Stephen King auf Leinwand und Bildschirm – wirklich das pure Grauen?

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29. Januar 2017 von thegunslinger82

Es ist quasi eine unumstößliche Wahrheit: Stephen King Verfilmungen sind furchtbar! Man hört und liest es immer wieder und man fragt sich: Warum gibt es dann eigentlich so viele? Nun, die Frage lässt sich leicht beantworten. King ist einer der erfolgreichsten Autoren überhaupt, seit Ewigkeiten im Geschäft und kann einen gefühlt unendlichen Fundus an Geschichten vorweisen. Verdammt, ich bin mir sicher, dass er gerade in diesem Moment wieder die nächsten Ideen ausbrütet. Denn wie George R.R. Martin ihn mal fragte: “How the hell do you write so fast?“ Es ist daher nur nachvollziehbar, wenn Studiobosse und/oder Regisseure sich aus seinen Geschichten erfolgreiche Filme versprechen.

Woher kommt dann also dieser Eindruck des trashigen King-Films? Ist es das allwissende Internet, was einem ja auch seit Jahren erzählen will, was „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ für ein schlechter Film sei und ständig die allseits beliebte Kackfloskel „overrated“ auswürgt? Ist es die immer noch vorherrschende Meinung King sei nur ein simpler Horrorautor? Oder sind es extrem pingelige Buchleser, die bei jeder Änderung einen Tobsuchtsanfall bekommen?

Wahrscheinlich stimmt alles irgendwie! Vom letzten Punkt kann ich mich (als riesiger Fan) sicher nicht immer freisprechen, nicht nur auf dieses Thema bezogen. Trotzdem möchte ich einmal kurz in chronologischer Reihenfolge auf alle mir bekannten King Verfilmungen zurückblicken und schauen, ob sie wirklich so schlimm sind. SPOILER ALERT: Nein, sind sie nicht!

Eine kleine Anmerkung noch: Ich bewerte hier nur Filme, deren Vorlage ich auch gelesen habe! Daher z.B. leider kein „Thinner“ oder „Manchmal kommen sie wieder“ für euch. Und leider auch nicht „Christine“, da ich die Vorlage noch nicht kenne. Der sei aber wärmstens empfohlen, denn er stammt von John Carpenter, als der Mann wirklich nichts falsch machen konnte!

Carrie: Die allererste Verfilmung zu Kings allererstem Roman – wenn das nicht passend ist? „Carrie“ ist ein kleiner Horrorklassiker geworden, vor allem natürlich dank des furiosen Finales. Brian de Palmas Werk hält sich recht genau an die Vorlage, verändert im Finale aber einige Details. In meinen Augen tatsächlich zum besseren! Der Film selbst ist mittlerweile aber 41 Jahre alt und das sieht man ihm auch an. Wie damals üblich, wurden die Teenies von viel älteren Leuten gespielt und bis das Finale beginnt, hat der Film schon einige Längen. Dafür entschädigt aber eine wirklich grandiose Sissy Spacek, deren starrer Blick mir als Junge echt Angst machte.

Old Carrie

(© United Artists)

Noch ein Wort zum jüngsten Remake: Juliane Moore als Mutter ist gewohnt großartig, Chloë Grace Moretz ist aber eigentlich zu hübsch um als Außenseiterin durchzugehen. Klingt furchtbar oberflächlich von mir, ich weiß. Trotzdem ein solides Remake, was heutigen Sehgewohnheiten natürlich mehr entspricht.

 

Stanley Kubrick’s The Shining: Muss man dazu noch was sagen? Einer der besten Horrorthriller aller Zeiten, inszeniert von einem der besten Regisseure aller Zeiten! Und trotzdem kann ich Kings Abneigung verstehen. Als reine Verfilmung ist „Shining“ nämlich nicht besonders gelungen! Kubrick verändert nahezu die gesamte Intention des Buches und macht den Horror persönlicher. Nicholsons Figur Jack Torrance sieht z.B. schon in der ersten Szene furchterregend aus. „Buch-Torrance“ hat zwar auch Alkoholprobleme, wird aber erst durch das Overlook Hotel in den Wahnsinn getrieben. Kubrick ging einen anderen Weg und machte sein „Shining“ zu einem Klassiker! Trotzdem kann ich jedem nur das Buch ans Herz legen, ebenso das gelungene Sequel „Doctor Sleep“.

King selbst verfasste das Drehbuch des 1997 erschienenen TV-Remakes. Als Buch Fan kann man mal reinschauen, aber besonders gut ist es leider nicht. Gut 270 Minuten lang muss man elend lange Szenen durchstehen, in denen außer Gesprächen nichts passiert. Wie der Nostalgia Critic in seinem Review so passend sagte: Film ist ein visuelles Medium und was im Buch funktioniert, kann man selten 1:1 auf den Bildschirm umsetzen. Loben möchte ich aber die Darstellung des Jack Torrance, die mir nach wie vor gefällt.

Creepshow 1&2: Nette Filme voller Horrorkurzgeschichten mit wechselnder Qualität. Gerade den ersten Teil kann ich empfehlen und sei es nur für Stephen King als simplen Farmer und Leslie Nielsen in einer wirklich fiesen Rolle! Obendrauf gibt es auch noch eine wirklich eklige Effekte, denn wir sind hier in den 80ern und Bodyhorror und handgemachte Effekte waren nie besser!

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(© Warner Bros)

 

The Dead Zone: De Palma, Kubrick, Hooper, Romero, jetzt Cronenberg und bald noch Carpenter – seinerzeit gaben sich die großen Regisseure wirklich die sprichwörtliche Klinke in die Hand! Der Meister des Bodyhorror kommt hier ganz ohne seine beliebten Effekte aus und erschafft mit Christopher Walken einen wirklich sehenswerten Film. Die Geschichte des hellseherisch veranlagten Johnny Smith ist im Buch atmosphärisch zwar nochmal um einiges dichter und bedrückender, funktioniert aber auch als Film ziemlich gut. Kann man sich gerne mal anschauen!

Cujo: Der Hund ist schon ein kleiner Teil der Popkultur geworden und für sich genommen ist der Film auch solide gemacht. Aus heutiger Sicht kann man ihn sicher aber sparen und doch lieber zur Vorlage greifen. „Cujo“ im Film sieht aber zugegeben auch heute noch echt fies aus. Erreicht wurde dies durch Maissirup, was den Hunden am Set offenbar sehr gut gefiel.

Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers: Mit den „Goonies“ wohl DER Klassiker der 80er Jugendfilme und ganz offensichtlich auch eine der Inspirationen der Erfolgsserie „Stranger Things“. Ein paar Dinge wurden im Vergleich abgeschwächt, was der Film aber durch tolle Bilder, einen großartigen Soundtrack, super aufgelegte Darsteller und viel Gefühl locker wieder ausgleicht. Ja, ich weiß: Ihr habt jetzt gerade wieder Bock, den zu gucken! Kann ich euch nicht verübeln!

stand-by-me

(© Columbia Pictures)

 

Maxiumum Overdrive/ Rhea M – Es begann ohne Warnung: Was für ein Titel! Stephen King selbst setzt sich in den Regiestuhl und liefert einen wirklich… einzigartigen Film ab. Seien wir ehrlich, das ganze ist purer Trash! Maschinen entwickeln durch den Einfluss eines Kometen (!) ein Eigenleben und töten Menschen… und das wars irgendwie. Mit ein paar Kumpels und zwei, drei Kisten Bier (pro Person) aber mit Sicherheit ein großer Spaß. Dann knallt auch der AC/DC Soundtrack nochmal mehr.

Running Man: Wenn man es nüchtern betrachtet, ist der Film als Umsetzung eine Vollkatastrophe. Die beklemmende Atmosphäre des wirklich tollen Buchs (als „Menschenjagd“ unter Kings Pseudonym Richard Bachmann erschienen) geht völlig flöten. Im Film regiert die Neonwelt der 80er! Warum mich das nicht in geringster Weise stört? Es ist ein verdammter Arnold Schwarzenegger Film aus den 80ern! Der Mann hatte zu diesem Zeitpunkt schon „Conan, „The Terminator“ oder „Commando“ abgeliefert und sollte später im Jahr mit „Predator“ einen DER Actionklassiker überhaupt abliefern ! „Running Man“ passt perfekt in diese Reihe hinein, denn Arnie zerlegt seine Widersacher mit Wucht und One-Linern, wie nur er es kann!

I live to see you eat that contract, but I hope you leave enough room for my fist because I’m going to ram it into your stomach and break your god-damn spine!“

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Friedhof der Kuscheltiere: Ein schöner, langsamer Aufbau mündet in einem gelungenen Finale – mehr muss man nicht sagen. Leider ist das Ende etwas eindeutiger als im Buch, aber das kann man verschmerzen.

Stephen Kings ES: Oh Mann, das ist er! Der Film, der viele Kinder traumatisierte und ihnen die Angst vor Clowns einimpfte. Überwindet euch heute nochmal: Der Streifen ist nicht halb so schlimm, wie ihr ihn in Erinnerung habt. Ehrlich gesagt ist der in der zweiten Hälfte sogar ziemlicher Schrott, was vor allem an den Darstellern der Erwachsenen und diesem lachhaften Finale liegt. Die Kinder machen aber einen guten Job und gegen Tim Curry als Pennywise kann man ohnehin nichts sagen. Ich meine, es ist verdammt nochmal Tim Curry!

„ES“ ist eines von Kings Meisterwerken, der Film selbst fällt nach der Hälfte völlig in sich zusammen und verzichtet (verständlicherweise) auf alle wirklich grauenerregenden Stellen. Ich kriege heute noch ein leichtes Schaudern, wenn ich z.B. an das Ende von Patrick Hockstetter denke…

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Misery: Großartig! Katy Bates hat völlig zu Recht den Oscar für ihre Leistung erhalten, so verstörend ist sie in diesem Film. Und dabei ist sie im Vergleich zum Buch sogar noch fast nett…. na ja, vielleicht auch nicht.

Der Rasenmähermann: Hat nahezu nichts mir der Vorlage zu tun, weswegen King gegen die Verwendung seines Namens klagte. Völlig zurecht, mit diesem Dreck würde ich auch nicht in Verbindung stehen wollen. Trotzdem sollte man mal reinschauen, denn die Computereffekte waren aus damaliger Sicht schwach und aus heutiger zum Schreien komisch.

Needful Things – In einer kleinen Stadt: An sich ein netter, kleiner Horrorfilm, den man schnell wieder vergisst. Sehenswert eigentlich nur für den wie immer großartigen Max von Sydow als diabolischer Leland Gaunt.

Stark – The dark half: Ein Musterbeispiel einer handzahmen King Verfilmung! Die Grundidee ist nach wie vor sehr gut und bietet Potential für einen wirklich spannenden Film. Leider war George A. Romero im Jahr 1993 nicht mehr der Mann, der uns in den Jahrzehnten zuvor die Blaupausen der modernen Zombiefilme lieferte. „Stark“ ist heute nachvollziehbarerweise nur noch eine obskure Randnotiz in seinem Schaffen.

The Stand: Für viele ist „The Stand“ Kings Opus Magnum. Das würde ich nicht sagen, aber zu seinen besten Geschichten zählt es definitiv. Diese Miniserie hat 1994 versucht, die gesamte Geschichte um die Supergrippe Captain Trips, die Überlebenden und die Schlacht gegen Randall Flagg in ca. 360 Minuten zu verpacken. Und ganz ehrlich: Schlecht ist diese Verfilmung nicht. Sie hat mit Gary Sinise, Molly Ringwald, Miguel Ferrer (jüngst verstorben, Ruhe in Frieden!), Ed Harris oder Rob Lowe eine Menge guter Darsteller. Und wenn man bedenkt, wann diese Miniserie gedreht wurde, dann holen die Macher aus dem sicherlich nicht riesigen Budget eine Menge raus.

Trotzdem wirken die Effekte und einige Setpieces natürlich schon ordentlich angestaubt, das kann man nicht leugnen. Und mein größter Kritikpunkt: James Sheridan als Randall Flagg! An sich gibt er einen passablen Bösewicht ab (Thomas Danneberg als Synchronsprecher holt auch noch eine Menge raus). Aber Flagg/ Walter O’Dimm/ The Man in Black (…) ist so eine wichtige und einzigartige Figur im „King Kosmos“… ich weiß nicht, ob man ihn überhaupt meinen hohen Ansprüchen angemessen umsetzen kann. (Viel Erfolg, Matthew McConaughey!)

Ich mag „The Stand“ gerne, alleine schon der Anfang ist grandios!

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(© Greengrass Productions/ Laurel Entertainment)

Die Verurteilten: „The Shawshank Redemption“ führt etliche Filmlisten an. Ich denke, ich muss da nicht mehr viel zu sagen. Ist es der beste Film aller Zeiten? Sicher nicht, das sieht ohnehin jeder anders. Er ist aber auf jeden Fall verdammt gut. Frank Darabont liefert hier seine erste von drei großartigen King Verfilmungen ab!

Langoliers: Ganz so schlecht wie der Nostalgia Critic finde ich diesen Streifen nicht – sein Review davon ist trotzdem eins seiner besten! Ehrlich gesagt reicht es heutzutage auch sich dieses anzusehen, denn „Langoliers“ ist echt nicht gut gealtert. Und die CGI Effekte am Ende spielen in einer Liga mit dem Scorpion King aus „Mumie 2“ und dem Teufel am Ende von „Spawn“!

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(© Laurel Entertainment)

 

Der Musterschüler: Erst kürzlich habe ich mitbekommen, dass sich Bryan Singer dieser Vorlage angenommen hat. Ich stehe daher noch unter einem ganz frischen Eindruck und bin sehr angetan von dieser Umsetzung. Ian McKellen in einer der Hauptrollen zu haben hilft dabei natürlich ungemein. Das Ende unterscheidet sich sehr vom Buch, gefallen tun mir beide. Auf jeden Fall nachholen, wenn man etwas für Thriller übrig hat.

The Green Mile: Frank Darabonts zweiter Streich und ein Film zu dem ich oft höre: „Ach, die Geschichte ist von Stephen King?!“ Auch hier muss man eigentlich nicht viel sagen, der Film mit den grandios aufspielenden Tom Hanks und Michael Clarke Duncan in den Hauptrollen ist bekannt genug. Kommerziell gesehen eine der erfolgreichsten Kinoausflüge von Kings Geschichten!

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(© Castle Rock Entertainment)

 

Hearts in Atlantis: Anthony Hopkins in einer wunderschönen Hommage an verlorene Jugenderinnerungen und die 60er Jahre. Trotzdem fällt Kennern der Vorlage direkt auf, dass ein wichtiger Aspekt fehlt. Abgesehen von den „niederen Männern“ fehlen sämtliche Bezüge zum „Dunklen Turm“, was natürlich aus filmtechnischer Sicht Sinn macht. Wie soll man Kings wohl wichtigstes Werk irgendwie verständlich in einen 100 Minuten langen Film einbauen, dessen Hauptfigur nur eine kleine, aber wichtige Nebenrolle in der Welt des Turms spielt?! Leute ohne diese „Vorbelastung“ können mal ein Auge riskieren.

‚Salem’s Lot: Den ’79er Film von Tobe Hooper („Brennen muss Sarlem“) kenne ich bis heute nicht, dieses Remake gefällt mir aber wirklich gut. Mit 3 Stunden erfordert es zwar ordentlich Sitzfleisch, kann aber mit „The Stand“ Rückkehrer Rob Lowe, Donald Sutherland, Rutger Hauer und James Cromwell einige charismatische Darsteller aufbieten. Erwartet nur keinen typischen Vampirhorror, „’Salem’s Lot“ legt mehr Wert auf die Charaktere als auf blutige Hälse.

salems-lot

(© Coote Hayes Productions/ TNT)

(Sorry für die schlechte Qualität, das Cover ist schwer zu finden.)

 

Riding the bullet: Ähm… gibt es was positives zu sagen? Vielleicht…. die Kurzgeschichte wirkt hiernach nicht mehr ganz so langweilig?!

Desperation: Leider ebenfalls nicht besonders sehenswert. Okay, Ron Perlman als fieser Sheriff Collie Entragian ist klasse, aber viel mehr wird dem Zuschauer hier nicht geboten. Auch hier würde ich eher die Vorlage empfehlen, die zudem noch einen interessanten „Zwilling“ hat. Das Buch „Regulator“, welches unter Kings Pseudonym Richard Bachmann erschien, handelt von denselben Charakteren, ist aber dennoch eine andere Geschichte. Das wäre filmtechnisch sicherlich auch reizvoll gewesen, wurde aber nie umgesetzt. So bleibt „Desperation“ (der Film) nur eine höchstens solide Horrorklamotte.

1408: Unglaublicherweise ist dies der erste Eintrag dieser Liste, den ich im Kino gesehen habe. Immerhin bis 2007 hat es also gedauert, bis ich ein Werk meines Lieblingsautors auf der großen Leinwand gesehen habe. Und zum Glück hat es sich gelohnt, denn aus der Kurzgeschichte hat man so einiges herausgeholt. Man fügte eine Rahmenhandlung hinzu und veränderte einiges von dem, was Titelheld Mike Enslin im titelgebenden Zimmer 1408 passiert. Angenehmer wird es natürlich nicht, King und Hotels sind ja immer so eine Sache. Fragt mal einen gewissen Jack Torrance nach Mrs. Massey im Zimmer 217 des Overlook Hotels! Mit halb verschimmelten Damen muss sich Enslin zwar nicht herumschlagen, aber 1408 hat eigene Mittel, um ihn in den Wahnsinn zu treiben.
Kurz gesagt: Ein toller Film, der von John Cusacks Leistung getragen wird!

The Mist: Frank Darabont, zum Dritten! Und eins vorweg, da es oft verwechselt wird: Das ist NICHT der Film mit den Zombiepiraten, dem grandiosen Theme und der kleinen Hafenstadt – der stammt von John Carpenter und heißt „The Fog“. Und das ist auch nicht das Remake mit dem Milchgesicht aus „Smallville“ – das ist der letzte Dreck!
„The Mist“ hat aber eine ähnliche Prämisse: Ein undefinierbarer Nebel hüllt eine Kleinstadt ein und irgendetwas verbirgt sich darin. Ein Haufen Menschen verschanzt sich in einem Supermarkt, während immer mehr widerliche Kreaturen aus der Nebelwand auftauchen. Angefacht wird die gereizte Stimmung der Überlebenden durch eines von Kings liebsten Stilmitteln – in Form von Mrs. Carmody befindet sich auch eine christliche Fanatikerin unter den Überlebenden…
Ich liebe „The Mist“, obwohl ich mir seiner Macken durchaus bewusst bin. Die CGI sah 2008 schon nicht besonders aus und das tut sie heute natürlich erst recht nicht mehr. Und ja, Thomas Jane spielt teilweise ziemlich hölzern. Trotzdem hat Darabont abermals bewiesen, dass er DER Mann für diese Filme ist. Ein Horrorfilm ist für mich dann effektiv, wenn ich mit den Figuren mitleide und mir wünsche, bloß nicht in deren Haut zu stecken. Und das ist ihm hier vortrefflich gelungen! Dazu baut er noch nette Referenzen für Fans ein, denn im Gegensatz zur Vorlage wird hier deutlicher gemacht, woher „Der Nebel“ stammt. Und ich übertreibe nicht; ich habe im Kino kurz gejubelt, als ich erkannte WEN David Drayton da am Anfang des Films malt.
Am bekanntesten dürfte „The Mist“ aber natürlich für das Ende ein, welches drastisch von der Vorlage abweicht. Gespoilert wird hier nichts, keine Angst! Dafür waren die Reaktionen im Kino einfach zu gut! Völlige Sprachlosigkeit ob dieses unerwarteten Schlags in die Magengrube. Wie Stephen King selber es fand? Nun, kurz gesagt kommentierte er es mit: „Warum ist MIR das eigentlich nicht eingefallen?“ Und bitte lest es jetzt nicht auf Wikipedia nach, guckt es selber!

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(© Dimension Films)

 

Cell (Puls): Ähnliches Team vor der Kamera wie bei „1408“, aber das war es auch schon. Zugegeben, es ist auch nicht das beste Buch, aber in der immer noch anhaltenden Zombie Euphorie wollte man wohl auch noch ein Stück vom Kuchen abhaben. Herausgekommen ist ein mäßig spannendes Machwerk, was auch von John Cusack und Samuel L. Jackson nicht gerettet werden kann.

Under the Dome (Serie): Eine furchtbare Serie, die mit zunehmendem Verlauf immer blöder wird. Ständig werden sich hanebüchene Storyelemente aus dem A…llerwertesten gezogen, die dann eine Folge später keine Rolle mehr spielen. Charaktere werden harmloser gemacht, wohl um keinen Zuschauer zu erschrecken. Und obendrauf gibt es noch den allseits „beliebten“ durchschaubaren Cliffhanger… Klar, nicht jede Serie kann im „Game of Thrones“ Bereich angesiedelt sein, keine Frage. Aber der Aufbau von „Under the Dome“ riecht nach den tiefsten 90ern…

11.22.63 – Der Anschlag (Serie): Das Buch ist großartig…. und verdammt lang. Es war von vornherein klar, dass Kürzungen vorgenommen werden müssen. Ebenso mussten die Bezüge zu ES der Schere zum Opfer fallen (der Zeitreisende Jake Epping kommt u.a. nach Derry und trifft einige der Hauptfiguren kurz nach ihrem ersten Sieg über Pennywise). Selbst die neue Figur finde ich okay, da sie ein Zugeständnis an das Medium Film ist. Epping verbringt im Buch viel Zeit alleine und so wird ihm ein Partner gegeben, mit dem er sich unterhalten kann. So umgehen die Macher das Verwenden von ständigen Voiceovers, um uns seine Gedanken mitzuteilen. Alles kein Problem und James Franco ist eine tolle Besetzung.
Dennoch flacht die Serie nach gutem Beginn schnell ab und ich habe sie nur aufgrund ihrer kurzen Dauer bis zum Ende geschaut. Aber wahrscheinlich bin ich auch nur sehr kritisch, da das Buch einer meiner Favoriten ist. Guten Gewissens empfehlen kann ich sie daher leider nicht!

11-23-63

(© Hulu)

 

Und weil ich gerade so in Fahrt bin, meine zehn Lieblingsbücher von Stephen King ohne besondere Reihenfolge: The Dark Tower (Der dunkle Turm – die ganze Reihe), IT (ES), Duma Key (Wahn), The Shining, 11/22/63 (Der Anschlag), The Stand, Talisman (in Zusammenarbeit mit Peter Straub geschrieben), Dead Zone (Das Attentat), Finders Keepers (Finderlohn), Insomnia (Schlaflos)

Danke an die wirklich sehr ausführliche King Wiki!

 

 

Long days and pleasant nights…

 

 

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14 Kommentare zu “Stephen King auf Leinwand und Bildschirm – wirklich das pure Grauen?

  1. stoppoker sagt:

    WOW!!!! Endlich mal eine Seite die sich ausschließlich mit Stephen King befasst zumindest dem Namen nach, die meisten WordPress Blogs behandeln alle möglichen Bücher mit immer wieder einigen King Büchern dazwischen, wie lange bist du schon Fan? Ich bin es seit ca. 1992, erstes Buch Die Augen des Drachen!

    Gefällt 1 Person

    • Hmm, genau kann ich das nicht sagen. ich dürfte mein erstes Buch von ihm („Der dunkle Turm – Schwarz“) mit ca. 14 gelesen haben. Das dürfte dann um 1996 herum gewesen sein. ^^

      Sorry für die späte Antwort, ich übersehe die Benachrichtigungen hier sehr gerne. Aber danke fürs Feedback. Es ist ja so gesehen keine reine King Seite, ich schreibe einfach nur so über Dinge, die mir so in den Kopf kommen. Aber ich habe tatsächlich eine Idee für einen weiteren King Text im Hinterkopf. 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Richard Bachman sagt:

    Bitte gerne! Ich freue mich übrigens auch immer über Feedback und Kommentare in meinem Blog! *smile*

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  3. Richard Bachman sagt:

    Für mich zu den besten Verfilmungen gehören Stand by me, Green Mile, Brennen muss Salem (da kenne ich bisher nur den Film von 1979) Misery, Dolores, Musterschüler, Sturm des Jahrhunderts, Das Tagebuch der Ellen Rimbauer, Kingdom Hospital (Serie) (Original von Lars von Trier der auch bei Kingdom Hospital mitgearbeitet hat), Mercy, A good marriage

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  4. Richard Bachman sagt:

    Oooh einen superguten hab ich noch vergessen, Die Verurteilten.
    Aber für mich als Buchnerd kommt erst das Buch und dann lange nichts…
    Noch schnell die schlechtesten Verfilmungen mit Abstand der schlechteste Rhea M. Es begann ohne Warnung (Regie Stephen King), danach hat er nie mehr Regie geführt!,
    Running Man, Tommyknockers (Pamela Anderson ist wirklich grottenschlecht, sie hätte in ihrem Baywatch-Badeanzug bleiben sollen da kann sie die zwei überzeugendsten Argumente ihrer Schauspielkunst zeigen!) Die anderen Filme würd ich sagen liegen im guten Mittelfeld!

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  5. trex111 sagt:

    Ich finde es ist eine Schande, dass es bisher keine gute Verfilmung von Friedhof der Kuscheltiere gibt. Habe das Buch mit 13 gelesen und jetzt noch Albträume!

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  6. trex111 sagt:

    Ja, da bin ich auch eher skeptisch! Aber so schlimm wie Rhea M oder Langoliers wird’s schon nicht werden. Die sind schwer zu toppen.

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  7. […] Ich verweise auf mein Special über Stephen King Verfilmungen. […]

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