Star Trek: The Next Generation – 30 Gründe, diese Serie zu lieben

7

5. August 2017 von thegunslinger82

 

Man könnte glauben, das hier wäre zum Teil eine Doctor Who Fanseite! Aber nein, da muss ich euch leider enttäuschen. Zum Einen würde ich mir niemals ein so enges konzeptionelles Korsett auferlegen und zum anderen habe ich bereits eine Science Fiction Serie, zu der ich immer wieder zurückkehre. Eine, die für mich wie eine Wohlfühldecke ist! „Star Trek – The Next Generation“ begleitet mich seit meiner Kindheit, als ich die deutsche Erstausstrahlung im ZDF mitverfolgt habe und sie wird immer wichtig für mich sein. Irgendetwas an der ruhigen, sehr dialoglastigen Erzählstruktur löst in mir einfach eine tiefe innere Ruhe aus, die mich immer glücklich macht. Und Nein, das ist nicht der Grund, warum ich angeblich wie ein jüngerer Jonathan Frakes aussehe.

Deswegen habe ich mich abermals dem Konzept der Topliste bedient, denn so kann man dem Leser am besten einen Gesamtüberblick verschaffen und gleichzeitig einige Tipps für einen Quereinstieg geben.

 

30) Familienbegegnung/ Family (4×02)

Eine sehr wichtige und ungewöhnliche Folge, da sie nicht zu einem Zweiteiler gehört, die Handlung der vorherigen Folgen aber dennoch weiterführt. Heute gang und gäbe, damals eher ungewöhnlich. Die Crew bekommt nach ihrer Schlacht gegen die Borg Landurlaub und wir folgen den Worf, Wesley und Picard in ihren jeweiligen Geschichten. Gerade Picard leidet noch sehr unter dem Erlebten, was Patrick Stewart mal wieder die Chance gibt sein schauspielerisches Können unter Beweis zu stellen.

family

Jean-Luc Picard und sein Bruder Robert

 

29) In der Hand von Terroristen/ Starship Mine (6×18)

„Die Hard“ auf der Enterprise! Picard wollte eigentlich nur seinen Sattel vom verlassenen Schiff holen, stolpert aber dabei mitten in eine Verbrecherbande hinein, die die Enterprise stehlen wollen. In einer Parallelhandlung muss sich die Crew mit einer Geiselnahme und langweiligen Diplomaten herumschlagen, während Data Smalltalk lernt.

Riker: „Ich muss zugeben, ich bin fasziniert davon, wie lange sich zwei Leute über nichts unterhalten können.“

 

28) Die Verschwörung/ Conspiracy (1×25)

Seien wir ehrlich: TNG brauchte lange, um richtig in Gang zu kommen und die erste Season ist heute ohne Fanbrille nur noch schwer ansehbar. Aber abgesehen von Mission Farpoint und Tasha Yar sollte man zumindest diese, die Föderation unterwandernden Parasiten und den einzigen „Splatter“ Effekt der Star Trek Geschichte kennen.

Tötung_des_neuralparasit-muttertiers

„The Thing“ trifft auf Star Trek

 

27) Das Experiment/ Remember Me (4×05)

Und hier beginnt sie auch in dieser Liste: TNGs stolze Tradition, die Enterprise andauernd in irgendwelche Zeitschleifen, Wurmlöcher oder Dimensionsverschiebungen fliegen zu lassen. Aber warum auch nicht, wenn dabei mit die besten Folgen der Serie entstehen? Hier verschwinden immer mehr Personen vom Schiff und nur Beverly Crusher scheint ihr Fehlen zu bemerken. Für alle anderen haben die Verschwundenen nie existiert!

Dr. Crusher: „Computer! Was ist das für ein Mist, den ich da sehe?“

 

26) Die Macht der Paragraphen/ The Ensigns Of Command (3×02)

Star Trek stand für mich immer für Philosophie, Ethik und das Erörtern von verschiedenen Standpunkten. Die blitzenden Laser und Weltraumschlachten von Skywalker und Co. findet man hier eigentlich nie. Picard und seine Crew suchen stets zuerst die diplomatische Lösung, so schwer sie auch durchzusetzen sein mag. In dieser Folge muss Data die Ansprüche der Sheliak auf einen Planeten durchsetzen, die eine bis dahin unbekannte menschliche Kolonie auf ihrem Besitz nicht dulden. Aber darf man diese Menschen aus ihrer Heimat vertreiben?

paragraphen

Ein herrlicher Moment am Ende

 

25) Noch einmal Q/ Déjà Q (3×13)

Wir begeben uns in „Sinnlos im Weltraum“ Territorium, was einem viele Folgen durchaus kaputt machen kann. Ein Q, der sich mit seiner plötzlichen Menschlichkeit auseinandersetzen muss ist aber auch ohne alternative Synchro sehenswert.

Und wenn dir datt‘ nich‘ passt, dann muss ich echt ma‘ guckn, ob meine Axt noch scharf genug für Knochen is’…. Junge!

Q: „Was muss ich noch tun, um Sie zu überzeugen?“

Worf: „Sterben Sie!“

Q: „Sehr einfallsreich Worf, haben Sie ein paar Bücher gefressen?“

 

24) Katastrophe auf der Enterprise/ Disaster (5×05)

Sämtliche Sektionen des Schiffs werden durch Systemausfälle voneinander getrennt! In unterschiedliche Gruppen aufgeteilt und ohne Kommunikationsmöglichkeit untereinander, versucht die Crew das Schiff wieder flott zu machen oder einfach nur zu überleben. Besondere Highlights: Worf als Hebamme und Captain Picard, der mit Kindern im Turbolift festsitzt und diese beruhigen muss.

katastrophe

Das Dankeschön der Kinder

 

23) Mission ohne Gedächtnis/ Conumdrum (5×14)

Der gesamten Crew wird das Gedächtnis genommen und sie gelangen zu der Überzeugung, sie wären in einer kriegerischen Mission unterwegs. Eine sehr interessante Episode, die zeigt, wie einige Charaktere so ticken. Worf schwingt sich schnell zum Kapitän auf, während Riker wohl immer ein Frauenheld bleiben wird. Aus heutiger Sicht mutet es aber schon seltsam an, dass sein One Night Stand mit Ro Laren nachher nie wieder thematisiert wurde. Und warum der Scan die biologischen Gehirne   als auch das Androidenhirn Datas beeinflusst, ist etwas, worüber man nicht zu lange nachdenken sollte. So macht man sich nämlich nur eine abwechslungsreiche Folge kaputt.

 

22) Das Recht auf Leben/ Silicon Avatar (5×04)

Das Kristallwesen aus Folge 1×13 („Das Duplikat“) tritt wieder auf und zerstört direkt zu Beginn eine neue Kolonie auf Melona IV. Die Enterprise versucht daraufhin mit Hilfe der Xenologin Dr. Kila Marr eine Kommunikation mit einer Lebensform aufzubauen, die sich (wie Galactus aus den Marvel Comics) von der Energie ganzer Planeten ernährt. Darf man eine gefährliche, aber einzigartige Lebensform zum Schutze ganzer Völker töten? Eine Frage, bei der nicht nur Dr. Marr und Captain Picard völlig unterschiedliche Ansichten vertreten. Sie hatte nämlich ihren Sohn bei einem früheren Angriff des Wesens verloren und formt einen seltsamen Bund mit Data, der Zugriff auf dessen Tagebücher hat und sogar mit der Stimme ihres Sohnes Raymond sprechen kann.

recht auf leben

Eine trauernde Mutter

 

21) Datas erste Liebe/ In Theory (4×25)

Wenn ich ehrlich bin, finde ich die Rahmenhandlung um die Subraumverzerrungen an Bord nicht besonders aufregend. Was diese Folge aber zu etwas besonderem macht, ist die Beziehung Datas zu Jenna D’Sora, die sich in den Androiden verliebt hat. Er selber ist aber zu solchen Gefühlen nicht in der Lage, entscheidet sich aber dennoch, eine Liebesbeziehung einzugehen. Das Thema bietet natürlich einiges an komödiantischem Potential, aber auch die ernsten Szenen funktionieren erstaunlich gut. Ein großes Lob an die Schreiber!

Data: „Captain! Ich benötige dringend einen Rat, wie ich …“

Picard: „Ja, davon habe ich schon gehört. Und ich biete Ihnen gerne meinen Rat an, wenn es darum geht, Frauen zu verstehen. Wenn ich einen habe, gebe ich Ihnen Bescheid.“

(Picard dreht sich um und geht weg)

datas erste liebe

Ähm… romantisch?

 

20) Geheime Mission auf Celtis Drei/ Chain of Command (6×10 & 6×11)

Einer der vielen starken Zweiteiler der Serie! Die Cardassianer haben Captain Picard entführt und versuchen ihn unter Folter zu brechen, während die Enterprise unter Captain Jellico ihn zu befreien versucht. Gerade Patrick Stewart darf hier wieder richtig auftrumpfen und der „There are four lights!“ Satz dürfte auch einiges an Bekanntheit genießen.

Picard: „Trotz allem, was Sie mir angetan haben, bemitleide ich Sie immer noch. Wenn ich Sie ansehe, sehe ich einen sechsjährigen Jungen, der sich selbst nicht schützen kann.“

 

19) Der Gott der Mintakaner/ Who Watches The Watchers (3×04)

Die oberste Direktive (grob gesagt: „Kein Kontakt mit Völkern, die den Warp Antrieb noch nicht erfunden haben!“) verbietet nicht das Beobachten von Präwarp-Zivilisationen. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände beeinflusst die Enterprise aber das Denken der Mintakaner, ein Volk welches nach unseren Begriffen gerade auf dem Weg in die Antike ist. Um keinen alten Aberglauben aufleben zu lassen, muss nun bewiesen werden, dass „Der Picard“ kein Gott ist.

An dieser Folge muss ich wieder das geschickte Drehbuch loben, denn ungefähr so könnte es durchaus ablaufen, wenn wir in die Geschichte eines Volkes eingreifen, welches noch nicht bereit dazu ist.

mintakaner

„Der Picard“ und die Mintakaner

 

18) In den Subraum entführt/ Schisms (6×05)

Man sollte meinen, eine „Aliens entführen heimlich Menschen“ Story sollte bei Star Trek nicht möglich sein. Schließlich haben sie ja bereits Kontakt zu allen möglichen Rassen, Universalübersetzer, Scanner und alle möglichen anderen technischen Spielzeuge. Trotzdem entdecken immer mehr Crewmitglieder Spuren von heimlichen Untersuchungen an sich, was in einer ziemlich gruseligen Szene auf dem Holodeck mündet, wo die Betroffenen das Puzzle aus ihren wagen Erinnerungen zusammensetzen. Eine ungewöhnliche Folge mit leichter Horror Atmosphäre, wie sie sonst nur „Genesis“ (7×19) bieten konnte.

 

17) Der Überläufer/ The Defector (3×10)

Oh Mann, gerade diese Geschichte wurde mir durch „Sinnlos im Weltraum“ beinahe kaputt gemacht. Deren Version der Verhörszene ist aber auch einfach zu gut! Wenn man diesen „Ballast“ ausblenden kann, bekommt man aber ebenfalls eine sehr gute Folge präsentiert. Sie ist nur eben nicht im geringsten Maße lustig, handelt sie doch von einem Romulaner, der seine Heimat aufgibt und das Leben als Verräter akzeptiert, um einen blutigen Krieg zwischen seinem Volk und der Föderation zu verhindern.

Alidar Jarok: „Meine Tochter wird in dem Glauben aufwachsen, ihr Vater sei ein Verräter. Aber sie wird aufwachsen!“

 

16) Das Standgericht/ The Drumhead (4×21)

Das leider immer noch aktuelle Thema „Vorurteile aufgrund der Herkunft“ liegt dieser Episode zugrunde. Aus einem Sabotageversuch entwickelt sich ein Gerichtsdrama um den jungen Crewman Simon Tarses, dessen romulanische Wurzeln ihn in den Augen der Richterin bereits zum Hauptverdächtigen machen. Picards Einsatz hat nicht den gewünschten Effekt und plötzlich steht er selbst im Mittelpunkt einer Hexenjagd.

Was mir hier besonders gut gefällt, sind nicht nur die starken Dialoge sondern auch die vielen Querverweise auf alte Folgen. Wie gesagt: Das war seinerzeit nicht unbedingt üblich.

standgericht

Auf der Anklagebank

 

15) Gedächtnisverlust/ Future Imperfect (4×08)

Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr eines Morgens aufwacht und ihr habt die letzten 16 Jahre eures Lebens vergessen? Nun, dieser Situation muss sich Commander Riker stellen und mit dieser Lücke im Kopf die Enterprise kommandieren, diplomatische Verhandlungen führen und eine neue Bindung zu seinem Sohn (!) aufbauen.

Ich mag diese „Was wäre, wenn…“ Geschichte sehr, auch wenn jedem klar sein sollte, dass die Serie hier keinen neuen Status Quo einführt. Die Auflösung und ein gewisses Aliendesign finde ich auch nicht besonders gelungen, aber dieser Blick in eine mögliche Zukunft und damit der Großteil der Laufzeit rechtfertigen diese hohe Platzierung. Und Picard mit Bart sieht einfach schweinecool aus, wenn auch nicht ganz so wie Mr. Spock es damals tat!

Data: „Sir, ich finde es höchst interessant, wie viel Wert die Menschen darauf legen, den Tag ihrer Geburt zu feiern, einen Tag, an den sie sich unmöglich erinnern können.“

 

14) So nah und doch so fern/ The Next Phase (5×24)

Hey, eine Phasenverschiebung! Ganz ehrlich, ich würde mich wirklich versetzen lassen, so oft wie solche Dinge auf der Enterprise passieren…… okay, ist gelogen. Ich würde trotzdem auf dem Schiff bleiben.

So wie Ro Laren und Geordi als körperlose „Geister“ auf dem Schiff herumirren, möchte ich aber auch nicht. Da schaue ich doch lieber von meinem Sofa zu, wie die beiden aus ihrer misslichen Lage entkommen wollen.

 

13) Der Rachefeldzug/ The Wounded (4×12)

Ich mag Miles O’Brien und freue mich, dass er in dieser Folge mal mehr im Fokus steht. Sein alter Captain Maxwell steht nämlich unter Verdacht einen privaten Rachefeldzug gestartet zu haben. Außerdem werden die Cardassianer eingeführt und Marc Alaimo tritt das erste Mal als Angehöriger dieser Rasse auf. Später sollte er bei „Star Trek: Deep Space Nine“ die Rolle von Gul Dukat übernehmen, meiner Meinung nach der beste Star Trek Bösewicht überhaupt. Ja, sogar besser als Khan…. sorry KHAAAAAAAAAAAAN!

O’Brien: „Ich hasse nicht Sie, Cardassianer. Ich hasse das, was aus mir wurde, wegen euch.“

rachefeldzug

Captain Maxwell und Chief O’Brien

 

12) Der Kampf um das klingonische Reich/ Redemption (4×26 & 5×01)

Man sollte meinen, ein so kriegerisches Volk wie die Klingonen hätte alle paar Monate einen Bürgerkrieg. Nun ist es soweit und das Reich droht sich selbst in Stück zu reißen. Da es sich aber um einen innenpolitischen Konflikt handelt, darf die Sternenflotte nicht eingreifen. Worf entschließt sich daher nach langen Überlegungen seinen Dienst zu quittieren und seinem Volk beizustehen. Data in einer Kommandofunktion, ein überraschender Auftritt und ein Querverweis zu einer später in dieser Liste vorkommenden Folge runden einen gelungenen Zweiteiler ab.

Hobson: „Offen gesagt, Sir, glaube ich nicht, dass Sie die Fähigkeit haben, dieses Schiff zu kommandieren. Auch Sie sind Offizier und ich respektiere das. Aber niemand würde einen Klingonen als Schiffscounselor vorschlagen, oder einen Berellianer als Ingenieur, die wären einfach nicht geeignet für diesen Posten. Aus demselben Grund glaube ich, dass ein Android nicht geeignet ist zum Captain.“

Data: „Ich verstehe ihre Besorgnis. Ihre Bitte (um Versetzung) ist abgelehnt.“

 

11) Ich bin Hugh/ I Borg (5×23)

Ich bin kein Fan davon, die Borg zu vermenschlichen, da ihnen das viel von ihrer Bedrohlichkeit nimmt. (Ich schaue dich an, „Voyager“!) Hugh habe ich aber nicht zu Unrecht mit dem Dalek Rusty aus Doctor Who verglichen. Beide wachsen über die kühlen Einschränkungen ihrer Rasse hinaus und ziehen Schlüsse aus den Gefühlen ihrer Gegenüber. Während Rusty sich gegen seine eigene Rasse richtet, entwickelt Hugh Empathie anderen Völkern gegenüber und versteht, dass sie nicht in das Borg Kollektiv assimiliert werden wollen. Ganz starke Szene, als er auf Captain Picard trifft, dessen eigene Erfahrungen einen tiefsitzenden Hass auf die Borg in ihm auslösten.

 

10) Die Operation/ Ethics (5×16)

„Ethics“ ist wahrlich ein perfekter Titel! Als Worf nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist, sieht er in seinem Leben keinen Sinn mehr. Anders als bei den Menschen, ist es für Klingonen ein ehrenvoller Tod, sich in so einer Situation selbst das Leben zu nehmen. Mit seiner Bitte um Hilfe beim Hegh’bat Ritual stürzt Worf seinen Freund Riker in einen schweren Gewissenkonflikt. Für den Klingonen ist es die einzige Möglichkeit mit einem Rest Ehre einem Leben in Mitleid und Schande zu entgehen, für Riker ist es die Bitte um Beihilfe zum (Selbst)Mord. Mal abgesehen vom tatsächlichen Ende der Folge, finde ich das Aufwerfen dieser Frage unheimlich interessant. Dürfen wir unsere Moralvorstellungen auch auf andere Völker anwenden? Was gibt uns das Recht unsere Ideen als „richtig“ und andere als „barbarisch“ einzustufen?

operation

Worf ist vom Hals abwärts gelähmt

 

9) Datas Nachkomme/ The Offspring (3×16)

In seinem stetigen Bestreben nach Menschlichkeit erschafft Data einen Androiden namens Lal, wird so gesehen Vater und lässt seine Tochter am Leben auf der Enterprise teilnehmen. Die Sternenflotte möchte Lal aber von Data trennen, da sie einen bemerkenswerten Sprung in der Androidenforschung darstellt und schnell Fähigkeiten entwickelt, mit der sie sogar ihren Vater übertrifft. Aber darf man Vater und Tochter voneinander trennen, nur weil sie künstliches Leben sind?

Ich mag Lal sehr gerne und finde es schade, dass dieser Ansatz danach nicht mehr weiter verfolgt wurde. Beste Szene: Als sie das gerade entdeckte Konzept des Küssens gleich mal am völlig verdutzten Riker ausprobiert.

Picard: „Ich wäre lieber vorher gefragt worden.“

Data: „Es hat Sie doch bisher noch nie jemand an Bord um Ihr Einverständnis für eine Fortpflanzung gebeten, Captain.“

datas nachkomme

„Ich sehe, sie haben Gefallen an meiner Tochter gefunden, Commander?!“

 

8) Zeitsprung mit Q /Q Who (2×16)

Diese Folgentitel mit Q sind im Original wirklich immer ein furchtbar alberner Flachwitz (Q-Pid !)…. Egal, den Charakter an sich sehe ich immer wieder gerne. Man merkt John de Lancie aber auch zu jeder Sekunde an, wie viel Spaß er an dieser Rolle hat. Hier darf er mal zeigen, wie mächtig sein Volk eigentlich ist. Mit seinem charakteristischen Fingerschnippen schleudert er die Enterprise in den Delta Quadranten (wohin es auch die Voyager verschlagen wird) und sorgt so für den Erstkontakt mit den Borg.

Q: „Oh der bewunderswerte Commander Riker und Worf das Zwergengehirn, Knurren Sie etwas, damit ich weiß Sie erinnern sich an mich!“

zeitsprung

Erstkontakt mit den größten Feinden der Sternenflotte

 

7) Besuch von der alten Enterprise/ Relics (6×04)

Wie kann man „Scotty“ denn nicht lieben? Die gute Seele auf Captain Kirks Schiff hat es in die Zeit von TNG verschlagen und Mr. Scott hat verständlicherweise große Probleme, sich damit zu arrangieren, dass er erst 75 Jahre später aus dem Musterpuffer seines Transporters gerettet wurde. Mit seiner direkten Art will er so gar nicht in die korrekte und zuweilen etwas steife Welt der Sternenflotte von TNG passen.

Die Macher gönnen uns einige Lacher, als „Scotty“ mit Dr. Crusher flirtet, sich von Data einen grünen Drink servieren lässt (zwinker, zwinker) oder Geordi seinen alten Trick erklärt. Den emotionalen Höhepunkt erreicht „Relics“, wenn ein Mr. Scott auf dem Holodeck die Brücke seines alten Schiffes sieht und mit Picard bei einem Glas Whiskey über vergangene Zeiten sinniert.

besuch alte enterprise

Auf der Brücke der ersten Enterprise

 

6) Parallelen/ Parallels (7×11)

Was mit kleinen Unterschieden beginnt (eine Torte verändert sich, ein Gemälde hängt woanders), entwickelt sich zu einem gewaltigen Problem, als Worf sich durch diverse parallele Realitäten bewegt, ohne dass er es kontrollieren kann. Als dann plötzlich mehrere Schiffe namens Enterprise auftauchen, wird klar, dass die Grenzen zwischen den Realitäten einzustürzen drohen.

paralellen

Aus einer Realität, in der die Borg gewannen: „Wir gehen nicht mehr zurück!“

 

 

TOP 5

5) Die alte Enterprise/ Yesterday’s Enterprise (3×15)

Die Enterprise D sieht sich plötzlich ihrem Vorgängerschiff, der Enterprise C gegenüber. Diese wurde eigentlich schon vor Jahren zerstört und ihr Auftauchen in dieser Zeit ist eigentlich unmöglich. Durch dieses Paradoxon verändert sich schlagartig die gesamte Realität und die Föderation befindet sich in einem blutigen Krieg mit dem klingonischen Reich. Nur Guinan und die eigentlich verstorbene Tasha Yar scheinen sich bewusst zu sein, dass irgendetwas nicht stimmt.

Wie ihr sicher schon bemerkt habt, mag ich dieses ganze Spiel mit den Realitäten und Zeitebenen ziemlich gerne. Hat Star Trek dieses Mittel überstrapaziert? Mit absoluter Sicherheit, aber das stört mich bei so grandiosen Folgen nicht im Geringsten. An dieser Folge gefällt mir besonders die Atmosphäre auf dem Kriegsschiff Enterprise und vor allem, dass die Ereignisse noch weitreichende Folgen haben werden. Ein sehr wichtiger Meilenstein in der TNG Historie!

alte enterpri

Begegnung mit der Vergangenheit

 

4) Wem gehört Data?/ The Measure Of A Man (2×09)

Großer Gott, diese deutschen Titel…. Der poetische englische Titel passt wesentlich besser, denn es geht hier um nichts weniger als Datas Selbstbestimmungsrecht. Ein Kybernetik Experte möchte ihn im Namen der Forschung beschlagnahmen, um ihn duplizieren und alle Schiffe der Sternenflotte mit einem Androiden ausstatten zu können. Es besteht aber das große Risiko, dass Data diese Prozedur nicht überlebt und da sind wir schon beim Kernproblem: Ist Data lebendig? Menschliche bzw. Organische Offiziere dürfen potentiell lebensgefährliche Einsätze verweigern, aber Data ist eine künstliche Lebensform. In einer Gerichtsverhandlung, wo Riker die Gegenseite vertreten muss, versucht Captain Picard nachzuweisen, dass Data eine Persönlichkeit hat und daher nicht wie eine Maschine behandelt werden darf.

Picard: „Die Sternenflotte wurde gegründet, um neues Leben zu entdecken und zu erforschen. Und da sitzt es. Und es wartet!“

wem gehört

Erinnerungen an Tasha Yar

 

3) Gestern, Heute, Morgen/ All Good Things… (7×25 & 7×26)

Obacht, denn nun beginnen die Superlative von meiner Seite! Das Finale der Serie vereint erstmal alles, was man in TNG liebt. Ein Rätsel um verschiedene Zeiten, starke Dialoge, ein wenig Charakterentwicklung und natürlich das Duo Picard/ Q in Höchstform. Was diesen Zweiteiler aber auf ewig zu etwas Besonderem für mich macht, ist das Ende. Die gesamte Serie lang haben wir die Brückenoffiziere miteinander Poker spielen sehen, auch wenn nicht immer alle dabei waren. Der Einzige, der immer fehlte, war der stets etwas distanzierte Picard. Aber in der letzten Szene der letzten Folge setzt er sich endlich mit den Worten „I should have done this a long time ago!“ zu seiner Crew, er gibt die Karten, die Kamera zoomt hinaus ins All und es endet…

Tut mir leid, egal was ihr mir sagt: Keine Serie hatte je ein besseres Ende!

gestern heute morgen

„So, five-card stud, nothing wild. And the sky’s the limit.“

 

2) Das zweite Leben/ The Inner Light (5×25)

Vom besten Ende zur besten Einzelfolge, die ich je gesehen habe. Und dabei hielt man die Science Fiction Elemente in „The Inner Light“ sogar ziemlich zurück. Ich kann unmöglich beschreiben, wie sehr mich „The Inner Light“ emotional berührt. Alleine diese wunderbare Melodie, die Picard immer wieder auf seiner Flöte spielt, während er die Erinnerungen eines anderen Mannes durchlebt…

Patrick Stewart, Leute…. der Mann kann es einfach!

zweite leben

Picard/Kamin spielt sein Lied

 

1) In den Händen der Borg & Angriffsziel Erde/ The Best Of Both Worlds (3×26 & 4×01)

Nicht nur der beste Zweiteiler der Serie, auch der beste Cliffhanger, den ich kenne. Weder ein Ende von 24, LOST oder auch Game of Thrones haben es jemals geschafft, mich so fertig zu machen wie Commander Rikers „Mr. Worf….Fire!“! Die Borg haben Captain Picard assimiliert und zur Drohne Locutus gemacht. Riker sieht sich daraufhin gezwungen, eine völlig neue Waffe auf den Borg Kubus und damit seinen eigenen Captain abzufeuern. Und damit endet die Staffel, was eine monatelange Wartezeit bedeutete…ich bin seinerzeit fast gestorben!

So ganz „nebenbei“ wurde hier der Grundstein für „Family“, „I Borg“ oder auch den meiner Meinung nach besten Star Trek Film „First Contact“ gelegt. Deswegen und aus noch so vielen anderen Gründen ist „The Best Of Both Worlds“ für mich das Beste, was Star Trek uns je geschenkt hat.

Locutus: „Ihr Widerstand ist hoffnungslos … Nummer Eins!“

in den händen der borg

„I am Locutus – of Borg. Resistance – is futile. Your life, as it has been – is over. From this time forward, you will service – us.“

 

 

Mein Dank geht an Memory Alpha (die immer lesenswerte und sehr detaillierte Star Trek Wiki) und natürlich an Gene Roddenberry, Patrick Stewart, Jonathan Frakes, LeVar Burton, Gates McFadden, Brent Spiner, Marina Sirtis, Michael Dorn, Wil Wheaton, John De Lancie, Colm Meaney und all die anderen die an dieser wunderbaren Serie mitgewirkt haben.

 

To boldly go where no one has gone before!

Advertisements

7 Kommentare zu “Star Trek: The Next Generation – 30 Gründe, diese Serie zu lieben

  1. filmlichter sagt:

    Sehr schöne Auswahl für eine gelungen best Of Compilation. Ich frage mich ob das ZDF bei der Erstaustrahlung Die Verschwörung gekürzt hat. Die ist ja (zumindest für damaliges Fernsehen) recht deftig. Ich weiß gar nicht mehr ob ich die da gesehen habe. Vermutlich erst später auf Sat1.

    Gefällt 1 Person

  2. Morgen Luft sagt:

    Stimme Filmlichter zu. Schön! Ethics ist auch eine meiner Lieblingsfolgen. Da bekommt man direkt Lust, mal wieder reinzuschauen.

    Gefällt 1 Person

    • Ich habe die Serie letztes Jahr mal auf Blu Ray gekauft (lohnt sich, sehr schöne Überarbeitung) und habe sie mittlerweile komplett durchgeguckt. Da kam mir die Idee.

      „Ethics“ hatte ich tatsächlich ewig nicht mehr gesehen und diese moralischen Fragen sind mir in jungen Jahren gar nicht so bewusst geworden.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: