Gedanken zu GoT 7×04 „The Spoils Of War“

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7. August 2017 von TheGunslinger82

Die Halbzeit liegt hinter uns und ebenso die kürzeste Folge dieser Season. Ich werde keine Lauflängen verraten, aber wir können uns in den letzten beiden Episoden auf Überlänge freuen. Werfen wir aber zunächst einen Blick auf „The Spoils Of War“, eine Folge die vorher ins Internet gelangte. Ich hoffe aber, dass dies den Quoten keinen Abbruch getan hat. Von dem was ich gelesen habe, war die Qualität des Leaks ohnehin nicht besonders berauschend.

 

 

Die Stark Kinder

Angenehm wenig Schauplätze hat diese Folge, was gleich nicht mehr so gehetzt wirkt wie es bisher in Season 7 der Fall war. Auf Winterfell treffen so langsam sämtliche noch lebenden Starks ein, während Littlefinger seit Wochen denselben Text mit leichten Variationen herunterleiert. Ganz offensichtlich will er den Norden und Sansa unter seine Kontrolle bringen, aber mit jedem störrischen Stark mehr wird dieser Plan schwieriger. Gerade Arya reagiert ja direkt mit Misstrauen, als sie seinen Namen hört. Vorher gibt es aber noch eine schöne Reunion in der Gruft von Winterfell mit ihrer Schwester, die sie seit Season 1 nicht mehr gesehen hat. Bran reagiert wiederum ähnlich distanziert wie er es bei Sansa tat. Und das lässt mich bei seinen Szenen immer ein wenig stolpern! Mein Problem ist nicht, DASS er so kühl reagiert, sondern wie plötzlich er so geworden ist.

Es ist durchaus realistisch, dass einem menschliche Bünde recht egal werden, wenn der eigene Kopf plötzlich mit allem Wissen aus Vergangenheit und Zukunft geflutet wird. Nur leider hat man davon in Season 6 nicht einmal eine Andeutung gesehen, im Gegenteil: Bran war z.B. sogar traurig, als Benjen sie in 6×10 verließ. Hat ihn die Vision von Jons Herkunft so verändert? Nein, das ist für mich Storytelling der holprigen Art.

Was mir allerdings gut gefallen hat, war die kleine Trainingsstunde von Arya und Brienne. Erstens, weil die Große einer meiner Lieblingscharaktere ist und sie bisher nur wenig zu tun hatte. Und zweitens, weil es nett war mal ein wenig von Aryas Fähigkeiten zu sehen. Die Art wie ihr Training in der Serie dargestellt wurde finde ich nach wie vor nicht gelungen, aber ein bisschen „badass“ ist sie ja schon. Nettes Detail: Die Macher sind nicht in die Falle getappt und haben sie Brienne deklassieren lassen. Nachdem diese erkannt hatte eine würdige Gegnerin vor sich zu haben, landete auch sie ihre Treffer. Aber auf die Frage nach dem Lehrmeister nur auf die „Faceless Men“ zu verweisen und Syrio vergessen?! Uncool Arya, uncool!

 

 

Cersei hat gute Laune

Viele Feinde vernichtet, die Iron Bank beschwichtigt, eine neue Söldnertruppe zusammengestellt und Tycho Nestoris überredet diese auch noch zu finanzieren, sobald das Gold aus Highgarden eingetroffen ist?! Also ganz ehrlich, was soll da noch schiefgehen? * hust *

 

 

Auf Dragonstone

So viele Charaktere hat man wohl selten zusammen gesehen! Nun trifft auch noch Theon ein und rennt gleich mal Jon in die Arme, der verständlicherweise nicht besonders gut auf ihn zu sprechen ist. Ich mag an der Serie diese Querverweise auf alte Geschichten  und das man sich immer ins Gedächtnis rufen muss, was die einzelnen Charaktere voneinander wissen und was eben NICHT. Ich hatte bei Theon in Bezug auf Jon nur die Rettung Sansas im Kopf und das sie beiden auf Winterfell aufwuchsen. Aber dann fiel mir der Grund für Jons Wut ein: Ohne Theons schicksalhaften Verrat und den saudämlichen Plan Winterfell einzunehmen, hätte es Robb wahrscheinlich nicht zu den Twins verschlagen und damit auch nicht den Beinahe-Untergang des Hauses Stark herbeigeführt.

Jon Snow gefällt mir als König übrigens weiterhin erstaunlich gut. Ich mochte ihn immer, aber zu meinen Lieblingscharakteren zählte er eigentlich nie. Jetzt sieht man, wie er an dieser Aufgabe wächst und als wessen Sohn er zumindest geistig ist. Ich gehe übrigens davon aus, dass er Daenerys irgendwann den Thron nicht mehr streitig macht. Genau genommen tut er das auch jetzt schon nicht, auch wenn sie das wohl anders sieht. Sobald eine Strategie gegen die Gefahr aus dem Eis steht, wird es ihm egal sein, ob man ihn „King IN…“ oder „Warden OF the North“ nennt. Nettes Detail übrigens, wie Ser Davos Jons „lesser“ in „fewer“ korrigiert. Der Onion Knight hat eben vom Besten gelernt.

stannis-approves

 

 

The Mother of Dragons strikes back

Falls ihr meine anderen Folgenbesprechnungen gelesen habt, solltet ihr mitbekommen haben, dass ich Daenerys nicht besonders mag. Für mich trägt sie auch weiterhin das Potential zur „Mad Queen“ in sich, da sie immer noch die Ungeduldigkeit eines Teenagers hat (was sie in den Büchern ja auch noch ist). Dazu wird ihr seit der Kindheit eingetrichtert, dass das Herrschen das Geburtsrecht ihrer Familie ist. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es nur konsequent, dass sie nun so handelt, wie sie es getan hat. „Meine Berater bauen nur Mist, aber verdammt nochmal… ich habe drei Drachen. Dann brenne ich meine Feinde eben alle nieder!“

Und so kommt es zur fast vollständigen Vernichtung der Lannister Armee, die gerade siegreich aus Highgarden heimwärts marschierte. Kombiniert mit den (kalkulierten) Verlusten bei Casterly Rock und dem Verlust des Goldes dürfte Cerseis großartige Position aus der letzten Episode nun wieder sehr ins Wanken geraten sein. Die Schlacht (oder das Massaker) war natürlich wieder mal sehr stark inszeniert, das ist bei Game of Thrones ja schon Standard. Allerdings stößt mir wieder einmal das scheinbare Teleportieren ganzer Armeen sauer auf. Und nein, das kann ich nicht einfach vergessen, denn die Serie hat früher mal großen Wert auf solche Details gelegt. Eurons Flotte umrundet scheinbar mühelos einmal ganz Westeros und eine riesige Horde Dothraki hat es nun ganz einfach von Dragonstone in die „Reach“ geschafft, obwohl der Weg mit Sicherheit durch das Gebiet von King’s Landing führt. Na ja, damit muss man nun wohl rechnen, schade finde ich es dennoch. (Mir ist übrigens bewusst, dass die Handlungsstränge nicht alle zeitgleich spielen!)

Was hatte ich Angst um Bronn und was für eine coole Sau er doch ist! Auge in Auge mit einem heranfliegenden Drachen die Ruhe zu behalten, während um einen herum ein Inferno tobt schafft sicher nicht jeder. Warum haben die eigentlich nur eine von diesen Waffen gebaut? Es war mir übrigens klar, dass Drogon nicht sterben wird. Ich gehe weiterhin von mindestens einem toten Drachen aus, aber da wird es wohl einen seiner Loserbrüder erwischen, die ohnehin kaum Screentime bekommen. Ich habe Jaimie am Ende übrigens die Daumen gedrückt, auch wenn mir klar war, dass er es nicht schafft. Schockierende, aus dem Nichts kommende Tode von Hauptfiguren (z. B.Robb oder Renly) sehe ich in den finalen Staffeln einfach nicht mehr. Also keine Angst: Auch Jaimie wird nicht einfach ertrinken, weil ihn seine (verdammt cool aussehende) Rüstung unter Wasser zieht. Wäre auch sehr traurig, er ist ein weiterer meiner derzeitigen Favoriten.

jaimie

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21 Kommentare zu “Gedanken zu GoT 7×04 „The Spoils Of War“

  1. Filmschrott sagt:

    Ich wäre mir bei Drogon ja nicht so sicher. Könnte mir schon vorstellen, dass der irgendwann vom Himmel geholt wird. Dann aber wirklich erst gegen Ende der Serie. Momentan halte ich die Drachen erstmal noch für ziemlich gesichert.
    Und dass die nur ein Harpunenschussgerät haben, war auch direkt mein erster Gedanke. Ich dachte halt, die stellen da ne ganze Reihe von den Dingern auf und ballern dann eine Salve von Pfeile in den Himmel, damit die Drachen denen nicht so einfach ausweichen können. Man hat das hier aber immerhin gut gelöst. Der Drache schwebte ja direkt vor Bronn in der Luft, um den abzufackeln und Bronn konnte einfach schneller schießen. Wenn man das jetzt nicht jedes Mal so macht, ist das schon okay.

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    • Ich denke und hoffe, die bauen nun eine ganze Batterie von den Dingern und lassen diesen Plotpunkt nicht einfach fallen.

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      • Filmschrott sagt:

        Ich sags mal so: Wenn Bronn oder Jaime es zurück nach Kings Landing schaffen, müssen die einfach mehr von den Dingern bauen, da sie ja wissen, dass man damit den Drachen zumindest treffen kann.
        Wenn sie allerdings in Gefangenschaft geraten, gäbe es ja nicht mehr wirklich jemanden, der von Bronns Einsatz des Teils berichten könnte. Alle anderen sind ja abgefackelt. Da würde ich dann ein Auge zudrücken.
        Aber generell bin ich auch dafür, dass die da dran bleiben. Das Ding im Keller einzuführen, nur um dann einmal auf nen Drachen zu ballern, wäre doch arg wenig.

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      • Einerseits möchte ich, dass sie entkommen, andererseits möchte ich Tyrion auch gerne wieder auf seinen Bruder und seinen Kumpel treffen sehen. ^^

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      • Filmschrott sagt:

        Man könnte ja auch Bronn gefangen nehmen und Jaime entkommt, weil sie glauben, dass er tot ist. Dann hätte man beides. Wobei ich die Gefangenschaft beider insgesamt spannender fände.

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  2. k4tze sagt:

    Joor, Zah, Frul wäre hilfreich gewesen für Jaime. Ich hoffe Drogon überlebt.

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    • Ist das der “Dragonrend“ oder “Dragonfall“ Schrei?

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      • k4tze sagt:

        Dragonfall. Bei mir funktionierte dieser immer am besten.

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      • Dito. Wobei mich die Drachen in Skyrim irgendwann schon genervt haben, da sie kaum noch eine Herausforderung waren. Da haben andere Spiele Kämpfe gegen große Kreaturen besser hinbekommen.

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      • k4tze sagt:

        Immer dann, wenn man gerade auf dem Weg woanders hin war, tauchte ein lästiger Drache auf. Und dann schleppt man die Knochen mit, weil man sich denkt: Vielleicht, irgendwann, wer weiß, sonst verkaufe ich sie.. Und man kann wieder zurück reisen. Jedes. verdammte. mal. 😀

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      • Ja, ich hab den Mist auch ständig dabei gehabt. Bei meinem zweiten Durchlauf machte es ja auch Sinn, aber bei jedem ersten Durchspielen eines Elder Scrolls Teils spiele ich einen Stealth Charakter – der braucht diese schweren Rüstungen gar nicht. 😀 Man konnte den Kram aber dennoch nicht liegen lassen.

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      • k4tze sagt:

        😀 Und ich fürchte immer wieder, dass ich die einzige bin, die sich denkt: Aber was wenn.. Man weiß ja nie? Kennst du die YouTuberin Shirley Curry? Sie nimmt immer gerne Töpfe und Teller mit.

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      • Nein, die sagt mir nichts. Ich glaube am meisten Mist habe ich bei Fallout 4 mitgeschleppt, weil mir der Siedlungsbau so einen Spaß gemacht hat. Im Endeffekt bringt das einem ja nicht viel (da ist noch viel Potential drin), aber toll wars dennoch.

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      • k4tze sagt:

        Schau sie an: Die Dame ist 70? und zockt Skyrim (und alles mögliche). Ich glaubte eine Zeitlang nicht, dass es wirklich die alte Dame ist – aber bei dem Tempo, muss sie es selbst sein – und sie nimmt gerne Töpfe und Teller mit.

        Fallout sollte ich irgendwann zu Ende spielen.. Immerhin weiß ich, dass der Hund überlebt ^^

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      • Und wie er das tut. Der ist mir mal in eine Mini Nuke gelaufen und kam wenige Minuten später fröhlich auf mich zugewetzt und spielte mit einem Teddy, den er im Inventar hatte. 😀

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      • k4tze sagt:

        Hätte ich nicht gewusst, dass er überlebt, hätte ich spätesten zu solch einem Zeitpunkt wohl einen Herzinfarkt bekommen 😀

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      • Ich hab mich schon immer schlecht gefühlt, wenn er verletzt war und winselte. Deswegen hab ich dem in meiner Siedlung einen riesigen Platz gebaut und ihn oft da gelassen. 😀 Soll doch einer von den menschlichen Begleitern die Kugeln fangen, meinem Hund passiert nichts!

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      • k4tze sagt:

        Genau so sehe ich das auch. Mein Minecraft-Pferd starb (kam nur ganz ganz selten vor) und ich mache mir Stunden Sorgen und denke darüber nach, keine Pferde mehr in Gefangenschaft zu holen, nur damit ich sie sammeln kann. Nein, lieber verlege ich meine Pferde-Farm dorthin wo sie sind, und baue einen großen Zaun 😀 Ich verstehe dich zu 100%.

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      • Ich bin ja noch mehr ein Vogel-Mensch (hatte die ersten 22 Jahre meines Lebens einen Nymphensittich, der alte Mann wär älter als ich 😀 ), aber die gibt es so selten als Begleiter.

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      • k4tze sagt:

        So einen hatte ich auch mal! Er hat mir tatsächlich ein paar Haare vom Kopf abgeknabbert. Irgendwann entwischte er aus dem Zimmer. In Ark gibt es Flugsaurier. Sind sogar ziemlich wichtig und nützlich wenn man Dinge erledigen muss und nicht durch einen Sumpf voller Krokodile und Schlangen rennen mag ^^

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  3. Es gibt ein schönes Bild von mir mit ihm, da habe ich auch noch Haare zum knabbern. Ich kann es nicht beurteilen, aber so lang wie deine auf dem Bild sind die sicher schon mal gewesen. Ja, Nymphensittiche sind super. Meiner war leicht wahnsinnig, aber ich verbuche das mal unter “Charakter“. 😀

    “Ark“ sagt mir so nichts. Außer, dass der Held von Terranigma so heißt. 😀

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