Filmkritik/-hass: „The Dark Tower“ – Null Erwartungen, trotzdem locker unterboten

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12. August 2017 von TheGunslinger82

blade

Was mir bei Facebook so einfiel…

 

Leute, ganz ehrlich: Ich bin vollkommen ohne Erwartungen an „The Dark Tower“ herangegangen und das obwohl ich die Vorlage zu meinen Lieblingsbüchern zähle. Und eigentlich wollte ich mir den Film auch gar nicht im Kino ansehen, aber gestern gab es schöne private Neuigkeiten und den Tag wollte ich dann eben mit ein paar Leuten im Kino abrunden. Die Trailer hatten mich aber schon auf etwas vorbereitet, was Stephen Kings Vorlage nicht gerecht werden wird. Ein kleiner Funke Resthoffnung schwang aber immer noch mit – nicht auf eine adäquate Umsetzung, sondern darauf zumindest Teile aus Mittwelt auf der Leinwand und insgesamt eine nette „What if….?“ Geschichte zu sehen.

Hätte ich mal auf mein Bauchgefühl gehört! Der Film konnte ja gar nichts werden, wenn bereits fundamentale Dinge der Vorlage nicht beachtet werden. Die „total mega coole“ Nachladesequenz der Revolver im Trailer soll daher mal sinnbildlich für einen unfassbar generischen Film der späten 2010er Jahre stehen. „Der dunkle Turm“ (als Buch) ist NICHT cool und Roland ist vor allem schon mal kein ständig grimmig guckender Actionheld und dessen Gegenspieler Randall Flagg hat auch mehr zu bieten, als alle Schritte im Buch „Das kleine 1×1 der Filmbösewichte“ haargenau zu befolgen. Und wer auf die verrückte Wahnsinnsidee gekommen ist, aus Jake den Hauptcharakter zu machen, sollte mal ganz dringend seinen übermäßigen Konsum von „Young Adult“ Filmen überdenken.

„Aber Ben“, sagt ihr, „es ist ein Film, ein völlig eigenes Medium. Du musst den für sich stehen lassen und darfst ihn nicht ständig mit der Vorlage vergleichen!“ Da sage ich mal ganz frech: Bullshit! Natürlich darf man das, ohne die Bücher wäre dieser Film nie gemacht worden! Und ich wäre wirklich mit sehr wenig zufrieden gewesen, denn es gab schon seine Gründe, warum „The Dark Tower“ (Der Film) eine so holprige und lange Entstehungsgeschichte hatte. Aber leider wird einem auch ohne Kenntnis der Vorlage nichts geboten, was man nicht in der nächsten Woche direkt wieder vergessen hätte.

 

 

SPOILER BUCH UND FILM

 

Wenn man sich in der Welt von Roland Deschain auskennt, wird die Sache aber noch viel schlimmer. Und ja, das fängt direkt mit der Besetzung an! Ich weiß, ich weiß, die sog. SJW bekommen nun direkt wieder Schnappatmung, aber Roland ist nun einmal nicht schwarz. Wäre er es, würde der Konflikt mit Detta Walker gar keinen Sinn ergeben. Aber zum Glück umgeht man dieses Problem ja, INDEM SIE GAR NICHT VORKOMMT! Ebenso wenig Eddie Dean oder Oy, den ich wirklich gerne mal gesehen hätte.

Die Charaktere kommen doch erst später vor, sagt ihr? Als ob das noch wichtig wäre, denn man springt ja ohnehin quer durch die Timeline und tötet am Ende auch mal eben den „Man in Black“. Er findet sein Ende zwar durch Rolands Hand und nicht durch die von Mordred, aber das ist nun auch nicht mehr wichtig. Roland, der übrigens zu keiner Sekunde wie das halbe Wrack wirkt, was sich durch „die größte aller Wüsten“ geschleppt hat, um den Mann in Schwarz zu fangen! Idris Elba, du bist eine coole Sau und ich sehe dich immer gerne, aber hier bist du vollkommen fehlbesetzt! Aber was sollst du bei so einem Drehbuch auch machen, was deinem Charakter sämtliche Ecken und Kanten abschleift. Zu keiner Sekunde habe ich einen Roland Deschain gesehen, der nahezu besessen von dem Gedanken ist, den Turm zu erreichen. Der „Film-Roland“ würde dieses Ziel niemals so vehement verfolgen, dass er Jake sogar in einen Abgrund stürzen lässt. Einen Jake, der es übrigens zu keiner Sekunde verdient hat, der Hauptcharakter des Films zu sein!

353px-Roland_in_Tull

Kommt die Tull Szene vor? MUAHAHAHAH!

 

Und dieses ständige Zeigen des Horns von Gilead können sich die Macher auch in den Hintern schieben!

SPOILER ENDE

 

Das war gar nichts! Als Film austauschbar, als Umsetzung ein Schlag ins Gesicht! Hätte man z.B. „Der Herr der Ringe“ mit ähnlicher „Sorgfalt“ umgesetzt und ähnlich viel gestrichen, hätte man die Handlung locker in einen Film packen können: „Böser Ring – auf zum Schicksalsberg – ein paar Orks verprügeln – Ring reinwerfen – Ende“!

 

Go then, there are better movies than this one…

 

(z.B. hier, hier und hier)

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5 Kommentare zu “Filmkritik/-hass: „The Dark Tower“ – Null Erwartungen, trotzdem locker unterboten

  1. trex111 sagt:

    So schlimm? Ohje… Tut mir leid, war aber voraus zu sehen. Stephen King Verfilmungen sind wirklich zu 80% Schrott 😦

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  2. […] Popcornfilme Quadrataugenrunde Remember it for later Schundkritik Shalimas Filmwelten Splattertrash The Gunslinger Ulrike tratscht Kino Wessels Filmkritik Wortman […]

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  3. […] Film habe ich mich hier ja schon genug […]

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