisch eine der intensivsten Erfahrungen, die ich je in einem Videospiel gemacht habe. Den zweiten Teil fand ich nochmal ein bisschen besser, den jüngst erschienenen neuen Teil leider überhaupt nicht.

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Immer noch großartig – das Spiel mit Licht und Schatten

 

RESIDENT EVIL 2

 

Muss ich noch mehr sagen? Es ist Resident Evil 2, ein Musterbeispiel einer gelungenen Fortsetzung! Capcom hat einfach mal alle Regler auf 12 gedreht und präsentierte uns mehr Action, mehr Szenarien, vier verschiedene Möglichkeiten zum durchzocken, verrücktere Gegner, eine noch hanebüchenere Story und den verdammt gruseligen Mr.X! Nur die charmant- trashigen Realsequenzen aus dem ersten Teil mussten weichen. Resident Evil sollte nie wieder so gut sein, trotz einem großartigen vierten und einem starken siebten Teil.

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METAL GEAR SOLID

 

Snake? SNAKE! SNAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAKE….

Die Grafik fand ich damals entäuschend, da mich die emotionslosen Gesichter abschreckten. Aber schon als ich im Aufzug hoch in den Vorhof der Shadow Moses Basis fuhr, hatte Hideo Kojima mich von den Qualitäten seiner Vorzeigeserie überzeugt. Damals kannte er noch die richtige Balance zwischen stark inszenierten Cutscenes, ausufernden Gesprächen und abwechslungsreichem Gameplay. Nur Teil 3 reichte nochmal an diese Klasse heran und hat sie meiner Meinung nach sogar nochmal ein wenig übertroffen. Und Finger weg von der wahrlich grauenhaften deutschen Synchro, die für mich mit die schlimmste überhaupt ist.

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So filmisch wurden Spiele seinerzeit noch nie in Szene gesetzt

 

SUIKODEN II

 

Rollenspiele waren und werden immer mein liebstes Genre sein! Ich liebe es, mich in großen Welten zu verlieren, meine Charaktere aufzupowern und mit ihnen Höhen und Tiefen zu durchleben. Der erste Teil war seinerzeit eine gelungene Überbrückung, bis Final Fantasy VII erschien. Suikoden II bietet neben der serientypischen Suche nach allen 108 (!) rekrutierbaren Charakteren eine emotional wesentlich packendere Story, ausgefeilteres Gameplay und den Kochwettbewerb, in den meine Freunde und ich ganze Nachmittage versenkt haben.

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Heute leider ein wenig vergessen ist Luca Blight einer der fiesesten Bösewichte

 

BALDUR’S GATE

 

Westliche RPGs hingen 1998 am Tropf, selbst die Vorzeigeserie „Ultima“ schwächelte ein wenig vor sich hin. Und dann… ja dann kamen die Black Isle Studios und ließen mit „Baldur’s Gate“ ein wahres Schwergewicht auf die Fans los. Basierend auf dem frühen Dungeons & Dragons Regelwerk und mit einem anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad ausgestattet schlug der Titel ein wie eine Bombe und ist auch heute noch das Zocken wert. Lediglich in Sachen Geschichte und Charakterentwicklung kann „Baldur’s Gate“ heute nicht mehr mithalten. Als Pflichtprogramm würde ich es daher nicht bezeichnen, seinen in allen Belangen nochmal besseren Nachfolger (inklusive Add-On „Throne of Baal“) allerdings schon.

Und auch hier muss man vor der deutschen Synchro warnen, die (im Gegensatz zu der von „Metal Gear Solid“) immerhin in ihrer Art irgendwie charmant ist. Es ist nämlich wirklich ein Erlebnis, einem sächselnden Elfen zu begegnen, der einem im Kampf gegen Gnolle unterstützt, deren Schlachtruf „Dumdideldei, aus dir mach ich Brei!“ lautet.

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Minsc – wie kann man ihn nicht lieben? „Butt kicking…for goodness!!!“

 

Das hier ist nur ein kleiner Rückblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Trotzdem würde ich der These der Rocket Beans zustimmen: 1998 war von der Quantität an hochwertigen Spielen ein wahrer Killer! Habe ich etwas vergessen? Habt ihr Spielejahre, die euch total gefesselt haben? Immer heraus damit!

 

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